Journalismus ist nicht gleich Journalismus. Nachbemerkung.

Wir differenzieren: Es braucht ein paar Dickschiffe der Meinungsbildung, die die Kraft und den Saft haben, zu recherchieren und die Entwicklung der Welt zu reflektieren.

Die gibt es in Deutschland noch.

Und dann die Provinzzeitungen. Das waren lange gutgehende Geschäftsmodelle, die davon gelebt haben, dass sich Journalisten mit Redaktionsstatuten gegen die Meinungsmacht der Verleger behaupten wollten. Sozusagen kodifizierter Waffenstillstand. Die Verleger haben sich immer wieder geärgert, dass irgendwelche Journalisten von ihrem Geld den einen oder anderen Unsinn zusammenschreiben. Oder ihre eher linken gegen die eher rechten Weltbilder ihrer Verleger durchsetzen wollen.

Geht und ging es da wirklich immer um guten Journalismus? Oder nicht um die Macht innerhalb des Gefüges Zeitung? Um Status, Unabhängigkeit, Eitelkeit etc. Wenn sich diese Pole jetzt weiter verfestigen, wer hat eigentlich etwas davon? Die Verleger müssen Geld verdienen, die Journalisten sollten tunlichst daran interessiert sein, Blätter zu machen, die mögliche Leser interessieren oder potentielle Leser anziehen könnten.

Insofern müssten sich Redaktionen und Verleger gemeinsam auf die Suche machen. Nach Lesern, Nutzern, Zahlern. Auch wenn man Personal abbauen muss, weil sich das Ganze nicht finanziert.

Der Waffenstillstand um Redaktionsstatut ist ja eigentlich aufgehoben. Also wäre es an der Zeit, lebendige Regeln zu definieren, wie man gemeinsam weiterkommen kann. Ist das so kompliziert?

Und noch was an die Verleger der regionalen Blätter. Die alten Zeiten sind vorbei. Das klassische Gut-und-Böse-links-rechts-Spiel klappt nicht mehr. Die Botschaft, Gut, das ist die sogenannte konservativ-liberale Regierung, böse, das sind die rotgrünen Umverteiler. Denn, die FAZ, das Handelsblatt und die Süddeutsche haben das schon lange erkannt, das Links-Rechts lässt sich aktuell auch ganz anders definieren: Hier die planlos opportunistische „Weiter So“-Regierung, dort das politisch selbstbesoffene „Jetzt spielen wir mal politische Machthaber“-rotgrün Getue. Wenn man das so betrachtet, scheint mir das realitätsnäher. Für die Wahl stellt sich die Frage: Wähle ich, weil ich möglichst wenig politischen Einfluss will oder wähle ich, obwohl ich weiß, dass das rotgrüne Testeron dazu führt, dass sie bei 50% dessen, was sie anfassen, scheitern werden, einfach, weil es zu viel ist, weil ich nur wenige Dinge seriös tun kann, bevor die Ökonomie wieder abstürzt oder sonst ein externes Ereignis mit die Agenda definiert.

Das wäre ein interessantes Thema: Warum hat eigentlich keiner Lust auf diese scheinpolitische Auseinandersetzung? Aber darüber liest man nichts. …..

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