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Die Zeitungen sind inzwischen voll von Spurensuchern und Fährtendeutern. Aber was ist die richtige?

Im Handelsblatt von heute kommt Cem Özdemir zu Wort, gleichzeitig gibt es einen Hintergrund, die FAZ hat Rüdiger Soldt gestern schon mit einem wohlwohlend fühligen Kommentar vorgelegt. Die Süddeutsche hatte bereits am vergangenen Wochenende recherchiert. 

Niemand will die Grünen weghaben, soviel ist klar. Wenn IW-Chef Hüther schreibt, warum man die Grünen braucht, also, wenn der Chef des wirtschaftsnahen Forschungsinstituts sagt, dass die Grünen die politische Welt intellektuell bereichern, dann sagt das zweierlei aus: Das Feindbild ist weg. Und: Die anderen sind noch schlimmer. 
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Ich bin ja Mitglied dieser grünen Partei, mit der im Moment alle entweder leiden (wie auch ich) oder auf der sie rumtrampeln. Sie ist die erfolgreichste Partei der Bundesrepublik, von Null auf 30% in vierzig Jahren, jedenfalls in Baden-Württemberg, sie regiert in 11 Bundesländern mit. Und sie scheint diesen Erfolg entweder zu verdrängen (um ins Alte Bild der Protestpartei zurückfallen zu können) oder zu glauben, so, wie sie zum Erfolg gekommen ist, könnte sie erfolgreich bleiben. 

Das geht aber nicht. 

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Wie sieht eine politische Storyline aus. 

Das geht so: Ein Thema kommt medial auf. Die Politik setzt sich auf dieses Thema. Es beginnt eine politisch-mediale Debatte, wie diese Frage zu lösen ist. Es folgt eine Gesetzesinitiative. 

Aber, so meine, sie können jetzt erstmal sagen, böswillige Interpretation, es ändert sich nichts. 

Gibt’s einen Beleg dafür? Ja.

An der Rentenfrage wurde dauernd rumgefummelt. Rotgrün hatte, im Sinne der Nachhaltigkeit, das Einstiegsalter schrittweise auf 67 Jahre erhöht, jetzt wird alles getan, um das wieder rückabzuwickeln. Schrittweise, für einzelne Gruppen. Hat das etwas an der gesellschaftlichen Wahrnehmung geändert? Nein! 

Ursache ist, dass kein Politiker aussprechen will, dass er keine Lösung hat, wie das Thema Rente „gerecht“, innerhalb dieser Generation, aber auch im Verhältnis dieser zu den nächsten Generationen zu lösen wäre. Aber niemand will es zugeben.

Die Spzialdemokraten müssten das doch längst begriffen haben. Sie haben gute Minister, waren in dieser Legislaturperiode innenpolitisch extrem erfolgreich. Sie haben mit Mindestlohn und anderen Gesetzen vieles in ihrem Sinne verbessert. Aber zahlt das auf sie ein? Nein! 

Weil es gar nicht darum geht, ob dieses oder jenes Gesetz dieses oder jenes besser macht. Sondern, ob man die Bürgerinnen und Bürger an dem Abwägungsprozess beteiligt. Oder Vertrauen schafft, dass die Führungspersonen das schon richtig machen. 

Jetzt kommt Schulz. 

So vollmundig, wie der jetzt kommt, muss er auf die Schnauze fallen. Weil er mit seinem Anspruch das Grunddilemma der Politik, dass sie sich ständig überhebt, dass sie den Anspruch hat, Dinge zu lösen, die sie gar nicht lösen kann, nicht auflöst. 

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Innenansichten. Was tut sich eigentlich in einer Partei, in einer Fraktion, in einer Regierung, wenn eben ein Problem aufschlägt. Sagen wir doch einfach mal, die Gerechtigkeitsfrage. 

Sie fängt an, zu diskutieren, wie man das Problem lösen kann. Nun ist Gerechtigkeit ja etwas, das man tatsächlich nicht herstellen kann, weil schon zu klären wäre, was gerecht ist, wie es denn herzustellen wäre, ob es denn am Ende mit anderen Zielen konfligieren würde (vielleicht gibt es ja auch in Nordkorea Gerechtigkeit, aber zu dem Preis der Armut, so etwas mindert die Attraktivität des Ziels Gerechtigkeit doch erheblich). Also geht man ins parteieigene Ideenregal und schaut nach, welche der dort gelagerten Standardideen denn geeignet ist, um im eigenen Umfeld Zuspruch für die zu ergreifenden Maßnahmen zu erhalten. Klassischerweise wird man da eine oder mehrere Zielgruppen identifizieren, die besonders bedürftig sind, für die wird man dann ein Programm aushecken, das Programm wird innerparteilich, bei Regierungskonstellationen auch innerhalb der Regierungskonstellation “verdealt”, entweder, indem dann der politische Partner Ideen aus seinem Regal mit einbaut oder eben ein Kompensationsgeschäft stattfindet. Gibst du mir das, also ein Förderprogramm für alleinerziehende Eltern, dann gebe ich dir das, z.B. eine Rentennachbesserung für was weiß ich. Das Ganze führt zu wachsenden Kosten, während die Umverteilungsmechanismen typischerweise standardisiert sind, zu Mitnahmeeffekten führen und bei weitem nicht das leisten, das sie vorgeben zu leisten. Ein nüchterne Kosten-Nutzen-Bilanz findet nicht mehr statt. 

