Warum “Die Wirtschaft” gut daran tut, sich an den Grünen zu orientieren. Und was an Friedrich Merz wirklich “von gestern” ist.

Friedrich Merz sieht seine Zeit gekommen, den Grünen den Marsch zu blasen. So sagt er im Handelsblatt-Interviev vom 7.6.2019: “Bis auf weiteres sind die Grünen für die Union jedenfalls Wettbewerber Nummer eins“, sagt Merz . Er wirft der Partei „Umweltpopulismus“ vor. „Die Grünen schwimmen auf einer Welle von Sympathie, weil sie eine schöne neue Welt versprechen und auf komplexe Fragen zu einfache Antworten geben.“

Das nun sagen sie ja jetzt alle bei der CDU. Friedrich Merz weiß auch schon, wie er das tun will: “Um die Öko-Partei in Schach zu halten, will Merz sie mit der Frage konfrontieren, wie und wovon unsere Kinder und Enkelkinder denn in 20 oder 30 Jahren eigentlich leben sollen. „Heute wird rund ein Viertel unseres Wohlstands mit Industriearbeitsplätzen erwirtschaftet“.

Das klingt ja total komplex, Herr Merz. Fragen stellen. Statt Antworten geben.

Da hat einer doch den Schuß nicht gehört. Mit diesem Argument (Arbeitsplätze) hat die Auto-Industrie die Kanzlerin (da hat sie recht), so lange betört und betrogen, bis die US-Behörden das zufällig aufgedeckt haben. Die Energiewirtschaft hat die Kanzlerin auch schon mal über den Tisch gezogen, dann hat sie den Ausstieg aus dem Ausstieg gemacht. Es hat ihnen nichts genutzt. Nach Fukushima gab es dann den Aussstieg vom Ausstieg des Aussstiegs. Jetzt sind die großen Energieunternehmen zwischen tot und scheintot.

Hoffentlich geht es der Auto-Industrie nicht so. Der Schaden ist groß, der Rückstand auch, weil “digital disruption”, Tesla und die Chinesische Staatsführung sich dann schon mal daran gemacht hat, den deutschen Premiumstinkern den Garaus zu machen.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, meinte in einer ähnlichen Situation Michail Gorbatschow. Recht hatte er. Friedrich Merz ist einfach ein weiterhin jung aussehender Mann mit einem ganz alten Weltbild. Dabei geht es selbst in der CDU auch anders: “Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance”, meinte ein anderer “alter” CDU-Kämpe, Richard Freiherr von Weizsäcker.

Schon doof, wenn man sein eigenes Weltbild nur noch retten kann, wenn man sich den Gegner von vor 30 Jahren wieder aus dem Ärmel zaubert.

Tschüss, Friedrich Merz!

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