Erlebnisse auf dem Arbeitsamt, das jetzt Agentur für Arbeit heisst. Eine wahre Geschichte. Passiert in der 41. Kalenderwoche

Kommt eine studierte Betriebswirtin zum Arbeitsamt. Wo sie ja Kunde ist. Die derzeitige Beschäftigung, Geschäftsführung eines kleineren Betriebs endet, weil eine der Gesellschafterinnen die Geschäfte übernimmt.

Der Arbeitsberater, nett, freundlich, gesprächsbereit. Ein kurzer Blick auf die erste Seite des Personalbogens. Und schon geht es los. Er ist einer der starken Kräfte seiner Agentur für Arbeit. Er produziert Erfolgsgeschichten. Dass Akademiker nur 4% arbeitslos seinen, dass das ja so gut wie Vollbeschäftigung herrsche!!!!. Dass sich die Gesprächspartnerin keine Sorgen machen brauche, es werde sich schon etwas finden. Immerhin fast eine Stunde währt das Gespräch, dem ein Ratschlag nach dem anderen folgt. Ob sie denn Mitglied im Bundesverband der Psychologen sei, wollte der Berater von seiner Kundin wissen. Da wird sie stutzig. Denn natürlich ist sie nicht im Bundesverbandin der Psychologen. Denn sie ist schließlich Betriebswirtin.

Aufgeklärt über seinen Irrtum, redet der Arbeitsberater weiter. Nee, revidieren muss er nichts von alledem, was er sagte. Denn dasselbe gelte auch für Betriebswirte.

So sind sie, die Kunstwelten der Arbeitsverwaltung. Die Lage ist gut. Jedenfalls im Durchschnitt. Und jedenfalls noch. Die Arbeitsplätze sind gesichtert, jedenfalls die Arbeitsplätze der Arbeitsberater.

Dem staunenden Zuhörer drängt sich ein Eindruck noch einmal auf. Nämlich, dass das Arbeitsamt mit der Beratung von arbeitslosen Akademikern völlig überfordert ist. Und am besten sollte sie diese Gespräche sofort unterlassen. Dann könnte man die Arbeit auf eine statistisch kleinere Gruppe beziehen, die schwierigeren, schwer zu vermittelnden Arbeitslosen. Und mit mehr Energie kann sich der Arbeitsberater noch mehr auf seine Kunden konzentrieren. Ohne dass der Stellenpool der Arbeitsagentur noch weiter nach oben geschraubt werden muss.

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