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Was gar nicht geht, wenn man nicht Angela Merkel heißt, ist einfach abwarten. Viele Probleme würden sich von selbst lösen. Oder auf unterer Ebene. Oder aus der Gesellschaft heraus. Oder es würde eben ungelöst bleiben.

Womit wir bei einer zentralen Frage wären. In der westlichen Welt, zumal im nachkriegsgepamperten (West-)Deutschland, gehen immer alle Gleichungen auf. Es wird nicht bezweifelt, dass Gerechtigkeit politisch herzustellen ist. Schon kategorial lässt sich das Problem nicht lösen, instrumentell aber auch nicht. Denn in einer alternden, unter verstärktem Wettbewerbsdruck von außen stehenden Gesellschaft wird der Korridor der Lösungsfindung immer enger. Es geht also auch und vor allem um Resssourceneffizienz. Es ginge dann auch um die Frage, abzugleichen, ob die Maßnahme, die man ergreift, im Verhältnis zu anderen Maßnahmen sinnvoll ist. Oder vielleicht nur nett, schön, aber nicht zielführend. Oder nicht zielführend genug. 

Zu einer solchen Abwägung unter Effektivitäts- und Effizienzgesichtspunkten ist aber Politik, qua Handlungsdruck und vollbestücktem Instrumentenregal, gar nicht in der Lage. 

Von der anderen Frage, ob Politik fähig ist, einmal gegebene Versprechen, Zuwendungen, wieder zurück zu nehmen, will ich gar nicht sprechen. Die Energiewende zeigt, wie schwer das ist, wenn aus Innovatioren von Gestern Subventionsempfänger von Heute werden. Obwohl die Subventionsempfänger von vorgestern ja auch noch am Tropf hängen. 

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Was würde das alles jetzt eigentlich für eine “richtige” Politik bedeuten? 

Zuallererst müsste man die Erwartungshaltung an Politik reduzieren, damit Politiker überhaupt als erfolgreich wahrgenommen werden können.

Zuallererst: Politik muss sich aus ihrem klinisch reinen, widerspruchslosen Weltbild befreien. 

In der Politik gibt es nur “Win-Win”-Situationen. Win-Win-Situationen sind aber oft Deals, die man auf Kosten Dritter macht. Oder die man macht, um Konflikte zu vermeiden. 

Da werden dann oft Loose-Loose-Situationen draus. Davon hat niemand etwas.

Politik, die sich auf die Unsicherheit der Welt einlässt, muss sich von Routinen und Reflexen verabschieden. Nicht alles, was prinzipiell richtig ist, ist auch zum jeweiligen Zeitpunkt richtig. Das zu erkennen, helfen einem keine ideologischen Überzeugungen, sondern nur nüchterne Abwägung und ein gutes Bauchgefühl. “Windows of Opportunity” ist ganz wichtig in der Politik. Aber weil das nicht planbar ist, weil es auch von Stimmungslagen und anderen Rahmenfaktoren abhängt, deswegen muss eine Politiknach Plan oder nach Rezeptbuch scheitern. 

Im Klartext: Linke Politik, die ihrem Instrumentenkasten vertraut und deswegen die Standard-Werkzeuge bereitlegt, um die Welt nach ihrem Gusto umzugestalten, muss qua Situation scheitern. 

Beim Gerechtigkeitsthema sagt die Linke immer, der Neoliberalismus wäre schuld. Das ist, als würde man der Nacht den Vorwurf machen, sie verursache die Angst vor der Finsternis. Das führt nicht dazu, dass die Nacht ausbleibt. Besser ist es, wenn man drüber nachdenkt, wie man durch die Nacht kommt, indem man Lösungen sucht, mit der Finsternis umzugehen. 

So wie mit der objektiv neoliberalen Situation. Kapital ist flüchtig, weil es global eben keine oder nur sehr zaghaft sich entwickelnde Governancestrukturen gibt. Es kommt also zum globalen Wettbewerb. Regellos. Zu dem muss sich jedes Land verhalten.

Und aus diesem globalen Wettbewerb heraus entwickeln sich dann neue Institutionen und Regeln und Arrangements.

