Richard David Precht: Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Auseinandersetzung.

Deutschlands führender Popularphilosoph hat ein neues Buch geschrieben. Schon der Titel macht stutzig: Jäger, Hirten, Kritiker. Was für eine Reihung, zwei produktive Tätigkeiten, jagen, hegen. Und dann Kritiker? Ist das die richtige Beschreibung für unsere heutige Zeit, die richtige Beschreibung der wichtigsten Tätigkeiten?

Ich widerspreche: Richard David Precht ist das Opfer seiner eigenen postmateristischen Denkblase. Während sich die wesentlichen Gesellschaften, also das Modell ihrer Ökonomie wie ihrer Gesellschaft sich gegenüber aufstrebenden, größeren, dynamischeren und jüngeren Kontinente  behaupten müssen (und das, obwohl die Ressourcen- und Klimafrage noch nicht erledigt ist), skizziert er eine Philosophie des Umverteilens, des Widerstands, der Kritik, ohne eben die Grundlage unseres Gesellschaft, das ökonomische Wohlergehen, entsprechend zu würdigen.

Entsprechend überhöht wird die Frage demokratischer Entscheidungen, das Modell des öffentlichen Meinungsstreites, der Kritik, die doch schon längst zu einer folgenlos und ubiquere Kritikhaltung entartet ist; -Niemand fragt mehr, ob nach dem Meinungsstreit noch eine wirksame Lösung zustande kommt, welche Rolle dabei Politiker übernehmen und übernehmen können.

Gegen diese postmaterialistische Philosophie der Einfältigkeit bräuchte es scharfe Reaktionen. Aus der Wirtschaft. Aus den Medien. Aus der Politik. Im Interesse des Ganzen, aber mit realer Wahrnehmung dessen, wer welchen Beitrag zu einer Lösung beiträgt.

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