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	<title>Nikolaus&#039; Fruehstuecksfernsehen &#187; Wirtschaft</title>
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	<description>Politische Betrachtungen zum Tage</description>
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		<title>Mit dem Zweiten sieht man besser</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 06:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[zumindest beim gestrigen Heute Journal. Auftritt Röttgen, Interview, dass er die Atomdiskussion ja wohl verloren hat. Brüderle fordert zwölf und mehr Jahre, er acht Jahre. Und heraus kommen zwölf. Ein guter Kompromiss, wie er meint. Aber so einer sieht anders aus. Das ist sie also, die Revolution der Schwarzgelben. Um auf Röttgen zurück zu kommen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zumindest beim gestrigen Heute Journal. Auftritt Röttgen, Interview, dass er die Atomdiskussion ja wohl verloren hat. Brüderle fordert zwölf und mehr Jahre, er acht Jahre. Und heraus kommen zwölf. Ein guter Kompromiss, wie er meint. Aber so einer sieht anders aus. </p>
<p>Das ist sie also, die Revolution der Schwarzgelben.</p>
<p>Um auf Röttgen zurück zu kommen. Habe noch nie einen so schlecht vorbereiteten Minister gesehen. Konfrontiert mit einer Studie des Öko-Instituts kam er richtig ins Stammeln. Wahrscheinlich glaubt er selbst die aus der Regierung entwickelten Phrasen nicht, zum Beispiel die des wissenschaftlich entwickelten Szenarios gegenüber der willkürlich festgelegten Ausstiegszahl von Rot-Grün. So ein Humbug. Das Gute daran: Auch die Energieunternehmen scheren sich nicht um die Politik und kündigen fleißig Preiserhöhungen an, obwohl, wie ja ausführlich berichtet wurde, die Revolution bloß eine Profit Revolution ist. </p>
<p>Und wenn man Röttgen so sah: Kann er so Parteivorsitzender im Malocherland NRW werden. Na, ich weiß nicht. </p>
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		<title>Jornalismus ist &#8230;.. Warum das Heldendrama nicht immer eine Lösung ist.</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 20:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Starke Merkel! Lässt Obama abblitzen. Klingt gut. Muss aber nicht so sein. Denn wenn wir einen Moment darüber nachdenken, was die Welt rettet, dann sicher nicht eine Hau-Drauf-Rhetorik, in der einer dem anderen zeigt, wie stark er sich gegenüber dem anderen durchsetzen kann. Also FAZ-Mist. Worauf es ankommt. Die Situation ist verfahren, das Geld verbraten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Starke Merkel! Lässt Obama abblitzen. Klingt gut. Muss aber nicht so sein. Denn wenn wir einen Moment darüber nachdenken, was die Welt rettet, dann sicher nicht eine Hau-Drauf-Rhetorik, in der einer dem anderen zeigt, wie stark er sich gegenüber dem anderen durchsetzen kann. Also FAZ-Mist. Worauf es ankommt.</p>
<p><img alt="Bild" src="http://www.fruehstuecksfernsehen.nikolaus-huss.de/wp-content/uploads/2010/06/bild.jpg" width="225" height="151" /></p>
<p><span id="more-336"></span>
<p>Die Situation ist verfahren, das Geld verbraten, niemand weiss, wo Neues herkommen soll. Die alte Lösung, die bei der Immobilienkrise noch funktioniert hat, also die US-Konjunktur anzukurbeln, indem man irgendwelche Immobilienrisiken neu verpackt hat und an ganz Dumme, immer wieder auch Landesbanken, verhöckert hat, klappt auf Weltnivau halt nicht mehr. Jedenfalls solange wir nicht irgendwelche Marsbewohner ausgraben, die dumm genug sind, für uns oder unsere Hosenträgerträger zu blechen.</p>
<p>Was also führt aus der Krise? Auf jeden Fall, auf Weltniveau könnten ein paar Waldspaziergänge, Saunasitzungen etc, wie sie Helmut Kohl mit seinen russischen, französischen und amerikanischen Kumpels gepflegt hat, nicht schaden. Liebe Angela Merkel, Politik wird nicht nur hinter dem Schreibtisch gemacht, sondern manchmal auch mit vertrauensbildenden Maßnahmen. Und auch, wenn die Opposition auf sie einknüppeln würde (was sie nicht tut), wäre es gut, wenn sie die oberste Priorität, um den globalisierten Wahnsinn wieder auf einen halbwegs begehbaren Weg zu bringen, darin setzen würden, mit den Jungs aus Frankreich (dem kleinen Hypochonter), dem großen Inspirator aus den USA, mit den Russen und den Chinesen einen vorsichtigen, aber gemeinsamen Weg aus der Krise finden würden.</p>
<p>Pingpong freut zwar die Medien, bringt aber niemand weiter. Und weil sie doch lange Jahre für uneitle Politik gestanden haben, versuchen Sie es doch mal wieder mit vertrauensbildenden Maßnahmen und behutsamem Miteinander. Auf Weltniveau.</p>
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		<title>Zeitenwende kommt. Nur wann, ist die Frage.</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 14:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Integration]]></category>
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		<description><![CDATA[Seltsame Zeiten, in denen wir leben. Und wenn man, wie ich, drei Wochen außer Schreib- und Beobachtungsgefecht gesetzt worden ist, weil man sich auf eine Arbeit konzentrieren musste, zeigt sich, wie schnell der ganze politische Alltag an einem vorbeirauscht. Weil er Irrsinn ist. Nachdenken über die Zeit danach. Zuerst die Bestandaufnahme: Diese Regierung kriegt die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsame Zeiten, in denen wir leben. Und wenn man, wie ich, drei Wochen außer Schreib- und Beobachtungsgefecht gesetzt worden ist, weil man sich auf eine Arbeit konzentrieren musste, zeigt sich, wie schnell der ganze politische Alltag an einem vorbeirauscht. Weil er Irrsinn ist. Nachdenken über die Zeit danach.</p>
<p><span id="more-332"></span>
<p>Zuerst die Bestandaufnahme: Diese Regierung kriegt die Kurve nicht mehr. Wir sollten das einfach in Rechnung stellen. Eine Kanzlerin, die, wie wir jetzt erkennen, nicht aus Klugheit moderiert, sondern rumkompromisiert. Offensichtlich war das Personal im Ministerrange in der vergangenen Legislaturperiode klüger, erfahrener oder die Mitarbeiter im Kanzleramt. Oder beides. Jedenfalls, was dieses Kabinett abliefert, ist in dreifacher Hinsicht völliger Mist. Keine Vision, welche Schwerpunkte die Wunschkoalition den setzen könnte. Keine wirklich sachkundige Bereichspolitik. UND kein intelligentes Krisenmanagement. Nee, wirklich, so wenig Regierung hat Deutschland nicht verdient. Die schlechteste Regierung der Nachkriegszeit. Hau weg den Scheiß! hieß es früher.</p>
<p>Weil aber die Alter EGOs Westerwelle und Seehofer weiterhin mit voller Wucht gegen die Wand laufen wollen, können wir nur auf Schädelbasisbruch hoffen. Oder, die FDP ist da ja wendig, eine geräuschlose Kehrtwendung um 180 Grad. Weil Posten ja Posten sind. Wir warten ab, wie sich der Außenminister bald schon ganz auf sein neues Amt konzentrieren kann, bevor er da leider zurück treten muss. Hat er schon abgeklärt, wann die Pensionsregelungen greifen?</p>
<p>Von einem Freund habe ich zu Westerwelle eine schöne Geschichte gehört. Westerwelle bei der Vorfahrt zur Wahl des Bundespräsidenten (dem letzten, zum nächsten kommen wir noch), Vorfahrt, Bremsen, Westerwelle entsteigt dem Auto, steht stramm, fast salut und legt seinen eiskalten Lächelpanzer an. Den er nicht wieder ablegt, bis er abend ins Bett steigt. Wie ist der Mann eigentlich richtig privat?</p>