Das hat auch schon zu Zeiten Luthers geklappt, allerdings erst nach einem siebenjährigen und nem dreißigjährigem Krieg. Den wollen wir natürlich vermeiden, aber wie wir ihn vermeiden können, wissen wir derzeit nicht. 

Was kann also Politik in dieser Situation? Sie kann den Laden zusammenhalten. 

Wie hält man den Laden zusammen? Vertrauen. Vertrauen in Personen. Die Personen dürfen dann (in Grenzen) machen, was sie wollen. Das parteieigene Instrumentenregal beibt geschlossen. Die Kritiker halten die Klappe. Bis irgendwann einer kommt, der mehr Hoffnung schöpft. 

So ist das. Rudelverhalten

Die CDU hat es da übrigens einfacher. Die CSU auch. Da gibts noch nen Leitwolf, und solange der liefert, kann er auch Zickzack laufen. Die CDU ist eine Machtpartei. Noch, bin mir nicht sicher, wie lange das bleibt, wenn jetzt lauter studierte Politikwissenchafler das Ruder übernehmen. Dass werden sie grün-sozialdemokratische Mimikrys. Marktwirtschaft adieu!

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Und was hat das mit den Grünen zu tun? Die Grünen sind ein westdeutsches Nachkriegs-Projekt, postmateriell sozusagen. Das Milieu der Wissensarbeiter. Nutznießer von Globalisierung, Weltinterpretentum. Die Soziologie als Muttermilch grüner Gesinnung. 

Dann sind die Grünen noch die Hochverdienerpartei. Das allerdings versuchen sie mit aller Kraft zu ignorieren. Aber wer seine eigenen Wurzeln, seine Einbettung ignoriert, kann nicht erfolgreich sein. Heißt nicht, dass man Politik nur für Reiche macht. Aber heißt, dass man sich, reflexiv, damit auseinandersetzt, wie man, wenn man sich der Unterstützung einer überdurchschnittlich verdienenden Klientel bedient, die aber auch über ein spezifisches, sagen wir “solidarisches” Weltbild verfügt, den Zusammenhalt organisieren kann. 

Darin versagen die Grünen derzeit jämmerlich. Sie klammern sich an ihr altes Weltbild. Niemand ausser Winfried Kretschmann schafft es aber, das alte Weltbild sanft durch ein neues Weltbild zu ersetzen, das Orientierung nach vorne gibt. Ich zitiere aus dem Beitrag in der Süddeutschen vom 29.4.:

Kretschmanns Rat beim Kaffee in der Villa Reitzenstein: bloß nicht zurückfallen in den Kampfmodus. Sie müssten sich auf den Klimaschutz als Kernthema konzentrieren, aber Antworten auf allen Politikfeldern geben. „Orientierungspartei sein statt Korrekturpartei“, nennt er das. Heißt: Nicht nur aufschreien, wenn einem das Wort „Nafri“ nicht gefällt. Sondern echte Antworten geben auch in der Sicherheitspolitik. „Vielleicht ist der Korrekturmodus das Richtige für eine Partei unter zehn Prozent“, sagt er, „aber das ist sicher nicht unser Anspruch.“”

Da gibt es nichts hinzuzufügen. Orientierungspartei. Nach Vorne, statt links oder rechts. Diejenigen einsammeln und binden, die das Gemeinsame in einer Welt der Veränderung erhalten wollen. Die aber auch dazu beitragen, dass wir schnell bleiben, anpassungsfähig bleiben. Die dazu beitragen, dass wir auch Lust dazu haben. Klar, auch wenn wir nicht jeden Tag Lust dazu haben. 

Innerparteilich wird man den Zusammenhalt nur dann retten können, wenn man die alte Papierfixierung, in der jeder Wahlprogrammentwurf in einem Grundsatzprogrammentwurf endet, dadurch ersetzt, indem man sich traut, zu sagen, was man in den nächsten vier Jahren für dringlich hält. Den Zusammenhalt Europas, ein gemeinsame Position zur Flüchtlingsfrage (und das wird nicht die deutsche sein, schon gar nicht die grüne, es wird eine wesentlich härtere sein), die Wehrhaftigkeit Europas, argumentativ, wenn notwendig, auch militärisch. Das alles macht die alte, pazifistische, internationale Position nicht obsolet, es ergänzt sie lediglich. Wer denkt, das sind rechte Positionen, der wartet ab, bis die Rechte diese Position übernommen hat. Interessanterweise hat Robert Habeck, der ja schon vor einigen Jahren ein Buch über “Heimat” geschrieben hat, diese Frage bereits frühzeitig beleuchtet. Zusammenhalt, Identität, nichts anderes ist Heimat, benötigt man, um sich dem anderen zu stellen. Wenn Grüne dazu ja sagen, können sie weiter oder wieder vorne sein. Können sie die aus der oberen Mitte der Gesellschaft, um die es jetzt geht, die neuen, intelektuell aufrechten und reflektierten Eliten an sich binden. Als gesellschaftlich fest verankerte Orientierungspartei. 

