Was Neues wagen. An die Redakteure der Financial Times Deutschland.

Warum eigentlich nicht einfach ein Wirtschaftsmagazin, das Meinung hat. Mit Usability.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer die Debatte über Medien und die Elektronifizierung derselben verfolgt, weiß, dass die Verleger großteils mauern. Sie wollen ihre Geschäftsmodelle retten. Und sie tun das auf Kosten ihrer Mitarbeiter. Jetzt, wo man nackten Männer oder Frauen nicht mehr weiter in die Tasche langen kann, schließen oder verkaufen sie das Blatt.

Schade drum, weil an der Qualität hat es nicht gelegen. Warum eigentlich dreht ihr den Spieß nicht um: Gründet doch Euren eigenen Verlag. Und als künftiger Abonnent (ein engagiertes Wirtschaftsmedium mit elektronischer Usability und Meinung, das nicht dogmatisch, aber unkonventionell, täglich gegen die doch manchmal ziemlich platt daherkommende Wirtschaftswoche anstinkt, das wäre doch was) würde ich mich freuen, wenn so etwas zustande kommt. Eine elektronische Zeitung, die voll darauf setzt, dass die Leser mit den Nachrichten und Informationen arbeiten können, ihren Workflow organisieren können, Artikel weiter versenden und Information zur Grundlage eines wissensbasierten Arbeitsprozesses der Leser werden können, so etwas fehlt.

Unmut mit den Verlagshäusern gibt es, schlaue Vermarkter gibt es, Geschäftsmodelle gibt es auch, wenn ihr lernt, mit dem Leser zu lernen. Das ist doch schon was. Aber versprecht bitte eines: Dass ihr wirklich am Qualitätsjournalismus interessiert seit. Geld verdienen durch Qualität.

Wirtschaft ist nicht rechts und nicht links. Wirtschaft heisst, die Dinge zum Laufen kriegen. Und damit Geld verdienen. Wirtschaft als Teil der Gesellschaft, während die bereits zitierte Wirtschaftswoche im Kommentarteil immer wieder neoliberale Gebetsstunden abhält. Die Wirklichkeit ist längst differenzierter. Wenn Handwerker, Hobbybastler, Strickliesels und andere sich zu erfolgreichen Commerceplattformen zusammenfinden, müsste das doch auch mit „Information und Meinung“ funktionieren. Information ist eine Ware. Wird Zeit, dass die Produzenten die Ware selbst in die Regale schieben! Wettbewerb ist so!

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