<p>Das wahrscheinlich größte Problem in dieser Koalition ist Seehofer. Es steht die Vermutung, dass er seit seiner letzten schweren Krankheit (das war, als er gelobt hat, mit der Politik langsamer zu treten, erinnern sie sich) politisch auf Autopilot geschaltet hat. Jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf, Hauptsache die FDP kann wieder aufschäumen.</p>
<p>Politik ist manmade.</p>
<p>Nee, so wird das nix, da bin ich mir sicher.</p>
<p>Die Zeiten vor der Zeitenwende fühlen sich ja nie so an. Mit Stagnation und Stillstand ist es wie mit der Krise. Die wird auch immer schlimmer, wenn alle sagen, das gröbste ist vorbei.</p>
<p>Mit der Krise ist es wie bei einem Winter mit schwerem Schneefall, bei dem alle aus Furcht vor dem Schmelzwasser allen Schnee auf einen Haufen geschoben haben. Und jetzt, mit freien Straßen und Wegen, fürchten, dass die Schneeschmelze einsetzt. Und ausgerechnet haben, dass die verfügbaren Lastwagen 10 Jahre brauchen würden, die Schneemenge abzutransportieren. Und, um im Bild zu bleiben, gleichzeitig in die Gemeindeordnung reingeschrieben haben, dass man ab nächstes Jahre keine Schneehaufen mehr machen darf. &#8230;&#8230;..</p>
<p>Zeitenwendisch wirkt es schon, wenn erst der altverdiente Koch, der blitzgescheite Kampagnenzyniker aus Hessen, das Weite sucht und dann der Bundespräsident. Das gabs noch nie. Ein etwas schnell eingeschnappter Köhler, nur weil seine Äußerung (ja, wir führen Kriege aus wirtschaftlichen Interessen) zwar in der Bevölkerung niemanden gewundert haben, aber in der Politik. Weil da ja schon der Freiherr ein Held war, als er die Friedensmission eine kriegsähnliche Auseinandersetzung nannte oder so ähnlich. Im Schneckentempo näherte sich die deutsche politische Klasse der Realität.</p>
<p>Also, zwei Mann von Bord, eine Zeitlang wirkte das wie &#8220;der letzte macht das Licht aus&#8221;. In diesem Falle die Letzte. Frau Merkel, die gute Frau Merkel ist tatsächlich längst kein Ossi mehr. Ihre Denke ist knallhart westlich deutsch. Wie sie den eindeutigen Herrschaftsbereich der Parteien auf die Wahl des Ministerpräsidenten ausgeweitet hat. Wenn Präsidenten schon aus dem Ruder laufen, dann nimmt man kurzerhand halt einen aktiven Politiker. Am besten Typ Schwiegersohn mit gut aussehender Landesmutti, die schon drauf achten wird, dass der Christian bloß nix verkehrt macht auf dem Weg zur Präsidentenpension.</p>
<p>Jung kann schon ganz schön alt aussehen. Jetzt ist dem Christian ja das Herz in die Hose gerutscht, weil ihm mit dem Prediger und Ex-Behördenleiter Gauck doch ganz lustvoll selbstbewußte Konkurrenz erwachsen ist. Die Idee, im Schlafwagen zur einzig deutschen Hoheit zu werden, klappt jedenfalls nicht. Christian, jetzt heißt es, nicht nur über Risiko zu reden, sondern mal ein klitzekleines selber einzugehen. Na, krippelt es schon? So sieht Zeitenwende aus. Wenn auch nur ein bißchen.</p>
<p>Also, mit Gauck gegen Christian haben wir ein ganz schönes Stück, das zeigt, dass Jung bei Jung gegen Alt nicht immer besser ankommen muss. In Wahrheit ist es nämlich so, dass die Deutschen, und das quer durch, sich einen Präsidenten wünschen, von dem man hofft, dass er mal einfach sagt, was Sache ist. Weil er nicht an seinem Posten kleben muss. Weil er, wie eine ganze Reihe von Menschen, mit echten Brüchen in ihrem Leben zu tun hatte, als der Staat, die Gesellschaft, der Kokon, in der man sich auch als Oppositioneller vertraut bewegt hat, plötzlich abgefallen ist. Die Gleichung lautet also nicht alt gegen jung, sondern Echtzeitbiographie gegen Bilderbuchpappi und -mami. Medial gesprochen &#8220;Eulenspiegel&#8221; gegen Nido (Kennen sie nicht, das junge Familienmagazin, mit dem Yuppieväter, wenn sie die Woche über unterwegs ist, ihre Fiktion von Familie zurechtträumen). Nee, wirklich, Wahlmänner und -frauen, pfeift mal auf das Ermächtungsgwohnheitsrecht der Parteien, euch &#8220;im Vertrauen&#8221; ausgewählt zu haben und wählt, wen ihr für besser haltet. In Zeiten, in denen man sich schon mal in den Arm kneifen muss, um fest zu stellen, ob das, was auf der politischen Bühne inszeniert wird, wirklich noch wahr ist. Oder nicht doch ein Albtraum.</p>
<p>Die Phase vor der Zeitenwende, das wissen alle, die Umbrüche mitvollzogen haben -oder gar gestaltet- sind wie alle Zeiten vorher. Nichts deutet auf die Veränderung hin.</p>
<p>Und trotzdem, so wie es ist, kann es nicht bleiben. Auch wenn die FAS von heute meldet, dass die Daimlers und BMWs und AUDIs wieder Sonderschichten schieben müssen, weil sich die Chinesen, bevor die Konjunktur ganz zusammenbricht und der Yuán sich in Luft auflöst, noch schnell im Luxus schwelgen wollen. Und gleichzeitig bayerische, baden-württembergische und niedersächische Arbeitsplätze sichern.</p>
<p>Gut, wenn man sich nicht nur im Raumschiff Berlin herumtreibt, sondern manchmal auch den Blick über die Spree hinweg wagt, in den anderen Teil von Mitte oder nach Neukölln. Denn dort werden die wahren Zukunftsthemen verhandelt. Und das nach anderen Regeln, als die politische Klasse heute noch glaubt.</p>
<p>Ein paar Thesen zum Neuen Deutschland.</p>
<p><strong>Die Albernheit der geschlossenen Modelle.</strong> Das aus meiner Sicht größte Problem der herrschenden politischen Klasse ist der Glaube an geschlossene Systeme und Weltbilder und eine beherrschbare gesellschaftliche Dynamik. Dem ist nicht so. Tatsache ist, dass der ganze politisch-kulturelle Komplex eher davon geprägt ist, dass man sich gegenenseitig nicht wehtun, nicht widersprechen möchte und dass das eigentliche &#8220;Steuerungssystem&#8221; der Gesellschaft, also Politik, die meinungsbildenden Medien und die tonangebenen Wirtschaftsführer eher konsens- und statusorientiert als lösungsorientiert ist. Auch wenn man die Fragen und Probleme, vor denen man steht, längst erkennen kann, werden sie doch weitgehend geleugnet, kleingekocht, damit sich niemand so richtig dazu verhalten muss.</p>
<p><strong>Das Plazebo sozialpolitischer Programme.</strong> Hartz IV: Gut gemeint, schlecht gemacht. Aber es ist nicht nur die handwerkliche Qualität, die zu denken gibt. Meine Behauptung ist, auch Frau von der Leyen, aufgeräumt, abgeklärt, wird kein prinzipiell anderes Gesetz auf den Weg bringen könnnen. Die Ergebnisse von Hartz IV lassen sich auf einen Satz bringen: Gibt mehr aus und schafft mehr Unzufriedenheit. Ein Drittel aller Bescheide wird beklagt!! Was not tut, wäre ein Gesetz, das das eine Abkehr von der bisherigen Richtung bringt. Abkehr davon, dass ein Teil der Menschen schon frühzeitig alimentiert und damit ruhig gestellt wird. Dass die Gesellschaft weiterhin verlernt, selbst Teil der Lösung zu sein. Die Politik in ihrem ohnmächtigen Allmachtswaht ist dafür verantwortlich, wenn die Selbstorganisationskraft unserer Gesellschaft weiter verkümmert. Die Inszenierung als Retter ist das liebste Rollensetting der Politik. Und die tragische Rolle als gescheiterter Retter wird jeder anderen vorgezogen. Wahrscheinlich deshalb, weil die Retterinszenierung für das Wahlergebnis punktet und die Tragik erst nach dem Wahltag folgt. Das ist übrigens auch die Tragik der Figur Seehofer, es ist der letzte, der mental aus der Denke der Kohl Kabinette entstammt, die blühende Landschaften versprochen und schwierige Verhältnisse hinterlassen haben. Hauptsache, die Idee klang gut.</p>