Im anderen Fall streiten sie sich mit Linken und Sozialdemokraten um weiter schwindende Minderheiten. Korrekturpartei. So ne Art Klagemauer auf institutionell. Die gibt es dann in Deutschland dreimal, rot, tiefrot, grün.

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Das klingt alles hart, aber so ist die Welt. Die Wählerinnen und Wähler haben das längst begriffen, man muss sich nur mit ihnen unterhalten. SIe vertrauen nur Menschen, die sich selbst vertrauen. So verdruckst, wie die Grünen derzeit auftreten, ist da niemand dabei (doch, Robert nehme ich da aus). 

 

Führung erfordert Mut. Mut von Menschen. Wer hat den Mut, seinen Handschuh in den Ring zu werfen? 

Die Arbeit tun die Anderen. Klassenkampf und die Priesterherrschaft der Intellektuellen, ist der Titel eines Buches, das Helmut Schelsky 1975 geschrieben hat. Schelsky, ein damals angefeindeter “rechter” Soziologe, dem der Aufstieg der 68er sicher zuwider war. 

Trotzdem steckt in dem Buch viel Kluges. Der Plot ist ziemlich einfach: Wenn ich den Menschen eingeredet habe, dass Politik alles kann, dann nehmen sie die Welt auch so wahr. Die anderen, also die, die die Wirtschaftskraft auf die Beine stellen, mit der diese Umverteilungsleistungen bewältigt werden, sind entsprechend die fleißigen Bienen, die Zulieferer, die Unbeachteten, jedenfalls die, die eben nicht an der symbolischen Macht teilhaben.

Die Arbeit tun die Anderen, mit diesem Ansatz werden aber auch viele politische Debatten geführt. Das geht dann so, dass man Papiere erstellt, in denen man auflistet, was getan werden müsste. Die Glaubwürdigkeit eines Papiers wächst für mich in dem Maße, in dem es benennt, was der Autor, oder die Gruppe, die der Autor vertritt, selber dazu beitragen kann und muss, damit ein Problem behoben wird, ein besserer Zustand erreicht wird. 

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Der Bundesinnovationsfonds ist ein Bundesillusionsfonds, so einer meiner früheren Beiträge. Zwar hat mich Arno Elmer auf einen interessanten Aspekt aufmerksam gemacht, den ich mal den „Büchse der Pandora“-Effekt nennen will.

Der geht so: Wenn mal in dieser Größenordnung Gelder ausgeschüttet, die, wie wir in der eHealth-Gesetz 2.0 Arbeitsgruppe der HIMSS DACH-Community konstatiert haben, doch ziemlich oft in Kanäle für digitale Infrastruktur fließen, kriegt man die Büchse nicht mehr zu.

Vorläufig aber gehen die Punkte an mich. Denn die Büchse geht nicht auf.

Kurzform: Der Büchsenöffner klemmt. Der Büchsenöffner, das ist das DLR, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das sich, solange die Luft- und Raumfahrt in Deutschland nich läuft, als Projektbearbeiter betätigt. Den Büchsenöffner betätigt der allseits als tatkräftig bekannte G-BA-Chef Hecken.

So geht staatlich verordnete Innovation in Deutschland. Das wusste auch schon Lenin. (Dessen Durchquerung Deutschlands jährt sich dieser Tage zum 100. Mal!).

Aber wir hoffen weiter, dass die Amis, die Nordeuropäer und UK solange warten, bis wir, die Deutschen, die Innovation nochmal selbst erfunden haben.

Das sehe inzwischen nicht mehr alleine so. Die DAZ zitiert heute die geschätzte Geschäftsführerin des BMC, Dr. Susanne Ozegowski, die sich einschlägig äußert.

Alles dokumentiert in der DAZ online: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/01/10/hoffnungsschimmer-beim-innovationsfonds/chapter:all

Auch die Ärztezeitung äußert sich kritisch.

Vielleicht wäre es doch mal an der Zeit, über eine institutionelle Neuordnung in Sachen Gesundheit nachzudenken. Die Monopolkommission der Bundesregierung hat ja schon ein paar Vorschläge gemacht, wie man Bewegung in die Bude kriegen würde.

Die Grüne Erfolgsgeschichte

Keine Partei wurde mehr angefeindet. Und keine Partei hat in fünfzig Jahren Deutschland mehr verändert als die Grünen. 

Vor 37 Jahren angetreten, waren wir Außenseiter. Wir haben mehr Demokratie, gleiches Recht für Frauen, Minderheiten und Lebensformen gefordert, wir haben Wirtschaften im Einklang mit der Natur gefordert. Und wir haben begonnen, die Welt mit den Augen der anderen zu sehen. Der Menschen in den Ländern der Dritten Welt, in Afrika, in Südamerika. 

