Warum sich die Grünen jetzt entscheiden müssen

Der Westen zeigt sich ratlos. Und in der Tat, es gibt keine einfache Lösung. Und, wie das rückstandslose Wirken der SPD in der Bundesregierung zeigt, der Glaube, dass man mit Umverteilung und Sozialpolitik Zusammenhalt herstellen könne, ist falsch.
Was also ist die Aufgabe der Parteien? 


Orientierung geben. Und wenn sie, wie derzeit, selbst die Orientierung verloren haben? 

Dann ist es an der Zeit, zurückzuschrauben und Akzente zu setzen. Sich besinnen und neu orientieren.
Und für die, die meinen, Parteien hätten Orientierung: Die Linkspartei schwankt zwischen nationalbolschewistischem Gedankengut und verschärftem SPD Profil, in der SPD legt der Parteivorsitzende gleich selber alle zwei Wochen die Widersprüche auf den Tisch, die Grünen richten sich mit einem desaströsen Parteitag in Münster gleich selber hin. Die CDU ist Merkel, – und auf der anderen Seite eine Partei, die wie eine Schafherde ohne Orientierung zwischen einer niedergehenden Merkel und einem aus dem Südwinkel zündelnden Seehofer hin und her getrieben scheint. 

Kein neuer Hirte in Sicht. 

 

Und rückwärts lauert die AfD. 

Unter Grünen herrscht jetzt die Meinung vor, man müsse klare Kante gegen Rechts zeigen. 

Ich sehe das differenzierter. 

Es geht darum, einer aufgeschlossenen liberalen Mitte neue Orientierung zu geben. Denn die sind bei Merkel ja nur geparkt. 
Der Erfolg Merkels: In einer Zeit, in der alle Politiker ihre Backen so aufblasen, nichts sagen. Und durch konsequentes, nichtredendes aussenpolitisches Handeln, zu überzeugen. Den Politiksandkasten Berlin einfach links liegen lassen, sprich, der SPD zu überlassen. 

Der hilft das ja doch nichts. 

Die Chance der Grünen: Jetzt, da der Kelch der Bundespräsidentenwahl an Winfried Kretschmann vorbeigegangen ist, weiterhin durch rhetorische Abrüstung und konsequent pragmatische Orientierung zu überzeugen. Next Steps, Konzentration auf das nächste, ja zur Veränderung (die Basis des ökonomischen Erfolgsmodells Deutschland ist). Und Durchlassigkeit und Chancengerechtigkeit verbessern. 

Was vielen auch stinkt: Dieses „alles verstehen“ und dadurch Konflikte auf der politischen Bühne wegmoderieren. Im Alltag, das spüren viele Menschen, brechen viele Konflikte wieder auf.

Woran Grüne arbeitEn müssen: Zu verstehen, dass nur in einer Marktwirtschaft mit politischer Rahmensetzung neue Lösungen entstehen können. 

Weil neue Wege Mut brauchen, Unbeirrbarkeit, um Neues zu wagen und Schwächen und Fehler „on the go“ auszumerzen. 

Die Schwächen politische Lösungen? Statt Dinge auf eigene Rechnung anzupacken und am Erfolg zu arbeiten, werden die Dinge theoretisch zu zerredet und ihnen durch Kompromissbildung Kraft genommen. Marktwirtschaft ist realisiertes Design Thinking at its best! 

Politische Entscheidungen haben also einen hhen Preis.  Darüber haben wir noch nicht geredet.  Wir, also, wir die Grünen, sollten aufhören, nur politische als richtige Entscheidungen zu akzeptieren. Mehrheitsentscheidungen sind Status Quo Entscheidungen. Von Ausnahmen mal abgesehen. 

Nur Grüne, die sich zur Marktwirtschaft, zu sozialem Zusammenhalt und dem steinigen Weg der Globalisierung bekennen, dabei aber auch konfliktfähig sind (und nicht nur über Regulierung reden, sondern sie da durchsetzen, wo sie funktioniert), haben die Chance zu einer 30 Prozent Partei. Die Alternative: eine grün angestrichene, staatsgläubige, aber interventionsfähige dritte linke Partei. 

Die braucht kein Mensch!

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