<p>Was Not tut, ist mehr Ehrlichkeit,mehr Streit. Und: Augen auf im gesellschaftlichen Verkehr! Statt über Strategie zu reden, das bemerkte neulich schon Verheugen auf dem Strategieforum der Bertelsmann Stiftung, wäre es bessser, seine Hausaufgaben zu machen und das Mögliche zu ermöglichen. Dem kann ich nur zustimmen.</p>
<p>Statt also von großen Entwürfen zu träumen und sich immer mehr gegen die Realität abzuschirmen wäre es besser, diese Realität und das Bruchstückhafte und nicht geplante, die &#8220;schöpferische Zerstörung&#8221; zum Teil der politischen Debatten zu machen. Das ist der eigentlich großartige Gedanke, der beispielsweise in Steingarts Buch &#8220;Die Machtfrage&#8221; steckt, in der er ein großes Gemälde des parteidominierten Deutschlands zeichnet, in dem Wahrheit erst dann wahr ist, wenn sie durch die ideologischen Häckselmaschinen der Parteiapperate geschickt worden ist. Das kostet Zeit, Nerven, Itellektualität, kurz Ressourcen aller Art. Und Parteien, die sich nicht darauf kaprizieren, die Welt in ihrer Parteirhetorik ständig neu zu interpretieren, zu de- und rekonstruieren, sondern mit der Welt da draußen zu reden, und sich dann daran machen würden, das Nowendige zu tun, wären schneller als alles andere. So manche Studie, die bereits in ihrem Design erkennen lässt, dass man doch nur das übliche, quantitativ belegt, als Ergebnis produziert, liese sich sparen. Wir brauchen nicht zusätzliche Ressourcen für eine praxisferne Evaluation, die die noch tätigen Menschen als distanzierte Forschungsgegenstände aushorcht, sondern zusätzliche Ressourcen, um &#8220;Change&#8221; möglich zu machen. Wer sich mit der Idee des Design-Thinking beschäftigt hat, erkennt, dass in der Idee, Modellhaft neues zu erproben und Erkenntnisse auch umzusetzen, Veränderungspotential steckt. Wenn man es ernst meint.</p>
<p>Insofern ist Gauck dann doch ein Wetterleuchten am politischen Horizont, auch wenn da natürlich auch Parteitaktik eine Rolle spielt. Die Frage ist, ob sich die Delegierten den Machtkalkülen der Entsender gefügig zeigen oder ihren politischen Empfindungen nachgehen und ein Signal geben, dass sie die Schnauze von Soviel parteikonsensuellem Tanzen auf dem Vulkan voll haben.</p>
<p>Und es ist ja so: Eine ganze Reihe von Ereignissen und Beobachtungen zeigt, dass die Welt längst weiter ist als ihre Regulierer glauben.</p>
<p>Stuttgart 21 hat es vorgemacht, dass die Logik des Weiter so die Weiter so Exegeten ganz weit ins Abseits katapultieren kann.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist auch die Erosion der Presselandschaft kein Wunder. Weil das viele des gleichen, also die Variationen des Themas Meinungslosigkeit, fehlender Risikobereitschaft und von Recherchequalität die Bloggerszene erst groß gemacht hat. Gesellschaft schafft sich so seine Informationsquellen selbst. Auch, wenn ich jetzt die Einwände höre, das wäre doch alles Meinungsmache und nicht faktenbasiert. Ja, aber spekulative Betrachtungen sind in Zeiten, in denen Veränderungen anstehen, richtig und wichtig. Weil sie zu neuen Ideen führen. Und nicht darauf abheben, dass das alles nicht gehen kann, weil es nicht zum alten Institutionskonsens, zum Konsens der Rollentheorie passt, nach dem man seine Rolle immer so spielen muss, dass sie zu keinen Risiken führt. Was ist aber, wenn Menschen auf einmal anfangen, sich ernsthaft und nicht rollenkonform zu verhalten? Weil die Erosion der Glaubwürdigkeit den Point of No Return überschritten hat?</p>
<p><strong>Was die herrschende politische Selbstinszenierung mit einer scheiternden Integrationspolitik zu tun hat. Auch wenn sie gut gemeint ist.</strong></p>
<p>Spitzen wir zu: Letztlich ist der herrschende politische Konsens der Konsens der weißen, über 40 jährigen Klasse der gut situierten, Staatsbeschäftigten und damit Bildungsbürger. Für die lautet das Credo letztlich folgendermaßen:</p>
<p>Aufstieg geht nur durch Bildung und Teilhabe am herrschenden symbolischen System, in Deutschland also Konsensorientierung, Konfliktvermeidung, Beharren auf eingeführten Institutionen und Inhalten (Schule: Dreigliedrigkeit, Bildungskanon; Hochschule: Freiheit der Lehre, Unstrukturierte Studien, Festhalten am gesamten Bildungskanon, Nein zur Berufsorientierung). Das führt zu Ausgrenzung von ganz Vielen: Jungen, Alleinerziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Visibel anderen Inländern. Ich wage die These, dass Deutschlands mangelndes Selbstwertgefühl (Bin ich stolz, ein Deutscher zu sein?) kompensiert wird damit, dass man die gesellschaftliche Praxis etwas verklemmt, aber umso hartnäckiger gegen eine neue deutsche Wirklichkeit behauptet. Noch ist es eine Klassenherrschaft der gebildeten weißen Mehrheit in der zweiten Lebenshälfte, in absehbarer Zukunft kann das auch als Apartheit einer älter werdenden eingeborenen Mehrheit gegen die neu zugewanderte Mehrheit interpretiert werden.</p>
<p>Denn die Selbstbehauptung, das kurzfristige und vordergründige Motiv, überlagert weiterhin das mittelfristige nachhaltige Prinzip des Neuen Deutschlands, in dessen Interesse es wäre, eine größtmögliche Zahl von Inländern und Zugewanderten Teilhabe zu ermöglichen und rassische Interpretationen der Deutschen Gesellschaft ad acta zu legen.</p>
<p>Dabei verstellt sich die mehrheitsdeutsche politische Elite den Blick darauf, dass die Zukunft schon begonnen hat. Wer die ideologischen Scheuklappen ablegt, stellt fest, dass, die Sinus Studie hat das jetzt auch empirisch belegt, die Eingewanderten sich in etwa denselben kulturellen Mustern reproduzieren wie die eingeborene Bevölkerung und dass sie es auch in denselben Quantitäten tun. Nicht der befürchtete Taliban ist das Standardmuster des eingewanderten Türken, sondern entweder der des konservativen Bewahrers, des Innovatoren oder des angepassten Angekommenen. Und Kopftücher und Bärte sind halt nicht nur Zeichen ideologischer Gesinnung, sondern vielmehr Zeichen kultureller Selbstachtung vieler Menschen mit türkischem oder islamischem Hintergrund. Ein Akt der Selbstvergewisserung in einer Gesellschaft, die Einwanderung immer nur als Zumutung an die Einwanderer interpretiert, als Forderung der Mehrheit an die Minderheiten, sich einer sonst starr bleibenden Geellschaft anzupassen, oder sonst eben, um einen bekannten Buchtitel zu zitieren, &#8220;draußen vor der Tür&#8221; zu bleiben.</p>
<p><strong>Wer Integration will, muß über Antidiskriminierung reden. Und darüber nachdenken, wie Ressourcenarme teilhaben können.</strong></p>