Heute können wir sagen: Wir haben viel erreicht. 

Statt Atomkraftwerke werden in Deutschland Solarmodule und Windräder gebaut, wir reden über Energiesparen, wir dämmen unsere Häuser, die alten großen Stromkonzerne sind Wracks ihrer selbst geworden, einer direkt, einer indirekt in öffentlicher Hand. 

Das heißt aber auch: Die Sorgen der anderen, wie mit den Arbeitsplätzen dieser Stromkonzerne umzugehen ist, sind unsere Sorgen geworden. In Baden-Württemberg genauso wie in NRW. 

Nicht alles hat geklappt, obwohl wir es nicht falsch gemacht haben. Mit grünen Konzepten schwarze Zahlen schreiben wollten wir. Tatsächlich hat der Weltmarkt und die Hybris mancher Solarunternehmer den deutschen Vorsprung in der regenerativen Energietechnik aufgefressen, sprich aufgekauft. 

Und auch das Konzept der „Bürgerenergie“, erkennen wir, ist ein Ansatz, um den Umbau der Energiewirtschaft voranzutreiben. Wir benötigen große und kleine Unternehmen, engagierte Bürger, Energiegenossenschaften und langfristige Investoren.

Die andere Geschichte derselben Zeit.

Gleichzeitig hat sich vieles anders entwickelt, als wir es gedacht hatten.

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Komme gerade vom Grünenparteitag in Berlin, Aufstellung der Landesliste. Ich will jetzt gar nicht auf die Ergebnisse eingehen, sondern lediglich auf den Tenor, der über allem liegt. 

Denn trotz schlechtester Wahrnehmung im Bund platzen die Grünen in Berlin nachgerade vor Kraft. Was sie in Berlin alles toll machen (dabei haben sie erst gerade mit Regieren angefangen, an den Ergebnissen wollen wir sie messen), in welch schrecklichem Zustand die Welt, Afrika, Europa, Deutschland ist. Und dass man das dringend ändern muss. Welch katastrophale Ungerechtigkeit herrscht, in Deutschland, Europa, der Welt, und dass man das dringend ändern muss.

Am Schluss gibt es so viel dringendste Probleme, die man ändern muss, dass man gar nicht mehr weiss, wo genau die Grünen dann eigentlich anfangen würden. 

Einen Tag Grünen Parteitag, und der Zuhörer hat den Eindruck, in Deutschland stopft sich nur eine Handvoll Superreicher alles in die Taschen, den anderen bleibt nichts. Und man könnte ja total viel ändern, nur die anderen Parteien tun halt nichts.

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Ein Thesenpapier von KovarHuss Policy Advisors (Nikolaus Huss)

Das Gesundheitssystem benötigt mehr Spielräume, um von sich aus neue Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln und zu nutzen. Das erfordert eine Reflektion des gesundheitspolitischen regulativen Rahmens, seiner institutionellen Ordnung und der Leistungshonorierung. 

Ich will mal thesenartig verdichten, was dafür notwendig wäre: 

1) Eine Gesundheitspolitik, die bereit ist, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen und einen belastbaren Rahmen für ein sich selbst erneuerndes Gesundheitswesen zu setzen.

2) Eine Versorgungsforschung, die über den Tag hinaus denkt. Und nicht nur auf die, zugegebenermaßen großen die Auftragshäppchen schielt, die innerhalb des jetzigen Gesundheitssystems zu vergeben sind. Wir betrachten Versorgungsforschung als freie Wissenschaft, die sich dazu bekennt, neue Antworten und Leitbilder zu entwickeln, bevor ein konkreter Bedarf dafür existiert.

3) Ein Systemdesign, das folgenden Gedanken Raum gibt: 

