Was Politik treibt. Und was Sozialdemokraten ins Abseits treiben könnte.

Heribert Münker hat in seinem Beitrag für die Berliner Zeitung die Schlaumeier der Politikberatung auf ihre Plätze verwiesen. Was nämlich auf der politischen Bühne gespielt wird und wie gut, ist das eine. Was aber unten im Saal los ist und wer überhaupt an einer solchen Aufführung interessiert sein soll, ist das andere. Jedenfalls: Die Krise der Sozialdemokratie ist eine Krise der Erosion der aufstiegsorientierten unteren Mittelschichten. Und Hartz IV, für alle, die sich an grossen Schaukämpfen beteiligen möchten, kann als Versuch gedeutet werden, der eigenen Klientel Beine zu machen. Was aber nicht gelungen ist.

Jedenfalls: Kein Grund zur Häme. Denn der Eiertanz der Sozialdemokraten ist der Tanz um die Frage, wie ich aufstiegsorientierte Mittelschichten und klassisches, aber aussterbende SPD-Klientel zusammen binde.

Man darf gespannt sein, wie das gelingt.

Apropos: In der FAZ vergangene Woche war ein ganz interessanter Artikel, ja ich erinnere mich, von Allensbach, der darüber resonierte, wie und warum die Volksparteien erodieren. Bei mir blieb, auch wenn das nicht drin stand, der Gedanke hängen, ob Volksparteien nicht eher inzwischen Milieu-Zusammenbind-Parteien sind, denen es maximal gelingt zwei oder drei Milieus zu bündeln (dann auch mit schwachem Rückhalt), als wirkliche Volksparteien zu sein.

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