<p>Die Zukunft hat schon begonnen, die interkulturelle Wirklichkeit ist schon im Gange, trotz und zum Teil gegen die Bemühungen der Deutschen Politischen Klasse. Und um beim Thema zu bleiben. Es besteht die Befürchtung, dass sich die herrschende politische Klasse, über alle Parteigrenzen hinweg, ein Denkmal deutscher Gutmenschlichkeit setzt. Wir reden von einem Integrationsgesetz, das jetzt in Berlin und auch in Nordrhein-Westfalen entwickelt wird und das dazu führen wird, die Landschaft der sozialpolitischen Fürsorger und migrantischen Kümmerer jetzt weiter auszubauen. Denn faktisch wird ein Integrationsgesetz vor allem dazu führen, die überwiegende Mehrheit der migrantischen und angekommenen Familien zu stigmatisieren, zu diskriminieren und sie sozialpädagogische sonderzubehandeln. Und eine zeitlich unbefristete Fülle an fragwürdigen Positionen für Integrationsbeauftragte und blutleere Gremien von Integrationsbeiräten zu schaffen.</p>
<p>Tatsächlich stünde aber die Frage an, und diese trifft alle Parteien, was die herrschende politische Klasse denn zu unternehmen gedenkt, um eine Teilhabe der ressourcenamen Bevölkerungsgruppen, der sozial, kultuell und ökonomisch ressourcenschwachen Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen. Nicht im Sinne sozialpolitischer Fürsorge, sondern im Sinne besserer systemischer Leistungen. Die öffentlichen Institutionen sind auf den Prüfgestand gestellt, inwieweit sie die Serviceleistungen, für die sie etabliert worden sind, Erziehung, Bildung, Schutz vor Verlelendung, noch erbringen und inwieweit sie diese effektiv und effizient erbringen.</p>
<p>Aus dieser Perspektive sind Pestalozzi und Humboldt Schutzbehauptungen, mit der sich die veränderungsresistenten Etablierten dagagen wehren, ihre Institutionen und Leistungen den geforderten Erwartungen anzupassen. In den Niederlanden, diesem unideologisch-adaptiven Land, gelingt das doch auch, modular, mit Bachelor, effektiver zu werden, Institutionen zum Funktionieren zu bringen. Weil dort Entscheidungen halt getroffen werden, wenn sie anstehen und nicht mit allem und jedem moderiert werden, wenn es zu Konflikten kommen könnte. Gute und schlechte Entscheidungen unterscheiden sich nicht nur im Ausgang, sondern auch in dem zur Entscheidung notwendigen Aufwand.</p>
<p>Deutschland braucht einen Aufbruch der ganzen Gesellschaft. Die Mehrheit der Deutschen, egal welcher Wurzeln, befindet sich, wie die politische Klasse, im Dämmerstatus. Jetzt ist Führung gefragt, quer durch alle Parteien. Denn Deutschland in eine bessere Zukunft zu führen, wird nicht aufgrund einer besseren oder schlechteren Ideologie gelingen, sondern, weil alle Menschen an ihrem Platz ernst machen damit, bessere Leistungen zu erbringen, gemeinsam, ernsthaft und sich nicht weiterhin in den traditionellen Rollen erschöpfend gemütlich einzurichten. In diesen Zusammenhang könnten auch symbolische Aktionen eine Rolle spielen. In diesem Falle: Sarrazin als Bundesbanker einfach abschalten. Ahnungslose Rassisten müssen nur wirklich nicht weiter dafür teuer bezahlt werden, dass sie über Dinge, von denen sie wirklich keine Ahnung haben, reden anstatt still ihre Arbeit zu tun.</p>
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		</item>
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		<title>Links? Rechts? Rückwärts! Zur Lage der Nation</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 19:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt so Überschriften, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die zum Beispiel nach der NRW-Niederlage der großen und der Pünktchen Partei. &#8220;Rivalen drängen Merkel nach rechts&#8221;, titelte die Berliner Zeitung the day after. Was sie damit wohl meint? Manchmal sollte man Überschriftenmacher und Leitartikler einfach mal nachsitzen lassen. Und nur zwei Absätze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es gibt so Überschriften, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die zum Beispiel nach der NRW-Niederlage der großen und der Pünktchen Partei. &#8220;Rivalen drängen Merkel nach rechts&#8221;, titelte die Berliner Zeitung the day after. Was sie damit wohl meint?</em></p>
<p><span id="more-328"></span>
<p>Manchmal sollte man Überschriftenmacher und Leitartikler einfach mal nachsitzen lassen. Und nur zwei Absätze darüber fabulieren lassen, was das ist, nach rechts drängen. Steuer senken????? Frauen zurück an den Herd???? Ausländer raus???? Wenn man das so ausspricht und die katastrophale Planlosigkeit eben jener Frau Merkel und ihres liberalen Adjudanten sieht, kommen einem Zweifel. Rechts, Hmm. Nee, das klappt nicht. Auch nicht, wenn Koch die Bildung kürzen will (und dann dementieren lässt) und Mappus, der gemütliche Schwaben-Mappus, Probetrommelt. Das klingt eher wie das Pfeifen im dunklen Wald, weil man da jetzt steht, Ministerpräsident, und alleine und im Dunkeln steht (wenigstens sieht man dann nicht, dass der Kaiser nackt ist).</p>
<p>There is no alternative! Denkt man.</p>
<p>Die Bevölkerung schaut dem unwürdigen Schauspiel nur mit großer Distanz zu. Da hilft kein Leadership Gerede. Und Merkel, die gute Merkel, die noch unter schwarz-rot eine gute Figur gemacht hat mit ihrer pragmatischen Linie, zerrinnt uns, ihrem Wahlvolk, unter den Fingern. Ist Merkel ein Scheinriese, die nur durch das Brennglas der professionell agierenden Riege von SPD Politikern, Steinbrück, Steinmeier, Schmidt, ja auch Schmidt, als Moderatorin glänzen konnte. Weil doch ein Großteil der Mannschaft das Handwerk verstand. Und jetzt? Die Wunschkoalition ist ein Scherbenhaufen planlosen Scheiterns. Und einzig dem Gesundheitsminister wünscht man, dass ihm das absehbare Deseaster, das ihm mit seiner Softlinie (da helfen auch keine Bambus-Sprüche, der Feind sitzt hinten!) nicht zu weit im Ansehen herab ziehen. Das hat er, der ein eigentlich gewinnender Redner ist, nicht verdient. Die Regierung, hätte man die Möglichkeit, könnte man mit Fug und Recht aus dem Amt jagen. Mit Politik hat das nichts mehr zu tun. Und Schäuble, der in preussischer Disziplin sein Amt vollstreckt, kann da auch nichts richten. Wir hätten es ihm gewünscht. Aber hier hilft keine preussische Disziplin, auf europäischer Ebene muss finanzpolitisch ein Schwergewicht ran, Westerwelle kann es nicht, der Weinprinz auch nicht, preußisch wäre es, jetzt zurück zu treten, seinen eigenen Gesundheitszustand zu akzeptieren und damit Mut zur Zukunft zu beweisen. Preußisch ist es auch, zu erkennen, dass es gesundheitlich einfach nicht geht.</p>
<p>Womit wir beim Thema wären.</p>
<p>&#8230;. zu erkennen, dass es einfach nicht mehr geht. Die Rivalen fordern von Merkel mehr rechts. Aber woher soll sie wissen, was Rechts ist, wo nicht einmal Merz und Clement außer einem lauen Aufguss alter Thesen wissen, wo es lang geht (gut, etwas mehr Ordungspolitik, aber rechts ist das auch nicht).</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist auch interessant zu sehen, wie die notwendigen Einsparungen zustande kommen sollen. Oder auch nicht. Denn die Arbeitsmarktpolitik, die, so lesen wir, soll von den Kürzungen ausgenommen werden. DIE ARBEITSMARKTPOLITIK, das Placebo der Regierung. Will denn Angela Merkel die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes tatsächlich bis zur nächsten Bundestagswahl ausdehnen? (Vorsicht, Scherz, nur bis zur Baden-Württemberg-Wahl, damit Mappus erpressbar bleibt). Greifen wir auf bewährte Bilder zurück, die Titanic sinkt, aber es ist noch ruhig an Bord.</p>
