Über die Künstlichkeit der scheinbar echten Welt. Ein Plädoyer für mehr Sein als Schein

Was ist unsere reale Welt schon wert? Hinter den schönen Fassaden der professionalisierten Welt sind Risse sichtbar geworden. Die Master of the Universe, die globalen Finanzjoungleure, sind zum „Master of Deseaster“ geworden. Die Politik, professionalisiert in Sachen Inszenierung, hat sich längst darauf beschränkt, Antikapitalismus zu simulieren. Aber tatsächlich sitzt die Politik längst mit im Boot.

Um es kurz zu machen: Die professionalisierten Welten haben sich überlebt. Diejenigen, die mit wirklich großen Summen hantieren, sind tatsächlich auch ganz klein. Welcher Spitzenmanager will denn tatsächlich die Entscheidungen, die er trifft, mit eigenem Risiko absichern? Das Beispiel der Opel-Manager, die lieber selber ihre Aktien schnell noch abstoßen, bevor sie in Verhandlungen mit Wirtschaftsminister von Guttenberg gehen, um in kühnen Powerpointfolien die Zukunftsvisionen einer wiedererstarkten OPEL-FIAT Familie darzulegen, sind nur ein krasser Fall. Andere sind die Manager von staatlich dominierten Großkonzernen, die Mitarbeiter und Widerspenstige präventiv ausforschen lassen, und mit satten Abfindungen versehen, in Ruhestand anstatt in den Knast geschickt zu werden. Erwähnt sollen auch die Lidl, Aldi und andere Handels-Manager, die dem Druck nach kleinen Preisen so stark nachgeben, dass sie Menschen praktisch umsonst arbeiten lassen oder sie um den wohlverdienten Lohn für ihre Arbeit bringen wollen. Der jüngste Fall, Bauhaus, ist in diesem Zusammenhang auch ganz gut zu erwähnen.

Es hat sich zu viel Mittelmaß und Mainstream angesammelt in den Institutionen, die die Welt, oder sagen wir besser, Deutschland bewegen.

Ein weiteres Beispiel: Die Bundesagentur für Arbeit, die, in bester Tradition der Sozialpartnerschaft, eingekauft wurde, um einem bürokratisch organisierten Monopolisten Ruhe zu verschaffen, indem Millliarden von Geldern über die Institute der in „Selbstverwaltung“ organisierten Bundesanstalt für Arbeit über ihnen ausgeschüttet werden. Brecht die Macht der Oligopole!

Deutschland braucht dringend eine neue Kultur. Eine Kultur des Ausprobierens, eine Kultur des Wagnisses, eine Kultur des Neuen und Innovativen, eine Kultur, die dem Wunsch nach einer besseren Leistung verpflichtet ist und nicht der Kultur des Nichtangriffspaktes.

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