Entideologisiert euch! Zum Beispiel in Sachen Arbeitsagentur

Thomas Öchsner in der heutigen Süddeutschen hat Recht:

„Vom „blauen Montag“ ist wenig geblieben: Bei Handwerkern war es einst üblich, nach einem arbeitsreichen Samstag am Montag gar nicht oder nur mit halber Kraft zu arbeiten. Heute ist dies die Ausnahme, besonders bei angestellten Arbeitnehmern. Kaum einer wagt es da, wiederholt blauzumachen – die Angst vor den bohrenden Nachfragen des Chefs ist zu groß. Was für Beschäftigte gilt, muss aber erst recht für Arbeitslose gelten. Haken die Jobcenter bei allzu auffälligen Krankmeldungen von Hartz-IV-Empfängern nach, ist dies ihr gutes Recht und kein Skandal.

Die Bundesagentur für Arbeit hat in einer Anweisung konkretisiert, wann Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit berechtigt sind. Legt etwa ein Hartz-IV-Empfänger immer dann ein Attest vor, wenn ein Termin im Jobcenter ansteht, ist dies für die Behörde auffällig. Dass die Arbeitsvermittler darauf schauen, ist seit Jahren so. Neu ist nur das Drumherum: Inzwischen ist genau festgelegt, wann der Medizinische Dienst der Krankenkassen eingeschaltet wird und prüft, wie krank ein Arbeitsloser tatsächlich ist.

Es ist daher besser, die Debatte weniger aufgeregt zu führen: Weder sind alle Hartz-IV-Empfänger potenzielle Blaumacher. Noch gibt es Erkenntnisse über eine Zunahme von Sozialschmarotzern. Die Bundesagentur tut lediglich das, wozu sie verpflichtet ist: mit dem Geld der Steuerzahler sorgsam umzugehen.“

Alles andere ist aufgeblasener ideologischer Quatsch. Und untergräbt die Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen.

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