<p>Auf Deck der Titanic herrscht ein aufgregter Streit um die Frage, ob das Schiff denn mehr rechts herum oder mehr geradeaus steuer soll. Als ob das von langfristigem Wert wäre. &#8230;&#8230;.</p>
<p>Am schlauesten stellen sich in dieser Situation übrigens die Grünen an. Ein echtes Phänomen der Selbstbeherrschung, wie die gesamte Partei, linker Flügel eingeschlossen, sichch den Streitigkeiten an Bord entzieht, das eigene Ego zurück nimmt und sich darauf verständigt, mal abzuwarten und nach vorne zu blicken. Das ist nicht Fatalismus, das ist Realismus, nicht wie die dummen Tanzbären in Uniform die Show zu machen, wärend das Schiff sinkt. Es hört und sieht ja doch keiner mehr zu. Und es ist auch klar, dass in der Zeit danach denjenigen Führungsqualität zugeschrieben wird, die vorher geschwiegen haben.</p>
<p>Is there any alternative?</p>
<p>Gestern war ich bei der Bertelsmann Stiftung, Thema Reformprozesse. Ein sehr aufgeräumter Verheugen, der darauf verweist, dass in der Politik viel zu oft über Strategie geredet wird, obwohl das Niveau weit darunter liegt. Ich meine, gesunder Menschenverstand würde reichen. Dann Material zum Thema Reformprozesse, das ziemlich brauchbar ist, zur Umsetzung aber leider, leider Personal braucht, das es ernst meint.</p>
<p>No Comment!</p>
<p>Es gibt übrigens schon Alternativen. Und die erste ist, dass man das, was man sagt und tut, ernst meint. Dass man ins Risiko geht für seine Politik und nicht nur über das Risiko redet, das die anderen eingehen (müssen/sollen/dürfen). Die Rollentheorie stößt, das mehrkt man jetzt deutlich, stößt dann an seine Grenzen, wenn sich die Rahmenbedingungen verschieben, aber alle mit Verweis auf die Rollen und die Spielregeln und die Sprechtexte sich noch an die alten Rollenbeschreibungen halten. Da hilft es auch nichts, wenn die B-Besetzung jetzt die alternativen Scripte VON GESTERN hervorholt und rechthaberisch darauf verweist, dass die doch viel besser wären. Sie fordert das, um bei mangelndem Applaus dne Abtritt der A-Besetzung zu fordern. Und dann noch bravoröser zu scheitern. Wie man das schafft, hat die &#8220;Wunschkoalition&#8221; schon gezeigt. Und wir haben gelernt: Sage nicht, dass es nicht noch schlechter ginge.</p>
<p>There is an alternative!</p>
<p>Wenn wir darüber reden, wo es lang geht und wo es hin gehen soll, gibt es schon einige Ideen.</p>
<p>Die erste Idee ist, dass man sich die Gesellschaft endlich mal genau anschaut. Die Politik macht eine Politik, die noch immer von Wachstumsmodell der Nachkriegsgesellschaft ausgeht. Zuwachs wird für mehr öffentliche Hand und mehr Staat angeeignet, mit der Illusion, dadurch Gerechtigkeit zu schaffen. Tatsächlich schafft die Politik nur, dass immer mehr Ansprüche an sie, die Politik gestellt werden, die sie längst nicht mehr erfüllen kann. Es muß ein Ruck gehen durch Deutschland. Und alle sollten begreifen, das es nicht darum geht, die letzten kümmerlichen Privilegien zu verteidigen, die es zu verteidigen gibt (einen desolat organisierten öffentlichen Dienst, dessen Dienstrecht alle einschnürt, der älteren Generation ihre Privilegien erhält, die Jüngeren abstuft und insgesamt dafür sorgt, eine Loose-Loose-Situation zu schaffen, ein Gesundheitswesen, in der die sogenannten &#8220;Freien Berufe&#8221;, kammermößig organisiert, ihre Pfründe verteidigt, obwohl das Ganze immer dysfunktinaler wird, Schulen, die selektieren, Lehrer auslaugen, anstatt sich zusammen zu rotten und einfach zu sagen, dass man jetzt endlich besser und befriedigender arbieten will, usw&#8230;.).</p>
<p>Ich habe meine marxistische Phase lange hinter mir, aber man könnte tatsächlich sagen, dass wir, stärker denn je, in einer Klassengesellschaft leben, in einer Klassengesellschaft der weißen, mittelschichtigen White-Collar Minderheit. Und die Ironie dabei ist, dass die Salonmarxisten vom Schlage Lafontaine mit ihren rituellen Umverteilungsforderungen längst Teil dieser herrschenden, staatsnahen Klasse und ihrer Illusionen sind. Man könnte meinen, die von Merkel mehr rechts fordern, hätten sie klammheilich links finanziert.</p>
<p>Wenn wir uns also zweitens einen nüchternen Blick auf die Wirklichkeit gegönnt haben, könnten wir uns den notwendigen Maßnahmen zuwenden. Da wird es politisch eng, weil auch die grüne Programmatik im nachkriegsdeutschen Gutmenschentum dahindümpelt, während es darum geht, das Land kompetitiv aufzustellen, die Kräfte zu mobilisieren, die Neues in die Welt setzen, es ernst meinen, statt Kulissen zu schieben und die Dinge tun, die notwendig sind (und nicht nur die, in denen man auf Veranstaltungen suggerieren kann, dass es Win-Win-Situation gibt). Da geht es nicht um Staat statt Markt oder umgekehrt, sondern um eine intelligente Kombination von beidem. Und statt Leistungsgesetze mehr Ordnungspolitik und Rahmensetzung, damit die Gesellschaft, Unternehmen, Arbeitnehmer, wieder mit im Boot sind.</p>
<p>Es sind Maßnahmen gefragt, die die Menschen einbeziehen, anstatt Einbeziehung zu suggerieren. Insofern ist Hartz IV übrigens die am grandiosesten gescheiterte Reform. Denn der richtie Slogan &#8220;Fordern und Fördern&#8221; wurde begleitet mit der teuersten aller Arbeitsmakrtreformen. Obwohl eigentlich Geld gespart werden sollte, wurde Hartz IV teurer als die Situation vorher war. Und 1/3 oder die Hälfte aller Bescheide wird beklagt und die Menschen fühlen sich ungerechter behandelt als jemals zuvor. Da wird auch Frau von der Leyen nciht wirklich was ändern können. Denn eine Bürokratie wie die der Bundesagentur schafft nicht mehr Arbeit, auch wenn sie ihr Personal jetzt von 80.000 auf 100.000 aufstockt, wie jetzt geschehen. Deshalb wäre es erst einmal vernünftiger, nichts zu tun als die alten Instrumente nochmal zu bespielen. Schade drum.</p>
<p>Vor dem Hintergrund habe ich tatäschlich große Hoffnungen in die Menschen mit Migrationshintergrund. Die nutzen den Sozialstaat ganz nüchtern und bauen ihre Geschäftsmodelle auf einer staatlichen Grundfinanzierung auf. Die darüberliegenden ideologischen Modelle haben sie, Versagen des deutschen Bildungswesens, nicht erreicht. Das macht sie tatsächlich zu ernsten und überlegenen Konkurrenten für ihre deutschen Mitbewerber aus denselben Wohngegenden. Realität, das sollten sich auch Politiker meken, findet statt, auch wenn man nicht darüber redet. Aber wie sieht Teilhabe in einer Gesellschaft aus, in der die öffentlichen Institutionen systematisch immer mehr abgrenzen und stillstellen?</p>
<p>Bin ich zu pessimistisch? Zu negativ? Nee, bin ich nicht. Denn abseits der Politik räumt sich die Gesellschaft tatsächlich selber auf. Die deutschen Mittelstandsunternehmen sind zwar nicht die schnellsten, wenn es um Innovation geht, aber die gründlichsten, wenn es darum geht, die Innovation zu nutzen. Hier in Berlin macht sich eine junge Generation, global befeuert, auf den Weg, für sich die Perspektive zu entwickeln. Die Gesellschaft macht sich auf den Weg, reflektiert, zumindest im Leistungsträgerteil, dass es auf sie ankommt, macht ernst mit Zukunft und die einzigen, die das nicht erkennt, ist die Politik in ihrer großen Mehrheit. Schelsky hat das einmal die Priesterherrschaft der Intellektuellen genannt. Und jetzt erkennen wir die tiefe Weisheit, die in diesem Buchtitel steckt (das Buch selbst habe ich nie gelesen).</p>
