Wir brauchen eine kontroverse politische Öffentlichkeit. Keine subventionierten Zeitungen.

Einmal Opel langt! Vor diesem Hintergrund: Der dringende Appell des ehrenwerten Verlegers DuMont, die Politik müsse Zeitung subventionieren, ist ein hilfloser Versuch, ein Geschäftsmodell zu retten, obwohl die Kunden längst weiter gezogen ist. Der Opel der Publizistik sozusagen.

Wenn alle Medien von der Hand in den Mund leben und die Redaktionen so ausgedünnt sind, dass keine echten Kontroversen mehr geführt werden, brauchen wir keine 70 Bühnen. Für die Häppchenepisoden aus dem Kanzleramt, aus Kundus oder sonstwoher auf denen dasselbe in belanglos unterschiedlichen Varianten verkündet wird, braucht es keine Vielzahl von Tageszeitungen nicht mehr.

Wenn Jugendliche keine Zeitung mehr lesen, dann brauchen wir auch keine subventionierten Zeitungen für die ältere Generation. Aber wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie sich die junge Generation ihre Meinung darüber bildet, wohin es in Zukunft gehen soll.

Die Geschäftsbedingungen haben sich geändert. Die technologische Grundlage ist neu. Bildschirm statt Papier, Zugriff statt Besitz, die kontinuierliche technologische Revolution lässt sich nicht aufhalten, sondern nur gestalten.

Die Ware des Verlegers sind Information und Meinungsbildung. Das aktuelle Geschäftsmodell heißt u.a. Tageszeitung. Doch das geht dem Ende entgegen. Weil das Produkt, Zeitung auf Papier, nicht mehr gefragt ist!

Sie lässt sich auch mit Subventionen nicht retten. Das wiegt Verleger und Politiker nur in dem Glauben, die alte politische Theaterbühne und das klassische Feuilleton liese sich erhalten.

Es geht darum, das Geschäftsmodell der Zukunft zu definieren. Wer ist bereit, für eine echte Meinungsbildung zu bezahlen. Und wenn ja, wie viel? Wer macht den Anfang?

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