Von Guttenberg weg. Und was jetzt

Über die Leere am Tag danach. Und was wir daraus über die Zuschauerdemokratie lernen können

Jetzt hat er doch noch das Feld räumen müssen. Von
Guttenberg, die Kurzzeit-Ausnahmeerscheinung mit freundlicher Unterstützung des Hauses Springer, wurde vom bürgerlich-wissenschaftlichen Ehrbegriff aus dem Felde geschlagen. Sozusagen aus dem eigenen Hinterland der bürgerlichen Moral.

Was lehrt uns das? Die Inszenierung des politischen Helden auf der Bühne kann tatsächlich nur gelingen, wenn es sich bei den Schauspielern um Charakterschauspieler handelt. Das war nicht der Fall.

Was uns der Fall aber auch lehrt, ist der Verfall der bürgerlichen Moral beim herrschenden Teil der die sie angeblich repräsentierenden Klasse. Dabei ist Überheblichkeit nicht angebracht. Den Führung bedeutet tatsächlich, auch Vorbild zu sein. Der CDU gelingt es nicht mehr, ihre eigenen ethischen Grundüberzeugungen zu leben. Der FDP ohnhin schon lange nicht mehr. Morql geht im merkelschen Muddling trough verloren. Richtig verstanden könnten Aufrichtigkeit und Moral zum Kernbestand grünen Politikverständnisses werden.

Das setzt allerdings die Demut der handelnden Personen voraus. Hochmut kommt vor den Fall. Wer diesem Satz nicht als Ausdruck kleinbürgerlicher Massregelung, sondern als bescheidenes Leitmotiv für das eigene Handeln begreift, hat Vorsprung in der entscheidenden Kategorie Politischer Führung: Vertrauen. Aber Vertrauen ist nicht durch schöne Reden alleine herzustellen. Sie braucht Personal mit Charakter. Zum Bohren dicker Bretter. Trotz alledem.

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