Helden für morgen. Johannes B. Kerner

Wer hätte das gedacht? Johannes B. Kerner hat im Zeitmagazin 9/2010 ein Interview gegeben in Sachen JBK. Warum er zu SAT1 gewechselt ist. Und wie er sich wahrnimmt. Johannes B. Kerner ist für mich der zweite der Helden für morgen. (Frau Käßmann ist für mich die Nummer 1).

Eine Laudatio:

Jede Zeit hat ihre Helden. Nur manchmal hat sie sich noch nicht klar gemacht, welche Art von Helden sie braucht.

Johannes B. Kerner wäre für viele sicherlich auf einer Gallerie der Helden ganz weit hinten. Weil er vielen zu smart ist, zu oberflächlich scheint. Die Gesprächstechnik ist ein anderes Thema (Und auch da: Talkshows leben davon, dass Menschen die Atmosphäre geboten kriegen, zu reden, Hospitality ist wichtiger als scheinbar investigativer Fragestil). Die Art und Weise, wie Kerner über seine Entscheidung redet, vom ZDF zu SAT1 zu wechseln, macht ihn überzeugend. Das „intrensische“ der Motivation:

  • Darüber zu reden, dass auch etwas zu Ende gehen kann
  • Zuzugeben, dass man auch ohne Plan nach vorne gehen kann
  • zu verstehen, dass man der Vorturner ist, aber nichts ohne seine Mannschaft. Weshalb der Komplettwechsel der Mannschaft eine seiner Bedingungen war
  • Das Anlanden bei SAT1 nicht als große Strategie, sondern als zufälliges, als außen an ihn herangetragenes Ereignis zu kommunizieren.
  • Eine reflektierte Selbstwahrnehmung zu haben („erstmal zweite Liga“) und die Perspektive als eine Art der Selbstentwicklung zu betrachten, nicht die einer Incentiv-Optimierung.

Reflexives Selbst. Johannes B. Kerner ist ein Beispiel dafür sein, dass man ein Star sein kann und trotzdem reflexiv. Nicht nur Ego-Shooter.

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