<p>Deutschland hat sich auf den Weg gemacht. Wenngleich ohne seine Politiker, die darauf warten, die Pensionsberechtigung zu erlangen und dann auszuscheiden. Vor diesem Hintergrund erscheint mir Politikverdrossenheit eine Art von Politikerempathie: Man spürt, dass es in Berlin nicht ernst zu geht. Und deshalb kriegt die Politik die Quittung. Leistungsprinzip wäre, wenn es nur für abgegebene Stimmen 5 € in die Kassen der Parteien gäbe.</p>
<p>Und während die politische Klasse immer noch darüber streitet, ob man althergebracht weitermacht oder, bitte mehr rechts!, die Klamottenkiste des Nachkriegsdeutschlands bedient, zeichnen sich unter der Wasseroberfläche Veränderungen ab, die bald für ziemlich viel Aufruhr sorgen werden. Denn nicht jede überzeugende Inszenierung findet auf der Bühne statt. Aber das haben die Kulissenschieber noch nicht verstanden. Die von der A-Besetzung nicht. Und die von der B-Besetzung auch nicht.</p>
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		<title>Heribert Prantl zum Frühlingsanfang. Deutsch ist, was hier ist. Trotz Politik</title>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 10:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Heribert Prantl hat uns eins mitgegeben. In seinem Einseiter über die Ernennung von Aygül Ozkan hat er in einer langen Tour&#8217;horizont die traurigen vergangenen vierzig Jahre deutscher Nichteinwanderungspolitik resumiert. Seine Zwischenbilanz über das Dilletieren der Deutschen Politik: &#8220;2005 kam das neue Zuwanderungsgesetz, das nicht Einwanderungsgesetz heißen durfte. Es hatte eigentlich, nach den Entwürfen von Expertenkommissionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heribert Prantl hat uns eins mitgegeben. In seinem Einseiter über die Ernennung von Aygül Ozkan hat er <a title="Das neue Deutschland" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/750/509877/text/" target="_blank">in einer langen Tour&#8217;horizont</a> die traurigen vergangenen vierzig Jahre deutscher Nichteinwanderungspolitik resumiert. Seine Zwischenbilanz über das Dilletieren der Deutschen Politik:</p>
<p>&#8220;2005 kam das neue Zuwanderungsgesetz, das nicht Einwanderungsgesetz heißen durfte. Es hatte eigentlich, nach den Entwürfen von Expertenkommissionen aller Parteien, einen großen bunten Teppich weben sollen, auf dem Integration stattfinden kann. Es wurde nur ein Topflappen daraus. Mit diesem Topflappen werden seitdem, immerhin, die Probleme angepackt.&#8221;</p>
<p>Es geht weiter. Und nur zur Erinnerung: 1964 wurde der millionste Gastarbeiter, Armando Rodrigues aus Portugal, feierlich begrüsst. 1964! 46 danach häckelt die politische Klasse in Deutschland noch immer Topflappen.</p>
<p>Ulrich Beck kommentiert die Weltlage in <a title="Becks Welt" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0430/feuilleton/0002/index.html" target="_blank">Beck&#8217;s Welt</a> zwar aus Anlass des Vukans über Europa, seine Aussagen gelten auch hier:</p>
<p><em>&#8220;Mit dem Ascheflug wiederholte sich also das politische Lehrstück, das die Finanzkrise ebenso wie die Terrorakte des 11. September oder der Rinderwahnsinn wieder und wieder vorspielen: Es könnte so vieles einfacher sein, wenn die Menschen, die Interessenorganisationen und die Politiker die antiquierte Vorstellung von nationaler Souveränität fallen ließen und begreifen würden, dass sich Souveränität nur weltinnenpolitisch zurückgewinnen lässt auf der Basis von Kooperation, Absprache und Verhandlung.&#8221;</em></p>
<p>Dem bleibt nichts hinzuzufügen.</p>
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		<title>Think twice. Thesen für eine andere Innovationspolitik.</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 08:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutsche Innovationspolitik produziert hohe Sitzungsgelder, Spesenrechungen und wenig Ergebnisse. Einige Thesen, wie es anders gehen könnte. 1) Der Verzicht auf Fördertöpfe. Das Schielen auf Fördertöpfe lenkt Gründer und Entwickler vom eigentlichen Marktgeschehen ab. Und die Summen sind oft lächerlich gering. 2) Die Verbesserung der Anreizstruktur. Es geht im Kern darum, die Rahmenbedingungen künftiger Märkte attraktiver [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Deutsche Innovationspolitik produziert hohe Sitzungsgelder, Spesenrechungen und wenig Ergebnisse. Einige Thesen, wie es anders gehen könnte.</em></p>
<p><span id="more-316"></span>
<p>1) Der Verzicht auf Fördertöpfe. Das Schielen auf Fördertöpfe lenkt Gründer und Entwickler vom eigentlichen Marktgeschehen ab. Und die Summen sind oft lächerlich gering.</p>
<p>2) Die Verbesserung der Anreizstruktur. Es geht im Kern darum, die Rahmenbedingungen künftiger Märkte attraktiver zu machen. Also z.B. Kaufanreize zu geben, indem man CO2-Emissionen verteuert etc und damit die relative Marktpositionierung verbessert. Die Märkte von Morgen von den Rahmenbedingungen her restrukturieren.</p>
<p>3) Eine Strategie zu entwickeln. Die Erarbeitung eines Strategiepapiers mit Maßnahmen, Zeitpunkten und Akteuren sowie die Diskussion derselben kann zu einer Priorisierung des entsprechenden Bereichs in den Köpfen der Innovatoren und Investoren führen. In dieselbe Richtung zu denken, entwickeln und investieren heißt, eine gemiensame Denkrichtung zu etablieren. Die Entkoppelung von Papier und Geldvergabe führt zu einer unabhängigen Beschreibung der Szenarien.</p>
<p>4) Venture Capital fördern. Der einzige Bereich, in dem Venture Capital Sinn macht, ist der Innovationsbereich. Verbrennen von Geld gehört hier zum Geschäft. Und neben dem &#8220;Output&#8221; erfolgreiche Unternehmengründung ist der Output Manpower nicht zu unterschätzen. Auch die sogenannte Internetblase 2001 hat zu einer enormen &#8220;Reifung&#8221; von Menschen mit Forschungs, Entwicklungs und Gründungsbiographien geführt, von der wir noch heute leben.</p>
<p>5) Das Meinungsoligopol zerschlagen. Oder konkurrierende Oligopole schaffen. Deutsche Politik heute ist konsenszermürbt. Wer am besten Strippen zieht, hat gewonnen. Weil das ja schwer zu kontrollieren ist, wäre ein Ansatz, Unterschiedliche Gravitationszentren zu schaffen, zwei Innovationsstrategien, die am Markt antreten. Und sich bewähren müssen. Und nicht vergessen: Es geht nicht darum, welches Papier das richtige ist. Sondern darum, welches Papier, welche Innovationen lostritt. Auch gescheiterte Strategien können wertvolle Impulse für Innovation auslösen.</p>
<p>6) Reviews unabhängig anlegen. Die Strategiepapiere werden regelmäßig reviewed. Ziel: Sichtbar zu machen, was klappt. Und was nicht klappt. Voraussetzung: Die Fähigkeit, unabhängig zu denken und zu schreiben. Die Hoffnung: Alle sind bewußt, dass Innovation immer ein Teil Erfolg und ein Teil Scheitern ist. Wahrnehmungssteuerung betreiben. Und, hallo Politik, darauf verzichten ,die Dinge schön zu färben. Eine politische Heldentat wäre nötig!</p>
<p>7) Strukturelle Weichenstellungen vornehmen. Publikations-Infrastrukturen, gut ausgestattete Forschungsreinrichtungen, unbürokratische Hochschulstrukturen. Vernetzungen.</p>