  • Wir stehen vor einer Zeit, die laufende Anpassungen auch im Gesundheitsbereich notwendig macht. Die demographischen Veränderungen führen zu anwachsender Nachfrage und veränderten Gesundheitsleistungen. Diese Nachfrage wird die Kosten der Gesundheitsleistungen explodieren lassen, wenn sie im bisherigen Rahmen stattfinden. Gleichzeitig bieten neue Erkenntnisse und Verfahren (medizinisch-therapeutische und informationstechnische Innovationen) ein enormes Potential für einen effektiver und effizienter arbeitenden Gesundheitsbereich. Neue Informationstechnologie, Big Data und ihr Potential kann aus der Versorgung heraus sehr viel differenziertere Konzepte für Diagnose und Therapie zu entwickeln, Gendiagnostik, neue (Bio-)Therapeutika, stärkere Differenzierung nach Versicherten/Patientengruppen (eventuell auch durch unterschiedliche Versicherungsangebote) neue Versorgungs -und Therapieangebote und -Philosophien werden möglich. 
  • Die Lebenswirklichkeit der Menschen differenziert sich. Unterschiedliche Lebenslagen, variierende Gesundheitsphilosophien, unterschiedliche kulturelle Hintergründ erfordern eine neue Vielfalt in der Gesundheitsversorgung.
  • Die öffnende Frage muss sein: Was kann Politik tun, um dieses Innovationspotential ohne die bekannten Gremienblockaden in die Gesundheitsversorgung einfließen zu lassen. 
  • Politik muss einen Rahmen schaffen, der es zulässt, bessere Leistungen anzubieten, weil der Nutzen für den Anbieter, höhere Rücklagen, die Risiken überdeckt. 
  • Die Idee des G-BA war, eine ganzheitliche Steuerung des Gesundheitswesens im Gesamtinteresse zu ermöglichen. Nüchtern kann man feststellen, dass die zentrale Stellung des G-BA dazu geführt hat, dass sich die Politik oftmals aus ihrer politischen Verantwortung stiehlt und sich der G-BA zunehmend zu einem Bollwerk von Bestandsinteressen entwickelt, gegen dessen Entscheidungn zudem vor Gericht geklagt werden kann. 
  • Die im Umfeld des G-BA aufgebaute wissenschaftliche Kompetenz steht in der Gefahr, wissenschaftlich getarnte Interessensrepräsentation zu werden statt unabhängige wissenschaftliche Expertise. Das Interesse an Kostenbegrenzung ist evident. Stattdessen muss wissenschaftlich gestützte Handlungsexperise vorrangig bei den Akteuren angesiedelt werden, um bessere Leistungen erbringen zu können oder die Leistungen besser erbringen zu können. 

4) Das Konzept der „freien Berufe“ muss sich dem Wettbewerb anderer Anbieterformen stellen. Aus institutionellen Gründen kann das Konzept des „freien Berufes“ ein Hemmschuh gegen größere, neu entstehende „systemische“ Lösungen sein. Die Betriebsgröße eines niedergelassenen Arztes ist zu klein, als dass er sich kontinierlich mit den notwendigen Veränderungen in Diagnose, Therapie und Versorgung auseinandersetzen kann und die notwendigen Investitionen in Fortbildung und Innovation zu tätigen. Freiwillige Vernetzungsangebote werden nicht im notwendigen Maße genutzt. Nur durch echte Konkurrenz werden die notwendigen Veränderungen ohne vorherige Gremienentscheidung eingeleitet werden können. Ähnliches gilt für die überkommene Form der Apothekenorganisation. Schlußfolgerung: Niedergelassene Ärzte können niedergelassen Arbeiten, müssen aber künftig in Wettbewerb zu institutionell anders konstituierten Anbietern auftreten (Kliniken, Versorgern). Das erfordert,

  • rechtliche Öffnungen
  • Angleichung der Vergütungssysteme
  • Möglicherweise eine Regionalisierung der Versorgungsbudgets

5) Aus der Innovationsforschung können wir lernen, dass viele Verbesserungen und Innovation nicht von Anfang an ihren Nutzen beweisen können. Vor diesem Hintergrund müssen laufende Optimierungsprozesse „aus den Institutionen heraus“ zur Triebkraft eines verbesserten Gesundheitssystems führen. Das steigert die Motivation der Beschäftigten, verlangt aber von der Politik, dass sie sich einerseits zurückhält, um unternehmerische Entscheidungen (Rücklagenbildung) zu ermöglichen, muss aber andererseits Konflikt und interventionsfähig sein, um selbständige Veränderungen/Anpassungen nicht zu unterminieren. 

6) Das Konzept der Evidence based Medicine ist vor diesem Hintergrund zu relativieren. EBM kann im Idealfall messen, ob die Intervention den erwünschten Erfolg erzielt hat. Sie misst also die Effizienz (Die Dinge richtig tun) der entsprechenden Maßnahme. Schon dabei erscheint oftmals die Suche nach Parametersurrgaten oftmals vorrangig vor der Frage, ob in realen Kontexten eine Ergebnisverbesserung erzielt werden kann. Für die Wiederentdeckung der Effektivität einer Maßnahme (Die richtigen Dinge tun) gibt es derzeit noch keine entsprechend „einfachen“ Messinstrumente. Vor diesem Hintergrund ist das EBM-Konzept zu relativieren, es muss mit neuen Forschungs- und Evaluierungskonzepten gearbeitet werden, die multidimensionalen, längerfristigen Konzepten gerecht werden können. (Multivariate Real-Time-Analysen).

7) Die Rolle der Versicherten/Patienten im Gesundheitssystem ist neu zu denken. Die Entsendung von Patientenvertreter in Zentralgremien ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz für zunehmend selbstbewusste Versicherte. Auf unterschiedliche Lebensstile, ethnisch-kulturelle Haltungen muss stärker mit fokussierten Angeboten reagiert werden. Der rechtliche Rahmen und der Leistungskatalog muss auf die wachsende Differenzierung der Gesellschaft reagieren. Wie ist das möglich, ohne dass eine Ausgrenzung „uninteressanter“ Zielgruppen stattfindet? 

