Liebe an der Macht. The inofficial Story of democracy

Was uns die Geschichte von Barack und Michelle Obama über Macht erzählen kann.

Eine ganz interessante Dokumentation, die zeigt, dass die Welt nicht so einfach ist, wie uns unsere Politiktheorie glauben machen will.

Die offizielle Storyline von Politik in demokratischen Staaten:

  • Verschiedene Parteien stellen sich mit ihren Theorien zur Wahl.
  • Die Wählerinnen und Wähler informieren sich über die Programme und entscheiden dann, welche Partei sie wählen.

 

  • In Deutschland geht dann immer noch die Geschichte um, dass alles für das Wohl des Ganzen ist.

Und das ist die Geschichte, den der Beitrag über Barack Obama auch erzählen kann.

  • Präsident Obama ist eine Repräsentationsfigur für Millionen von Menschen.
  • Es geht nicht um politische Inhalte, sondern um Repräsentation, vor allem:
    • einer sozialen Gruppe, in diesem Falle der Schwarzen
    • einer Vision von Gesellschaft, in der jeder, der etwas leistet, die Tellerwäscherkarriere schaffen kann
    • dem Ende einer Epoche geistig-moralischer Finsternis, in der eine Selbstbedinungselite den Staat gekapert hat und alle für ihre Abenteuer bluten lässt.

Die Mischung von Kandidaten und „Repräsentanzfaktor“ macht’s.

Vor dem Fernseher sitzend ahnt man, wie stark die audiovisuellen Medien inzwischen die primären Transportkanäle für Botschaften aus der Politik in die Öffentlichkeit sind: Es geht nicht um Konzepte, es geht um öffentliche Repräsentation. Es geht um gefühlte Repräsentation.

Es stellt sich dann doch die Frage, inwieweit die in die Projektionsfläche Obama projezierten Wünsche realistischerweise einzulösen sind. Wer die Thesen aus Gerhard Schulzes „Erlebnisgesellschaft“ kennt, weiß, dass Enttäuschung systematisch vorprogrammiert ist.

Wie geht eine Gesellschaft mit einer entsprechenden Enttäuschung um? Und wie geht eine Gesellschaft damit um, dass nur um den Preis der immer stärker werdenden Inszenierung politische „Führung“ möglich ist.

Was ist von der These zu halten, dass dieser Hang zur Inszenierung eigentlich als gesellschaftlicher Suchtzustand zu betrachten ist, weil er nach der Enttäuschung (in Deutschland: Schröder) nur immer wieder den Wunsch nach einer noch stärkeren Droge aufkommen lässt.

Das Beispiel Berlusconi zeigt übrigens, dass nicht immer die perfekte, sondern die unmittelbarste Inszenierung greift. Und wir harren noch der Erklärung der Tatsache, dass wir mit Angela Merkel jemand an der Spitze haben, der quasi das komplette Gegenteil davon betreibt: Entzug der Öffentlichkeit, Politikmanagement aus dem Hintergrund, Moderation von Konflikten, aber, und das ist die Crux, Verzicht auf jegliche politisch-inhaltliche Führung. In jedem Falle werden wir sehen, wie die Geschichte weiter geht.

Fragen über Fragen!

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