<p> <img src='http://www.fruehstuecksfernsehen.nikolaus-huss.de/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8)' class='wp-smiley' /> Jetzt noch eine ketzerische Idee. Wie wäre es, wenn die beurteilenden oder steuernden Fachabteilungen in den Verwaltungen in ihrer beamteten Form augelöst und durch Projektgruppen ersetzt würden. Denn gerade in innovativen Märkten ändern sich Konstellationen und Zeiten schnell und ein langfristig &#8220;gesichertes&#8221; Wissen exisiert nicht. Alternative: Steering Comittee mit bürokratischem Support.</p>
<p>9) Forschen. Und Forschen lassen. Wer die deutsche Internetszene beobachtet, sieht, dass sich dort, abseits staatlicher Alimentierungen, eine stabile Innovationskultur gebildet hat, die Lust am besten Ergebnis hat. Die Know-How-Sharing betreibt. Die vernetzt. Daraus können wir lernen. Politik kann nicht nur befördern, es kann auch blockieren. Es kann ein Nadelöhr sein, durch das alle hindurch müssen. Politische Demut ist damit eine der Haupttugenden.</p>
<p>Just do it!</p>
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		</item>
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		<title>Innovation. Und behauptetes Innovationsmanagement.</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 07:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Berliner Republik ist wieder auf das Modell des Rheinischen Kapitalismus verfallen. Doch anders als in der Nachkriegszeit, in der es darum ging, industrielle Strukturen wieder aufzurichten, geht es jetzt darum, im Wettbewerb mit jungen dynamischen Volkswirtschaften mit leistungsbereiter Bevölkerung und ehrgeizigen Führungsmannschaften, Innovationsführerschaft zu behaupten. Der FAZ vom 27.4. ist ein besonderer Einblick in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Berliner Republik ist wieder auf das Modell des Rheinischen Kapitalismus verfallen. Doch anders als in der Nachkriegszeit, in der es darum ging, industrielle Strukturen wieder aufzurichten, geht es jetzt darum, im Wettbewerb mit jungen dynamischen Volkswirtschaften mit leistungsbereiter Bevölkerung und ehrgeizigen Führungsmannschaften, Innovationsführerschaft zu behaupten.</em></p>
<p><em>Der FAZ vom 27.4. ist ein besonderer Einblick in die deutsche Führungs-Un-Kultur gelungen. Es geht um die Plattform &#8220;Nationale Elektromobilität&#8221;. Und wer mit wem kann und mit wem nicht. Und wer weshalb in welchem Gremiums sitzt, das die tröpfelnden Innovationsgelder an die immersatten Marktführer verteilt.</em></p>
<p><em>Wird so Innovation organisiert? Sehen sie selbst in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.04.2010 Seite 16. Oder kurzes Mail an mich, dann kommt der Artikel postwendend.</em></p>
<p><span id="more-314"></span>
<p>Alle übrigen müssen sich auf die Aufzählung der wichtigsten Fakten beschränken. Die beteiligten Verbände:</p>
<p>BDI, VDMA, VDA, BITKOM, ZVEI, BdEW, VCI. In diesen Verbänden jeweils noch spezifische Interessen der entsprechenden Marktführer überrepräsentiert. Zumindestens beim VDA belegt. Dann eine Handynummer von der Kanzlerin. Und enge Verbindungen zwischen Politik und den wirtschaftlichen Entscheidern. Ach ja, vergessen habe ich ja den Joker, akatech, Milberg, der später den Vorsitzenden machen wird.</p>
<p>Wird so Innovation gemacht? Von Männern über sechzig? In Unternehmen, die in gefestigten Märkten ihre Claims abstecken und abstecken wollen? Von Menschen, die sich in immer ähnlichen Konstellationen zu immer ähnlichen Runden einfinden und in diesen Runden INNOVATION definieren?</p>
<p>Ist das Innovationspolitik? Oder ist die Erhaltung des Innovationsdefinitionsmonopols. Als Schlüssel zum Geldzugang. Wenn man dann die Kanzlerin erlegt hat, sprudelt das Geld in nach feinzisilierten Regeln in vorab definierte Kanäle. Proporz.</p>
<p>Und versickert da.</p>
<p>Mal ehrlich: Findet Innovation eigentlich im Kanzleramt statt oder in den vornehmen Hinterzimmern der Repräsentanten, wo geschmeidige Lobbyisten und testorongeschwängerte Machomänner sich als Herren des Universums inszenieren? Zigarren gehören da immer zum Ambiente!</p>
<p>Nein.</p>
<p>Mal ehrlich: Wir erkennen, dass das Problem des Lobbyismus nicht Schmiergeld und Strippenziehen ist, sondern Stellungskriege, die noch dann stattfinden, wenn sich die Entscheidungsschlachten schon längst anderswo stattfinden. </p>
<p>Der echte Frontverlauf ist nämlich da, wo echte Innovation stattfindet. Wo Neues entsteht. In Garagen, Hinterzimmern, technoblinden zukunftsgeilen, selbstbezogenen, selbstverliebten, technikverliebten, kuriosen, ahnungslosen, visionären Gründer- und Entwicklerhirnen. Bei Menschen mit wenig Macht und viel Vision.</p>
<p>Bei Tesla zum Beispiel, die neben der Idee auch das Geld in der notwendigen kritischen Masse eingesammelt haben und jetzt verbrennen dürfen. Am Ende wird man sehen, ob dabei etwas raus kommt. Oder ob nur alle diejenigen, die fest daran geglaubt haben, eine Erfahrung reicher sind.</p>
<p>Während dort Entwickler entwickeln, neue Chancen entdecken, an die Wand rennen, Absagen kassieren, Zusagen kassieren, von sich überzeugt sind, die Welt erobern wollen, kurz vor dem Durchbruch sind, dann doch nicht vor dem Durchbruch sind,</p>
<p>&#8230;&#8230;. tagt in Deutschland in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom das erste Mal die Nationale Plattform Elektromobilität und macht die Präludien, um das Geld der Kanzlerin verteilen zu dürfen (wie viel ist das eigentlich? Und wie groß sind diese staatliche Innovationsalmosen in Relation zu Investmentfonds?)</p>
<p>&#8230;&#8230;.. lädt der Energiemonopolist RWE alle Berliner Nichts- uund Wenigtuer und Auch-dabeisein-Woller ein, sich mal in einem echten Tesla (made in USA) mit RWE-Aufkleber einen echten Innovationsflash zu holen. Und freut sich, dass es seine alten Atommühlen, deren Entsorgung noch immer nicht geklärt ist, nochmal länger abschreiben kann. Dann muss man nur noch den regerativen Energien einige Steine in den Weg legen, zum Beispiel bei den Netzen und schon laufen die Atommühlen länger.</p>
<p>Und profitabel.</p>
<p>Wird so Innnovation gemacht? Nein, aber Börsenkursmaximinerung. Und während also die deutsche Politik und die Deutschen Innovationsgelderverteilungslobbyisten weiter für die Generalprobe ihrer neuesten Bühneninszenierung &#8220;Wir machen Innovationstheater&#8221; proben, findet &#8220;draußen vor der Tür&#8221; die echte technologische Revolution statt.</p>
<p>Die Arbeit machen die anderen. Die Gewinne  auch. Aber Deutschland, das Land der Ideen, hat sich selber gefeiert. Schön wars. Aber am nächsten Morgen ist es vorbei.</p>
<p>Und vergessen.</p>
<p>Deutschland. Das Land der Ideeeninszenierungen.</p>
<p>P.S. Es gibt ja auch das Utopia der Ideen. Das heißt Europa. Die letzte EU-Kommission wollte mit ihrem Masterplan die EU zur Innovationsregion Nummer 1 in der Welt machen. Schon gemerkt? Geld ist geflossen. Innovation hat es anderswo gegeben.</p>
