Die Kölner Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Deutsche Politik

Traurig, aber wahr: MIt der Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland wird auf der politischen Bühne nichts bleiben, wie es ist.

 
Ein paar Thesen dazu: 
  • Deutsche Politik der etablierten Parteien suggeriert, sie hätte die Probleme im Griff. Wir sind ein friedliches Land, in der Konflkte über Gespräche, Moderation, Verständnis und mehr Geld für entsprechende Programme gelöst werden können.Ich nenne das die Ära des „symbolischen Handelns“. Auf der politischen Bühne geht es darum, Begriffe zu besetzen, Deutungsmuster durchzusetzen, mediale Präsenz zu zeigen, damit alle wieder auf ihre Plätze zurückgehen und weiter machen können. 
  • Jetzt zeigt sich am Kölner Hauptbahnhof eine andere schmutzige Realität: In einer Einwanderungsgesellschaft geht es auch darum, wie eine Gesellschaft ihre Werte gegenüber Neuankommenden durchsetzen kann. Bisher ist die Frage von Einwanderung und Flüchlingen immer so diskutiert worden: Wollen wir eine Haltung der Willkommenskultur ODER wollen wir eine Haltung, in der wir die Bedingungen festsetzen, zu denen Menschen nach Europa, nach Deutschland kommen wollen. 
  • Politik wäre gut, wenn sie in Zukunft erst einmal darüber reden würde, was man tun müsste, um ein, wie Angela Merkel es sagt, ein „freundliches Gesicht zu zeigen“ und Respekt gegenüber unserer Kultur und Menschenrechten und Respekt gegenüber den Frauen durchzusetzen. Schon jetzt weiss mann und frau, es wird nicht ein entweder-oder, sondern ein sowohl-als auch sein. Und, wenn die etablierte Politik eines leisten muss, dann, den Menschen zu sagen, dass sie diese Herausforderungen nicht alleine politisch lösen kann. Vielmehr braucht es helfende Hände, flexible Rahmenbedingungen und der Bereitschaft der ganzen Gesellschaft, anzupacken. Das Bundesamt für Migration wird das nicht alleine auf administrativem Wege schaffen. 
  • Es würde auch mal helfen, eine banale Erkenntnis auszusprechen: Flüchtlinge sind solche und solche. Naturlich flüchten sie vor Terror und Gewalt. Aber die Motive können ganz unterschiedlich sein. Die Erwartungen auch. Das Bild der Frau ist ganz anders. Der Umgang mit körperlicher Gewalt ist ganz anders. Und der Umstand, dass die Menschen in ihren Unterkünften zum Nichtstun (oder illegaler Beschäftigung) gezwungen sind, hat Folgen. 
  • Das alles führt dazu, dass die Dinge komplexer sind als in einer Talkshow zu debattieren ist. Es kommt darauf an, vor Ort flexibel mit der Lage umzugehen, Lösungen zu finden. Auch wenn man juristische und administrative Vorgaben dabei sanft verändern muss. Man muss, und das geht nur vor Ort, dann ein Auge drauf haben, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen. 


  • Es geht also um die Mobilisierung zusätzlicher Kräfte und darum, sich vor Ort ein Bild verschaffen zu können, wie sich die Lage verändert. 
  • Es geht also um die tägliche Realität und nicht um die symbolische Deutungshoheit in den Talkshows. 
  • Es geht also auch darum, von den Bürgerinnen und Bürgern ihr Engagement für unsere Gesellschaft, für Freiheit, Offenheit, Liberalität, aber auch Engagement, Konfliktbereitschaft, Bereitschaft, hinzugucken und anzupacken, einzufordern. 
Das ist nicht nur schlecht. Wenn ich die Berichte in den Medien richtig deute, sind es gerade Einwanderer, die sich in Flüchtlingsfragen engagieren. Weil sie die Sprache sprechen, weil sie, teilweise selbst als Flüchtlinge hier angelandet, die Situation verstehen, weil sie helfen wollen. Der Umgang mit den Flüchtlingen kann also auch ein Schritt sein, in der sich mehr Menschen mit unterschiedlichen biographischen Hintergründen aktiv für diese Gesellschaft engagieren. Das ist gut so. 
Und, ja, es geht darum, auch die rechtsradikalen Dumpfbacken klein zu halten, die auf dem Unmut und der Angst ihr Süppchen kochen wollen. 
 
P.S. Und: Kleiner Tipp an alle, die dann doch die Talkshows besetzen müssen. Es hlft schon, wenn man die Dinge so beschreibt, wie sie sind. In Worten, die auch jeder versteht. Mit Bildern, die jeder verstehen kann. Dss die Lage nicht einfach ist, wissen die Menschen schon. Und dass es dafür keinen Masterplan geben kann, auch. Also nicht schönfärben. Der Lack ist ohnehin ab. 

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