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Der Spiegel hat es in seiner 34. Ausgabe (über die Beliebheit der Politiker) bemerkt. Schlechter noch als die Politiker kommen in der Öffentlichen Wahrnehmung die Intellektuellen weg. In der gesellschaftlichen Debatte der Deutschen fehlen sie nämlich.

Einer der wenigen Ausnahmen ist FAZ Herausgeber Frank Schirrmacher. Nach “Payback”, einem Buch, das einen wirklich inspirierenden Blick auf die neue connected World wirft (mal ganz unabhängig davon, ob mal die Schlussfolgerungen teilt) hat er jetzt zu Sarrazin Stellung bezogen (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.08.2010, Nr. 34 / Seite 21, Bei Bedarf beim Autor).

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Dahinter steckt immer (wieder) ein kluger Kopf. Heike Schmoll hat in der FAZ (28.8.2010, S. 2) mal das gemacht, was in Berlin nicht schwierig ist. Sie hat sich u.a. in den Bezirk Mitte begeben und drei engagierte Schulleiterinnen gefragt, was sie vom Bildungschip der Bundesministerin halten. Die Ergebnisse sind bezeichnend (Artikel auf Wunsch beim Autor). Und die Schlußfolgerungen liegen auf der Hand: “Wer aber nur einen Tag in den Brennpunktschulen Berlins oder Frankfurts zubringt, kann den Eindruck bekommen, dass der Musikunterricht auf der Chipkarte wohl mehr mit der großbürgerlichen Vorstellungswelt der Ministerin zu tun hat als mit der Lebenswelt der Kinder von Hartz-IV-Empfängern.”

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Die Bundesbildungschipkarte ist so ein Ding, das ich mir jetzt schon die ganze Zeit ganz ungläubig ansehe. Denn im Grunde würde ich Frau von der Leyen, den Erfolg schon gönnen, schließlich führt sie ihr Ministerium in respektabler Weise. Aber konzeptionell bleiben da schon einige Fragen offen, sonst wird aus Hartz IV von der Leyen I. Einige Spekulationen.

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Chance happens!

Eine einzige Ausgabe der Berliner Zeitung (vom 15.August 2010). Auf Seite 3 beschreibt Frank Nordhausen,wie Menschen in einem idyllisch schönen, aber armen Landstrich ihr Leben einrichten. Und wer den politischen Tagesreflex, wer in der Regierung bashed heute wieder wen (CDU General maßregelt die CSU) überwindet, kann auf Seite 5 nachlesen, dass CDU General Gröhe im Interview die ersten zaghaften Versuche macht, eine CDU Moderrnisierungspolitik zu begründen. Nach von der Leyens Einmischungen zur Weiterentwicklung der Sozialpolitik lässt das Hoffnung aufkommen, dass die größte Regierungspartei nicht ganz denk- und sprachunfähig ist.

Lesenswert streitbar dann Peter Grottian auf Seite 23. Missbrauchtes Engagement, Warum man die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen muss. Man muss seine Schlußfolgerungen nicht teilen. Ich bleibe dann doch skeptisch, wenn in großen Zügen der Selbstverpflichtungsauftrag des Sozialstaats erhalten bleibt, jeden Bürger, jede Bürgerin vor Armut zu retten. Das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, das jeder erhält und das darauf setzt, dass alle von sich aus “etwas beitragen wollen”, setzt auf einen echten, aktiven Konsens aller BürgerInnen. Was aber, wenn die “Abgehängten” das ideologische Konstrukt nicht mittragen und dann zu Nischen-Nutzern eines Sozialstaats werden?

Deutschland bewegt und verständigt sich. Wie sieht ein zukunftsfähiges Modell von Sozialpolitik aus, die sich die Lebenssituation der Menschen vor Augen führt, den politischen Anspruch nicht vergisst und trotzdem den Kurs in eine unvermeidlich entgrenzte Zukunft nimmt?

Mit einer sehr schönen Geschichte hat sich der Juli in der FAZ von uns verabschiedet. Markus Jauer, möglicherweise selber Vater dort, hat sich in die Situation seines neugeborenen Kindes hineinversetzt und als 25-jähriger zurückerinnert, wie das damals war, 2010, am Prenzlauer Berg. Eine sehr schöne Sozialstudie, die verschiedenes zeigt: Einmal, dass Menschen sich Realität selber schaffen. Zweimal, dass sie in bestimmten Sozialmilieus eine Agenda haben, dreimal, dass der Plan, von außen betrachtet, beklemmend deutlich macht, wo die Sollbruchstellen sind. Stoff also, aus dem die Soziologenträume sind. Ein Dank an Herrn Jauer für seine Empathiefähigkeit.

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Der Volksentscheid in Hamburg hat eines gezeigt: Eine strukturelle Veränderung der Schulwesens ist wieder einmal gescheitert. Wenn wir auf dem Boulevardniveau bleiben wollen, könnten wir sagen: Die Guggi-Fraktion hat gewonnen. Bloß blöde, wenn die Gucci-Trägerinnen, zumindest teilweise, durchaus dem grünen Wählerklientel entstammen. Einige Tiefenbohrungen, um das Scheitern zu verstehen. Und um daraus zu lernen.

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Eigentlich sieht doch alles ganz gut aus. In Baden-Württemberg, entnehme ich der Zeitung, haben die Grünen die 20% Marke überschritten und eine rot-grüne Mehrheit ist möglich. In Berlin, so Berliner Zeitung vom 30.7., überholen die Grünen die amtsmüden Sozialdemokraten und biegen nun, die Kandidatur Renate Künasts erwartend, auf die Startgerade ein. Alles in Butter, oder was?

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Es gab einmal eine gute Idee. An öffentlichen Baustellen wurden Baustellenschilder aufgestellt, die über Art und Dauer der Baumaßnahmen informierte. Das war in München, man war’s zufrieden, weil man ungefähr wusste, wann wo und warum gebaut wurde. Und natürlich wurde auch erwähnt, wer da baut.

Und heute?

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Manchmal kommt einfach nicht viel dabei raus, wenn deutsche Politiker darüber nachdenken, wie sie Politik machen. Zum Beispiel beim Thema Integration. Das übliche Strickmuster (das gilt übrigens nicht nur für Berlin, sondern auch für die NRW-Planungen, die von dem ansonsten hellwachen Laschet in NRW vorangetrieben wurden) lautet: Na ja, dann machen wir mal ein Gesetz, in dem Integration drüber steht, dann gibt es wenigstens eine öffentliche Debatte darüber.

Tatsächlich kann so ein oberflächliches Vorgehen sehr viel Schaden anrichten. Normalerweise ist das Fatale dann, dass niemand sich einem solchen Vorhaben widersetzt. Sonst stünde er ja als Migrantengegner da. Normalerweise. Denn wenn sich jetzt kritische Stimmen wie die Integrationsbeauftragte von Berlin Mitte, Maryam Stibenz, in der Berliner Zeitung vom 24.6.2010 zu Wort melden, wird Politik endlich mal vom Ende her gedacht. Und nicht nur von der PR-Wirkung her.

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Starke Merkel! Lässt Obama abblitzen. Klingt gut. Muss aber nicht so sein. Denn wenn wir einen Moment darüber nachdenken, was die Welt rettet, dann sicher nicht eine Hau-Drauf-Rhetorik, in der einer dem anderen zeigt, wie stark er sich gegenüber dem anderen durchsetzen kann. Also FAZ-Mist. Worauf es ankommt.

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