Viel Blödsinn um nix. Die Pharmapreisdebatte bei „Hart, aber fair“.

Da diskutieren ein Ethiker, ein Lauterbach, Frau Fischer von der vfa, eine Patientin und Prof. Ludwig als Chef der Arzneimittelkommission über die Preise neuer Arzneimittel.

Lauterbach achtet drauf, dass er erwähnen kann, dass die Hälfte für Marketing drauf geht. Für ihn alles unethisch.

Der Ethiker redet darüber, dass es, wenn Wettbewerb existieren würde, der Preis niedriger wäre. Der hat ja noch gar nichts von der Langwierigkeit des Zulassungsprozesses begriffen.

Frau Fischer vom vfa unterstreicht, dass man darüber reden soll, dass die Arzneimittel helfen. Würden sie aber auch, wenn sie billiger wären.

Plasberg unterstreicht, dass das Arzneimittel, bezogen auf das Gewicht, teurer als Gold ist.

Und keiner redet darüber, warum das so ist. Und, vor allem, wie man das ändern könnte.

Die Lage ist doch so:

Pharmaunternehmen denken international, Politik national.

Wenn der Regulierungshahn immer weiter zugedreht wird, werden die Unternehmen, solange immer mehr Arzneimittel immer regulierter sind, die wirklichen Innovationen immer teurer machen.

Irgendwo müssen sie das Geld ja hernehmen. Das Geld, das sie verwenden, um andere Hersteller aufzukaufen, Konkurrenz wegzukaufen, Fehlschläge wegzustecken, usw. usw.

Es geht mir nicht darum, forschende Pharmaunternehmen reinzuwaschen. Ich sage lediglich, dass die Pharmaunternehmen den Gesetzen der Finanzmärkte folgen. Und zwar, weil Politik national denkt und international, sprich, auf Augenhöhe, gar nicht verhandlungsfähig ist.

Viellleicht sollte man bei der OECD eine Regulierungsgruppe gründen, die dafür sorgt, dass dieses blöde Spiel der kommunizierenden Röhren aufhört und man Guidelines für mehr verantwortliche Forschung zu „reasonable prices“ entwickelt. Und man auf solche aberwitzigen Diskussionen verzichten kann.

Lösungen sind gefragt, keine Schauspiele darüber, wer den ersten Stein werfen darf…. Weil er Unschuld mimen kann.

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