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Wie quer die Selbstwahrnehmung der politischen Akteure zur gesellschaftlichen Hygiene liegt, davon zeugt die heutige Schlagzeile der Berliner Zeitung: Runde Tische gegen Kindesmissbrauch. Da werden Institutionen, die jahrzehntelang systematisch den Kindesmissbrauch verleugnet, verschwiegen, verbogen, verdrängt und auf die Opfer verschoben haben, zum runden Tisch gebeten. Vielleicht mit Kaffee und Kuchen?

Wie krank ist das denn! Ein Ordnungsruf!

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Ulrich Johannes Schneider, Leiter der Universitätsbibliothek Leipzig hat in einem bemerkenswerten Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 2.3.2010 eine fast klassische Konstellation der globalisierten Moderne beschrieben: Die Übernahme öffentlicher Aufgaben durch private Institutionen. Viele der beschriebenen Entwicklungen finden sich auch bei anderen Projekten, Stichwort Suchmaschinen, wieder. Perspektiven in Zeiten einer Epochenwende.

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Jetzt mal unbekanntere Heldinnen. Nicola Fuchs-Schündeln habe ich erst durch die FAS vom 28.2.2010 kennen gelernt. Aber ich über sie lesen kann, überzeugt.

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Es zeigt, wie albern heute die politische Öffentlichkeit bespielt wird. Kampagnenjournalisus ist ja schön, aber unter einen gewissem Level sollten sich Journalisten, auch wenn sie das kostenlos machen, nicht hergeben. Das Ministerpräsidenten-Payment ist so ein Fall: Peanuts. Oder glauben Sie, ein Ministerpräsident liese sich für 6000 € für seine Richtung bezahlen. Das Problem liegt anderswo. Und darüber sollten wir dringend diskutieren.

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Wer hätte das gedacht? Johannes B. Kerner hat im Zeitmagazin 9/2010 ein Interview gegeben in Sachen JBK. Warum er zu SAT1 gewechselt ist. Und wie er sich wahrnimmt. Johannes B. Kerner ist für mich der zweite der Helden für morgen. (Frau Käßmann ist für mich die Nummer 1).

Eine Laudatio:

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Vor welchen Menschen habe ich eigentlich Respekt. Die Entscheidung von Frau Käßmann, sich nicht irgendwie durchzumogeln, finde ich respektabel. Und weiter? Eine Bestandsaufnahme in Sachen Verantwortung, Ehrlichkeit, Vorbildcharaker und Zukunft.

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Last call: Berlin!

Jetzt mal ernsthaft. Was würde man, gesetzt den Fall, man würde gefragt, dieser Regierung denn raten? Was wäre ein Ausweg aus dem selbstverschuldeten Schlamassel, in das sie sich in etwas mehr als hundert Tagen gebracht hat? Ein Versuch zur Schadensbegrenzung.

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An Westerwelle arbeiten sich jetzt ja alle ab. Ganz persönlich finden sie ihn eine Zumutung. Das, finde ich, ist doch ein bißchen geschmäcklerisch. Es geht nämlich um Politik. Und damit, falls diese Regierung jemals entscheidungsfähig ist, um Weichenstellung.

Eine andere Sache ist es, darüber nachzudenken, warum diese Regierung in diesem Zustand scheitern wird. Eine Panorama-Aufnahme.

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Ein eigentümlicher Tag gestern. Bloch hätte von der Ungleichzeitigkeit der Moderne gesprochen. Weil der Fernsehzuschauer gestern Zeuge davon werden konnte, wie sich eine Moralinstitution selbst erlegt. Und wie eine Person, die einer Moralinstitution vorstand, dieser Moral Geltung verschafft hat. Indem sie sich selbst zurück nimmt. Indem sie sichtbar macht, dass Verantwortung in erster Linie bedeutet, sich selbst Rechenschaft zu geben. Und der inneren Stimme zu folgen, was auch immer dabei heraus kommt. Vor diesem Hintergrund war der Abend beides: Der Untergang des römisch-katholischen Reiches. Und ein Wetterleuchten, was Verantwortung in unserer neuen, schnellen und unruhigen Welt bedeutet. Und welche Konsequenzen man und frau deshalb tragen können muss.

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Heribert Prantl hat in der heutigen Süddeutschen (19.2.2010, S. 3) ein sehr eindruckvolles, menschlich-politisches Portrait von Wolfgang Schäuble gezeichnet. Mit einigen Learnings zum Thema, wie Politik geht.

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