Weil Wünschen nichts hilft. Europa vor dem Grexit!

Man hätte es wissen können. Die Zerrissenheit der griechischen Syriza macht sie entscheidungsunfähig. Wir alle wollten es nicht wahrhaben. Jetzt wird es ernst. Hält der Euro wirklich stand? Wie geht man mit einem bankrotten Griechenland um? Wer wandert jetzt wohin? Das reale Leben, existenzielle Probleme, Rücken jetzt näher an die Politik. Aus die Sandkastenspiele.

Weil jetzt viele anfangen werden, mit dem Finger auf eine (weniger) standhafte Angela Merkel und einem (konsequent) standhaften Wolfgang Schäuble zu zeigen, hier ein paar Anmerkungen zur Schuldfragen:

Eine ganz prekäre Situation, in der wieder die EZB und andere halbpolitische Finanzmarkt-Akteure retten müssen, was die Politik nicht schafft. Ein paar Thesen zur Schuldfrage:

1) Ein Europa, das sich so zusammengeschweißt hat, dass bei den Bürgern (ja, bei den griechischen Bürgern) immer der Eindruck entstehen konnte, irgendwann wird sie schon jemand (Europa) retten. 

2) Europäische Politiker, die immer den Frieden beschwören, um von ökonomischer Leistungsfähigkeit nicht reden zu müssen. Es geht allen erst einmal darum, europäische Geldströme in ihr Land zu lenken.

3) Ein Jürgen Habermas, der, frei nach dem Motto, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose, meint, ökonomische Leistungskaft, der Strom, mit dem Wohlfühl- und Umverteilungsideen demokratischer Zugewinnsverteilungsparteien betrieben werden, produziere sich selbst. Herrschaftsfreier Diskurs ist die linksveredelte Variante des griechisch adeligen Politikideals (die Arbeit machen die Anderen); insofern schließt sich der Kreis. 

4) Wir alle, weil wir nach einer glücklich kommoden Nachkriegszeit immer dachten, es kann so weiter gehen, alle Konflikte können sich konsensuell und am grünen Tisch lösen lassen, der Mensch ist rational. 

Ja, ein bißchen, aber er ist auch träge.

5) Angela Merkel und Wolfgang Schäuble übrigens ausdrücklich nicht! Weil sie in einer Zeit, in der alle so dahin schluffen, einerseits daran mitwirken wollten, Verantwortung wieder nach unten zu delegieren (Griechisch marode Strukturen lassen sich nur von den Griechen selber auflösen) und andererseits den europäischen Zusammenhalt zu gewährleisten. Dass das mißraten ist, ist nicht die Schuld von Schäuble/Merkel.

Was nun? Es ist bitter ernst. Es muss sich zeigen, ob der Euro sich abschotten kann gegenüber Griechenland. Wenn alle das nur dahin geblubbert haben, wird es bitter für uns alle. So müssen erstmal die Griechen die Lektion lernen. 

Es ist die Stunde Null. Für alle!

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