Verdammtes Fracking! Aber hilft alles nix!

Winand von Petersdorff hat in der FAS vom 26.5.2013 einen weitsichtigen Beitrag zum Thema Fracking geschrieben. Mit ihm kann man die strategische Dimension von Fracking im Spannungsfeld zur Energiewende neu bestimmen.

Die zentrale Argumentation geht so: Es gibt drei technologische Entwicklungen, die Fracking überhaupt möglich machen. In der USA führt das dazu, dass sich für 30-50 Jahre die Energiegeschichte neu schreiben lässt. Das Land wird vom Gasimporteur zum Exporteur.

Für Deutschland und Europa stellt sich die Frackingfrage aber ganz anders:

Erstens gibt es bestehende Gaslieferverträge, weshalb gefracktes Gas gar nichts bringen würde (oder nur wenig).
Zweitens drückt das Fracking mehr Kohle auf den Markt, weswegen die entsprechenden Preise bei konventionellen Kraftwerken nach unten gehen.

Das sind ganz interessante Gedanken, weil sich daraus die Energiewende anders definieren muss.

Erstens: Sie wird teurer, weil sich der erwartete Preisanstieg der fossilen Energien verzögert.
Zweitens: Fracking lohnt sich in Europa (noch) nicht.

Was können wir daraus schließen, wenn man einen vernünftigen Weg für dem Umstieg auf Erneuerbare sucht:

Erstens: Kein ideologischer Kampf gegen Fracking, sondern ein Zehnjahresprogramm Moratorium. Sollen die Amerikaner doch ihre Erfahrungen machen, wir warten ab und konzentrieren uns auf unseren Energiepfad: Den Umstieg auf Regenerative.

Und zweitens: Wir müssen die Instrumente und Strategie der Energiewende dringend updaten. Was kostet, was bringen verschiedene Instrumente. Wie können wir perspektivisch vernünftige Kosten sicherstellen und schnell auf regenerativ umsteigen. Wie bleibt die Energiewende unternehmerisch flexibel und wird nicht durch politische Instrumente unflexibler als wir es möglicherweise brauchen können.

Wir sehen: Die Welt ändert sich ständig, die Energiepolitik der USA hat direkte Auswirkungen auf die europäische und die deutsche. Und Augen zumachen nutzt nichts. Auch ideologische Verhärtung nutzt nichts. Erst einmal schneller als andere begreifen, wie unter geänderten Rahmenbedingungen der regenerative Energiepfad begehbar bleibt.

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