Warum Journalisten schlechte Politiker sind.

und Politiker, die auf Journalisten hören, auch. Jetzt schreiben sie wieder, was sollen sie auch anderes tun. Zum Beispiel geben eine Reihe von Journalisten den baden-württembergischen Grünen gute Ratschläge. Warum sie die goldene Brücke zum Ausstieg nicht genutzt hätten. „Und zweitens haben die Grünen eine andere Chance so an sich vorbeiziehen lassen. Sie hätten die Gelegenheit gehabt, sich nach dem Schlichterspruch zum Sieger zu erklären. Denn Heiner Geißler hat nahezu jeden Einwand, der zuvor gegen das Projekt vorgebracht worden war, zur Bedingung gemacht“, schreibt steb in der Süddeutschen vom 6.12.

Bedauerlich ist, dass viele Journalisten zwar die aktuelle Schlachtodnung gerade noch erkennen können (wie kann wer punkten), aber leider offensichtlich immer weniger in der Lage sind, Konzeptionen zu erkennen, Fakten zu prüfen und sich selbst ein Bild zu machen. Dann hätte beispielsweise steb erkennen können, dass das Einlassen auf die Bedingungen, von denen seriöse (weil nicht Bahn) Berechnungen und Überlegungen zeigen, dass Stuttgart 21 dann eben weiter aus dem Kostenrahmen knallt. Und damit hinfällig wird.

Die Grünen sind nämlich nicht fortschritts-, sondern denkfaulheitsfeindlich. Und da darf es einen auch nicht wundern, wenn die Menschen zwar den heiligen St. Geißler in den Himmel heben und den Wunsch nach Verständigung artikulieren. Aber Politik mit Prinzipien heißt auch, einen klaren Kopf zu behalten. Und daraus resultiert zum Beispiel, dass die festgelegte Kapazität des künftigen Bahnhofs nur miit zwei neuen Röhren dem selbstgestellten Ziel von 30% mehr Kapazität in der Spitze entsprechen kann. Kapazitätserweiterungen bei den Zufahrten inbegriffen.

Politikverdruß kommt davon, dass verantwortungslos völlig sinnlose oder unfinanzierbare Projekte angeschoben werden, die dann eine ganz jämmerliche Bruchlandung machen. Aus der hübschen Magistrale mit dem Durchfahrtsbahnhof ist jetzt ein Nadelöhr geworden. Warum, das soll uns bitte jemand erklären, soll man 43,2 Mrd. € ausgeben, damit am Ende weniger Züge durch den Stuttgarter Bahnhof passen als vorher. Verschlimmbessern könnte man das Ganze nennen. Und deshalb nutzt es nämich auch nichts, das mit einem schicken Plus zu versehen, denn wenn etwas in die falsche Richtung geht, braucht man auch keine Ökosiedlung oben drauf, die eher klingt wie echte Bestechung kurz vor der Kapitulation.

Heiner Geißler ist Jesuit. Und sein Spruch ist jesuitisch. Er ist scharf in derr Analyse. Und affirmativ in den Schlußfolgerungen. Im Zweifel für die Herrschenden, da waren die Jesuiten immer eindeutig.

Heiner Geißler ist aber auch Nachkriegspolitiker. Geld, soll Heiner Geißler gesagt haben, spiele keine Rolle. Dieses hohe Maß an Unverantwortlichkeit, das Geld Dritter auszugeben, empört viele Menschen. Deshalb knallt Stuttgart 21 so stark bei den Schwaben. Wenn sie noch ein paar Tage brauchen, um das gesamte Bild zu erkennen, ist das verständlich. Aber dann wissen sie, dass die Grünen wieder einmal die Wahrheit vor den anderen gesagt haben. Weil sie sich eben nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen.

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