Was vom Westen übrig bleibt. Die Gesundheitspolitik in den Koalitionsverhandlungen.

Wenn es unseren großen Kümmerer Politik nicht gäbe. Jetzt kümmert er sich also auch darum, ob Patienten innerhalb vier Wochen einen Termin beim Arzt erhalten. Da kann man ja gleich einen NHS einführen. Großbritanniens National Health Service ist der weltweit größte Arbeitgeber und ein zumindest zarten Hinweis darauf, dass die Entscheidung, Marktwirtschaft oder Sozialismus im Mutterland des Manchesterkapitalismus mit einem kräftigen Jein zu beantworten ist.

Jetzt wollen die deutschen Gesundheitspolitiker also wieder zwei neue Institutionen einführen, den nationalen Lotsenservice und eine neue Institution, die die Qualität von Kliniken abprüft.

Man kann das auch anders sehen: Anstatt die Patienten zu ermächtigen, Entscheidungen zu treffen, werden neue bürokratische Institutionen konzipiert, die, „streng evidenzbasiert“ sagen, welche Klinik gut ist und welche schlecht.

Geld, das man in Kliniken dringend brauchen würde, wird also abgezweigt für neue, nachgelagerte Tätigkeiten.

Man kann es auch so sehen: Dumm ist im Gesundheitswesen der- und diejenige, die direkt am Patienten arbeitet. Intelligent sind die, die arbeiten lassen. Die messen, gewichten, beurteilen, schlau daherreden, bevorzugt wissenschaftlich qualifiziert. Unser Gesundheitswesen braucht aber nicht immer neue Institutionen, die eingreifen. Es benötigt Rahmensetzungen und Weichenstellungen, damit diejenigen, die Gesundheit erhalten oder wieder herstellen wollen, in Ruhe und qualifiziert arbeiten können.

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