Die Ressource Vertrauen. Eine wilde Spekulation

Was ist Vertrauen? Ich definiere es mal aus dem Bauch. Vertrauen ist, systemtheoretisch, Komplexitätsreduktion. Es basiert, konzeptionell, auf einer Geschichte (was hat Vertrauen gebildet) und wirkt spektulativ in die Zukunft (wen nutze ich als meine intellektuelle oder materielle oder sonst wie Ressource).

Einige Spekulationen dazu.
Vertrauen basiert auf einem emotionalen Konzept. Warum man jemandem vertraut, weiss man meist nicht. Es hat eine rationale Komponente, mit der zuvor selektiert worden ist, bevor in der selektiven Menge das Vertrauenskonzept zur Anwendung kommt.

Vertrauen ist eine subjektive Angelegenheit. Ich vertraue, aber kann ich darauf vertrauen, dass mir auch mein Gegenüber vertraut. Auch Vertrauensbildung hat eine Geschichte. Es ist individuell, es ist NICHT intersubjektiv nachvollziehbar. Allenfalls in seiner individuellen Geschichte beschreibbar.

Vertrauen ist also irgendwie, gefühlt :-), das Gegenteil eines rationalen Konzeptes. Vertrauen ist aber in Zeiten des Umbruchs die Basis für künftigen Erfolg, für ein künftiges Handlungsumfeld. Beispiel Neue Technologien: Ob jemand erfolgreich ist, hängt davon ab, ob er mit den richtigen Ideen am richtigen Platz ist. Zur richtigen Zeit. Und Vertrauen zu den richtigen Leuten hat.

Andernfalls übernimmt ein anderer sein Geschäftsmodell, seine Ideen. Oder er landet in einem Umfeld, das nett ist, recht hat, aber nichts bewegt. Oder. …… Es gibt tausende von Möglichkeiten.

Vertrauen ist quasi das Gegenteil eines wissenschaftlichen Konzeptes. Vertrauen ist Intuition. Vertrauen ist, warum Unternehmer unternehmen können. Und Wissenschaftler immer nur nachlaufen und aus einem Einzelfall eine Allgemeinaussage zu machen trachten, auf das sie dann ein Weltbild aufbauen. Vertrauen lässt in einem komplexen Umfeld handeln. Ein wissenschaftliches Konzept basiert darauf, eine komplexe (und jede Situation ist komplex) Situation auf so wenige Faktoren zu reduzieren, dass am Ende nur ein Märchen, eine Räuberpistole, ein Bild hängen bleibt, das möglicherweise ein noch falscheres Bild korrigiert (dann ist es gut), oder ein falsches Bild durch ein neues falsches ablöst, dann kann man es sich sparen. Oder eben weil es zur richtigen Zeit im richtigen Umfeld gespielt wird, Handlungsfähigkeit zur Folge haben kann.

(In diesem Zusammenhang könnte übrigens neue Technologie eine positive Rolle spielen. Beispiel Datenschutz: Ein Konzept, das in seiner Reinform nicht mehr haltbar ist (wenn es das überhaupt jemals war). Informationelle Selbstbestimmung ist eine Idee, die, würde sie konsequent exerziert, in Isolation oder kleinräumigen Mikrostrukturen enden würde. Allem anderen kann man nicht vertrauen. Es bedeutet Risiko. Und deswegen benötigen wir Risikobereitschaft, auch in der Begriffsbildung.)

In diesem Fall ist Wissenschaftlichkeit auch ein Vertrauenskonstrukt. Emotional, subjektiv, aber mit einem Objektivitätsanstrich. Wider die Wahrheit.

Erst wenn die Moderne, erst, wenn der Westen, erkennt, dass Wissenschaftlichkeit, Objektivität, Reflexion, Konzepte sind, die uns manchmal helfen, Wirklichkeit zu bewältigen, diese Konzepte aber subjektiv sind, wird DER WESTEN künftig handlungsfähig werden. In einem neuen, globalen Umfeld, in der unsere Werte Werte sind, die zur Disposition stehen. und mit Interessen abgeglichen werden müssen. In einer Zeit in der unsere Handlungsperspektive eine ist, dei sich ihren Handlungskorridor erst erarbeiten muss.

Wenn sie nicht im Abseits landen will.

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