8) Diese ordnungspolitische Diskussion findet vorläufig neben der laufenden gesundheitsadministrativen Debatte statt. Wir halten es jedoch für notwendig, jetzt in diese Diskussion einzusteigen, damit die absehbaren Veränderungen, der absehbare Nutzen von Innovation für die Gesundheitsversorgung sein Potential aus erschließen kann. 

 

Mein Ceterum Censeo lautet: Ich bin Grüner. Ich glaube, dass die Mehrheit der grünen Mandatsträger sehr reflektiert und klug ist, über die Pseudo-Fundi-Realo-Grenzen hinweg. Soviel vorne weg. 

Trotzdem kommt dann so ein Grüner Transformationsbericht „Grüner Wirtschaften. Für mehr Lebensqualität“ heraus, bei dessen Lektüre man sich fragt, wie es sein kann, dass so kluge akademische Köpfe eine Aneinanderreihung von Grundsatzprinzipien als ein Konzept für grünes Wirtschaften betrachten. 

Im Grunde hätte man den Bericht auch auf eine Seite zusammenschrumpfen können. Auf der stünde dann, dass ökologischer Umbau auch gerecht sein muss, auch die Finanzwirtschaft einbeziehen muss, partizipativ sein muss Weil heute ja immer ständig alle gefragt werden müssen. 

Gähn!

Das Einzige, was nicht gefragt wird, ist, ob unter diesen Bedingungen auch noch Innovation stattfindet. Selbst in der hässlich ungerechten Welt von heute gibt es ja jede Menge Innovationspleiten. Scheitern gehört zum Konzept der Innovation. Jetzt so zu tun, als könnten die Grünen den Innovationspfad definieren, indem sie schon mal ganz viele Kriterien benennen: Vergiss es. 

Nur ein Zitat:  

Für uns ist dabei entscheidend, dass bei der ökologischen Modernisierung gute Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und tariflicher Schutz gelten. Gleichzeitig setzen wir uns für zukunftsfeste soziale Sicherungssysteme, eine armutsfeste Grundsicherung und eine gerechte Verteilung von Teilhabechancen, Einkommen und Vermögen ein. Denn die ökologische Modernisierung funktioniert nur in einer Gesellschaft, in der es für alle gerecht zugeht.

Amen. 

Als Akademikerpartei vergessen die Grünen, dass gut gemeint, oder gut definiert, nicht gut gemacht ist. Ich stimme zu, dass ökologische Modernisierung auch soziale Rahmenbedingungen braucht. Aber warum ist das Silikon Valley innovativ und Deutschland höchstens pfadinnovativ?

Weil es eben rücksichtslos ist dort, manche wollen Knete machen, manche wollen die Welt verbessern, manche wollen sich ein Denkmal setzen, die unterschiedlichsten Motive. Nur dann kann es klappen. Nur, wenn man ein gehöriges Maß an Ungleichheit und Gewinnchancen zulässt. 

Der Open-Source-Gedanke, z.B., theoretisch eine gute Idee. Alle teilen alle Ergebnisse miteinander, dann geht es schneller voran. Was ist aber, wenn für manchen der Innovatoren der Wunsch, alle anderen zu schlagen, der Wunsch, damit viel Knete zu machen, der ausschlaggebende ist. Und was nutzt es, in einer Welt, in der Quasi-Oligopolisten, Google, Microsoft, Apple Standards definieren, die, wenngleich auf privatwirtschaftlicher Basis, Standards definieren. 

Es gibt für alles eine Zeit, für offenes Arbeiten und für Abgrenzung. Aber die Grünen weinen dem alles immer Open Gedanken nach. Amerikaner sind da pragmatischer. Mal so, mal so. Deswegen sind sie erfolgreich. 

Oft ist es das richtige Abwägen zwischen individuellen, eigenen Interessen und übergeordneten, oder allgemeinen Interessen, die zum Ziel führt. 

Abwägen. Auf die richtige Mischung kommt es an. Nicht auf „Mehr von allem“. 

Glaubt grün wirklich, dass Menschen mit hoher ethischer Ausrüstung die Dinge besser voran kriegen? Braucht man nicht die Hybris eines Steve Jobs, der übrigens manchmal zuvor an die Wand gelaufen ist, beileibe kein netter Mensch, braucht man nicht manchmal die Selbstüberhöhung eines Elon Musk, von der Rücksichtslosigkeit des UBER Gründers Travis Kalanick, um Dinge schnell und disruptiv voran zu bringen? Für andere Grenzüberschreitungen sind dann die Strafgerichte zuständig.

