Was ist der Einbruch in eine Bank gegen den Kauf einer Bank. Was uns Brecht heute sagen würde.

Vielleicht nur soviel. FAZ lesen. Im Wirtschaftsteil entdeckt man schwarz auf weiss, wie die Piraten von heute agieren. Zum Beispiel beim wissenschaftlichen Springer Verlag. Der Beitrag sei in seiner Gänze dokumentiert, verbunden mit der Frage: Wie kann es gelingen, Investmentgesellschaften in ihrem Agieren so zu begrenzen, dass sie ihr Geldvermögen nicht nur zum Ausplündern von Unternehmen nutzen. Eine Aufgabe für PolitikerInnen. Aber nur solche, die wirklich dicke Bretter bohren wollen. Lesen Sie selbst.

Springer Science vor dem Verkauf
Finanzinvestor EQT soll den Zuschlag bekommen

theu. LONDON, 10. Dezember. Der schwedische Finanzinvestor EQT soll neuer Eigentümer des deutschen Fachverlags Springer Science werden. In Finanzkreisen heißt es, EQT werde Springer voraussichtlich für rund 2,3 Milliarden Euro von den beiden Beteiligungsgesellschaften Cinven und Candover erwerben. Davon entfielen aber mehr als 2 Milliarden Euro auf die Übernahme von Schulden, das Eigenkapital von Springer Science werde mit lediglich rund 150 Millionen Euro bewertet. Bei Redaktionsschluss war der Verkauf noch nicht bestätigt.

Für das traditionsreiche Medienunternehmen aus Berlin hatten sich neben EQT bis zuletzt auch der britische Konkurrent Informa und der Finanzinvestor Apax interessiert (F.A.Z. vom 25. November). Informa ist allerdings selbst hoch verschuldet. Der Aktienkurs des Unternehmens hatte Ende November mit einem Kursrutsch reagiert, nachdem bekannt geworden war, dass Informa die Übernahme von Springer sondiert.

Springer Science ist der zweitgrößte Fachverlag der Welt. Das Unternehmen, das nichts mit dem gleichnamigen Zeitungshaus zu tun hat, beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter. Zu der Gruppe gehören unter anderem der Fachbuch-Verlag Gabler, die „Ärzte Zeitung“ und der Börsendienst „Platow-Brief“. Das operative Geschäft von Springer ist zwar profitabel, doch wegen der hohen Zinslasten für die Milliardenschulden des Unternehmens wurde 2008 bei einem Umsatz von 892 Millionen Euro ein Nettoverlust von 40 Millionen Euro verbucht.

Die hohen Schulden wurden Springer von den Alteigentümern Cinven und Candover aufgeladen, die durch mehrere Sonderausschüttungen auch fast 1 Milliarde Euro aus dem Unternehmen abgezogen haben sollen. In der Finanzkrise sind den beiden Beteiligungsgesellschaften jedoch die Verbindlichkeiten über den Kopf gewachsen. Cinven und Candover haben deshalb seit Monaten nach einem Investor für Springer gesucht. Dabei mussten sie auch ihre Preisvorstellungen stark zurückschrauben. Im Frühjahr hatte es in Finanzkreisen noch geheißen, die Alteigner wollten rund eine halbe Milliarde Euro für 49 Prozent der Anteile erzielen. Cinven und Candover haben Springer 2003 für 1 Milliarde Euro von Bertelsmann gekauft.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.12.2009 Seite 18

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