Wulff a.D.

Jetzt also auch der Traumschwiegersohn. Der ist ja inzwischen zum Bundespräsidenten herangewachsen. Hat sich sein Haus vom Unternehmerfreund finanzieren lassen. Aber, alles ganz sauber, über die Gattin, die schlaue. Deshalb alles ganz korrekt.

Vom Traumschwiegersohn zum Schweinchen Schlau in drei Sätzen. So schnell kann es gehen.

Und was fühlen wir dabei? Mitleid, weil die CDU jetzt bald keinen mehr hat. Und Fassungslosigkeit über die politische Dummheit einiger der CDU-Hoffnungen.

Lieber einen Rambo Koch als diese sanften Flüsterer von Guttenberg und Wulff. Lieber einen mit Ecken und Kanten und einer Spendenleiche im Keller als so einen Vorteilsnehmer wie Wulff oder einen Gottberufenen wie den Baron. Was die EU-Kommissarin, die Kommissarin Kroes, geritten hat, wir wissen es nicht.

Wenn das stimmt, was man liest, muss Wulff zurücktreten. Am Tag danach umschulden, aber Unschuldsvermutung bewahren. Das geht nicht, wenn die moralische Instanz Bundespräsident so in provinziellen Geschäften unterwegs ist.

Wie wäre es eigentlich richtig gewesen? Ich versuche eine Antwort: Warum nicht einfach hinstellen  (damals, als er befragt worden ist) und sagen, ich nicht, aber meine Frau hat einen Kredit genommen, weil wir das Haus kaufen wollten. Ja, das war ein Fehler, ich entschuldige mich, trete aber nicht zurück, weil ich nicht bestechlich bin. Geht das wirklich nicht? Ist das gegen die Moral? Oder wogegen sonst?

Das Gesicht wahren, das kann in der modernen Mediengesellschaft auch heißen, Fehler zugeben. Man muss kein Heiliger sein als Politiker. Aber eine untere gefühlte Schmerzgrenze, die sollte nicht gerissen werden. Sonst wird es eng.

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