Links-Rechts war gestern. Die neue Polarisierung

Der alte Analyseraster war ja links und rechts. Oftmals funktional definiert, also mehr Staat und mehr Umverteilung (links) oder mehr Markt und Laize Faire.

Die neue Polarisierung sortiert sich aber nach anderen Kriterien: Es ist die Klimafrage, es ist die Frage, ob man wissenschaftliche Erkenntnisse wahrnimmt und in sein Weltbild einbaut; ob man multilaterale Lösungen sucht; – oder eben, ob man das alles leugnet, verdrängt, schwach redet, weil man weiter vom Gestern träumt. Vom Nationalen. Vom Abgegrenzten, was beim Exportland Deutschland etwas absurd wäre.

Es geht nicht darum, wer recht oder Unrecht hat. Es geht darum, dass diese neue Sortierung, multilateral oder national, diese neue Grenze anhand der sich neu sortierenden soziokulturellen Milieus bildet. Diese Milieus definieren sich aus der ökonomischen Lage (und Erwartungslage), dem Weltbild (Wie halte ich es mit der Wissenschaft, wie stark sind wir einem rationalen Politikbild verpflichtet) und der Zuversicht, mit der man nach vorne blickt.

Auf der Strecke bleiben die in der Mitte; – und das sind halt die SPD, der ihr Kernmilieu abhanden gekommen ist, und die CDU.

Jetzt kommt es darauf an, wer besser und nachhaltiger in den Milieus der anderen wildern und neue Milieus an sich binden kann.

Es kommt also auch darauf an, welche der Parteien ihr Selbstverständnis schneller und besser modifizieren kann.

Für die Grünen steht es an, ihre Instrumente zu reflektieren. Globalisierung, disruptive Digitalisierung werfen traditionelle Konzepte, schwerfällig ideologische Politik über den Haufen. Und trotzdem bleibt die Klimafrage relevant.

Nicht einfach.

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