Es geht mir nicht darum, Rücksichtslosigkeit um jeden Preis zu predigen. Aber es geht darum, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Politik, schrieb Max Weber, beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit. Und nicht mit der Ausschmückung und Beteuerung höchster Ziele. 

So bleibt es ein Wunschkatalog. 

Berichte fressen Bäume auf!

Der Kern des grüne Transformationsberichtes ist der Grüne Wohlstandsbericht. Für den feiern sich Realos wie Fundis. Super Idee, nicht nur ökonomische Messzahlen, sondern acht Indikatoren zu bilden und jeden dieser Indikatoren rot, gelb oder grün zu setzen. Die Indikatoren: 

I Ökologischer Fußabdruck im Verhältnis zur Biokapazität, II Artenvielfaltvielfalt und Landschaftsqualität III  Einkommensverteilung (80/20 Relation) IV Bildungsindex, V Nettoinvestitionsquote indikator VI Produktion von (potentiellen) Umweltschutzgütern als Anteil der Wertschöpfung VII Gesunde Lebensjahre VIII Governance Index.

Ich bezweifle nicht, dass das gute Maßstäbe für eine umfassende Beschreibung der Gesellschaftsentwicklung sind. Ich bezweifle aber, dass das, außer einem perpetuierten schlechten Gewissen und außer ein paar wissenschaftlichen Arbeitsplätzen eine steuernde, gar wegweisende Funktion für die reale Entwicklung der ökonomischen Entwicklung hat. Es wird eine permanenten Quelle planerisch-politischen Selbstbetrugs. Die DDR lehrt, dass es einfacher ist, Zahlen zu fälschen als die Wirklichkeit weitreichend zu verändern. Die wiedervereinigte gesamtdeutsche Politik ist bald wieder so weit!

Das Weltbild der Grünen, also, unser grünes Weltbild stößt längst an Grenzen. Es sind die Grenzen einer globalisierten Welt, in denen keine Weltregierung eine „Weltinnenpolitik“ exekutieren kann, sondern in der nur Verhandlungslösungen, auf europäischer, auf globaler Ebene, und die Dymamik von Innovation, also Erfindungen Veränderungen bewirken. 

Was ich in diesem Konzept vermisse, ist, dass offen davon geredet wird, dass potentielle Zielkonflikte bestehen. Dass präzisiert wird, mit welchen Instrumenten man diese Ziele erreichen will (Nein, Förderprogramme sind es in den wenigsten Fällen). Dass darüber geredet wird, dass die Energiewende zwar ne gute Idee war, aber wir aus den Fehlern der Energiewende gelernt haben. 

Und was wir daraus gelernt haben. Das wäre Brainfood vom Feinsten. 

Der grüne Transformationsbericht ist ein Glaubensbekanntnis. Das macht die Ziele nicht falsch. Das führt aber dazu, dass die Grünen unterkomplex diskutieren und so das intellektuelle Potential, über das sie verfügen, nicht aktivieren können. 

Schade eigentlich. Deutschland hätte eine Partei in der Mitte des politischen Spektrums vertragen können, die „Noch vorne denkt“. Die nicht nur die Silbe -wende vor Energie-, Landwirtschaft-, Verkehr- und Finanzen klemmt, sondern in all ihrer reflexiven Intellektualität sich selbst der Herausfordurng stellt, sich neu zu erfinden. 

Die Alternative liegt auf der Hand: Begriffskaperung und Verdrängung. Merkels macht es vor. 

Meine grünen Freundinnen und Freunde im Bundestag sollten auf der Hut sein. Die andern schlafen nicht. Loyalität ist begrenzt, auch beim hochverdienenden Klientel. Die Zeiten der Claudia Roth verehrenden Zahnartzgattinnen geht zu Ende. 

Die Einschläge rücken näher. 

Der Westen hat ein Problem. Oder vielmehr, nicht DER WESTEN, sondern die rationalistischen Eliten des Westens. Sie glauben an Rationalität, rationale Entscheidungen, Vernunft, eine heile Welt, also eine Welt, in der die Gleichungen aufgehen, was heißt, in der es eine gute Lösung gibt. 

Was aber, wenn das nicht stimmt?

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Erinnerung: Alle reden von der Einheit, wir nicht. So sind die Grünen schon einmal falsch abgebogen. Sie haben die Realität geleugnet und so aus dem Parlament gekickt worden. Die Ossis haben sie gerettet. 

Worstcase-Szenario 2017: Die Grünen kommen unter 5%, nur die Direktkandidaten Cem Özdemir und Canan Bayram kommen in den Bundestag und halten die grüne Flagge als Direktkandidaten hoch, während der Rest sich auf Jobsuche begibt oder über das Scheitern nachdenkt. Die Idee ist nicht von mir, bringt es aber auf den Punkt: Der grüne Kern träumt lieber weiter, anstatt sich den Unbilden der Wirklichkeit zu stellen. 

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