<p>Politik heißt nicht nur das Bohren dicker Bretter. Es sollte aber auch das Eingestehen von Machtlosigkeit sein, wenn man machtlos ist. PR geht anders billiger. Und hält Unternehmen dann nicht von ihrer Arbeit ab.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Reflexive Modernisierung. Und ich</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 09:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Worin steckt das Faszinosum des Begriffs Reflexive Modernisierung. Eine Begriffsbestimmung. Und eine wissenschaftspraktische Perspektiventwicklung. Reflexive Modernisierung, das bedeutet, das eine zu machen. Aber die Kritik am Erreichten immer schon zu wissen. Die Grenzen und das Scheitern des eigenen Unterfangens sozusagen von Anfang an mit zu denken. Reflexive Modernisierung ist das Europäische Modell der Weltaneignung. Anders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Worin steckt das Faszinosum des Begriffs Reflexive Modernisierung. Eine  Begriffsbestimmung. Und eine wissenschaftspraktische  Perspektiventwicklung.</p>
<p><span id="more-305"></span>Reflexive Modernisierung, das bedeutet, das eine zu machen. Aber die Kritik am Erreichten immer schon zu wissen. Die Grenzen und das Scheitern des eigenen Unterfangens sozusagen von Anfang an mit zu denken.</p>
<p>Reflexive Modernisierung ist das Europäische Modell der Weltaneignung. Anders als die Amerikaner, die das Vorantreiben von Neuem nie von ihren Gesamtergebnissen her betrachtet, sondern nur von seiner subjektiven Nutzenoptimierung aus bestimmt (und maximal die Nebenfolgen zu reduzieren versuchen), ist das kontinentaleuropäische Modell eher an Gesamtsystemen interessiert. Wie muss etwas konzipiert sein, damit es -auch in unserer Vorstellungswelt – funktionieren kann?</p>
<p>Im Grunde bedeutet “Reflexive Modernsierung” auch, ein Abbild der Welt zu schaffen. Mit allen Vor- und Nachteilen. Innovationstechnisch zum Beispiel ist die Priorität der Vorstellung ein Hindernis. Deshalb wird in Deutscchland Innovationspolitik vor allem von den Unternehmen betrieben, denen man Innovation eigentlich ncht mehr zutraut, den Systemintegratoren, Telekom, Siemens, SAP (Na, da machen wir eine Ausnahme, weil das Unternehmen doch noch ziemlich im Wandel ist). Wem die Politik Innovation zutraut, den muss sie kennen. Sonst gibt es kein Geld. Und weil die Kenntnis der Politik von der Welt nur begrenzt ist, wird auch die Innovation in Deutschend nur begrenzt bleiben.</p>
<p>Reflexive Modernisierung hat aber auch eine andere Seite: Diejenige, den Gegenüber in seinem Anders sein wahrnehmen zu können. Also: Ja, ich bin Bürger Berlins mit seinem kiezig-weltoffenen Charakters, aber ich kann mich auch in “Die Fremde” und ihre traditionelle Ursprungsfamilie einfühlen. Empathie statt vorschneller Verurteilung ist die Folge.</p>
<p>Reflexive Modernisierung bedeutet damit auch, Ideologien als Konstruktionen wahr zu nehmen, deren Bedeutungsbereich eingeschränkt ist. Ich kann sagen, wie ein Mensch mit islamischem Weltbild denkt, warum er welche Schritte tut, auch wenn ich es für mich nicht akzeptieren kann.</p>
<p>Reflexive Modernisierung bedeutet deshalb auch, ständig auf der Suche nach Geltungsbedingungen für Modelle sozialem Verhaltens zu suchen. Und sie natürlich auch zu finden. Insofern ist Reflexive Modernisierung ein sperriges Konzept, ein heuristisches Konstrukt, mit dem wir, die Handelnden, uns auf den Weg machen können, um zu agieren, zu verstehen, Hypothesen zu bilden, warum was nicht funktioniert hat und danach dasselbe anders zu tun.</p>
<p>Das ist das wissenschaftliche Programm reflexiver Modernisierung. Es ist verbunden mit der These, dass das Scheitern der Politik, so wie wir sie kennen, kein unendliches Scheitern sein muss. Sondern dass aus den Erfahrungen des Scheiterns die Erkenntnis gewonnen werden können, dass man in einem veränderten Rahmen trotzdem die dicken Bretter Max Webers bohren kann.</p>
<p>Reflexive Modernisierung ist insofern ein optimistisches Konzept, weil es ihm darum geht, zu verstehen, um zu verbessern. Weil Realität Spielmaterial für eine Reproduktion von Welt in unseren Hinterköpfen ist. Und weil sie davon ausgeht, dass schon was geht. Auch wenn wir es noch nicht erkannt haben.</p>
<p>Reflexive Modernisierung ist insofern auch ein modernes Forschungsprogramm. Weil es bedeuten kann, die einfache Handlungspraxen und ihre Erklärungsmuster erst einmal wahrzunehmen, systemisch zu entwickeln und mit den klassischen Herrrschaftsbeschreibungsmodellen zu kontrastieren. So wird aus empathischen Verstehen und dem wissenschaftlichen Selbstverständnis der reflexiven Modernisierer ein modernes, auf Praxisverbesserung orientiertes Forschungs- und Entwicklungsprogramm.</p>
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		<title>It&#8217;s the economy, stupid! Was wir aus dem iPad lernen können</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 04:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche unter uns glauben, über das Netz würde die Welt neu erfunden. Geld spielt keine Rolle, Beziehungen, &#8220;Friends&#8221; sind die Währung, die gespielt wird. Und soziale Netzwerke, das sind die großen, kostenlosen Wunderwerke der alles mit jedem Vernetzer, und &#8220;ich zeige der Welt mal, was ist heute gemacht habe&#8221;. Es ist alles so schön bunt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Manche unter uns glauben, über das Netz würde die Welt neu erfunden. Geld spielt keine Rolle, Beziehungen, &#8220;Friends&#8221; sind die Währung, die gespielt wird. Und soziale Netzwerke, das sind die großen, kostenlosen Wunderwerke der alles mit jedem Vernetzer, und &#8220;ich zeige der Welt mal, was ist heute gemacht habe&#8221;. Es ist alles so schön bunt hier. Was auch ok ist. Aber Menschen mit marxistischer Grundbildung (Erst kommt das Fressen, dann die Moral), haben sich schon immer gewundert, warum die Apologeten der Postmoderne glauben, wirtschaftliche Macht, Geld und das alles würde keine Rolle spielen. Dabei wird die Netzökonomie seit der Jahrtausendwende nur von einer Spekulationsblase getrieben, durch die, beispielsweise im Falle Google, es besser ist, jede erdenkliche Geschäftsidee zu fördern anstatt den Aktienkurs verfallen zu lassen. Und Google ist ja nicht kostenlos, sondern die Refinanzierung erfolgt über ein für den Nutzer unsichtbares Geschäftsmodell.</em></p>
<p><em>Warum ich der festen Überzeugung bin, dass das Ende des offenen Netzes gekommen ist. Nach der Lektüre von <a title="Der iPad" href="http://www.sueddeutsche.de/computer/698/507850/text/" target="_blank">Bernd Graffs iPad-Unbehagen im süddeutschen Feuilleton vom 7.4.2010</a>.</em></p>
<p><span id="more-303"></span>
<p>Im aktuellen Rat Race der Netzökonomie sind die Guten die Schurken. Google, das globale Unschuldslamm kümmert sich nur um das Wohl Aller, mit kostenlosen und offenen Internetstandards (mal abgesehen vom eigenen Algorithmus, den man hütet wie die heiligen Gral). Don&#8217;t be evil, dieses Motto, muss gar nicht falsch sein. Und tatsächlich ist es so, dass das Unternehmen wirklich revolutionäre Dinge voran treibt. Und wir alle, die wir technologisch begeisterungsfähig sind, verfolgen gebannt und fasziniert, wie das mit Streetview ist. Weil die meisten von uns das total sexy finden, vor dem Rechner zu sitzen, irgend einen Ort der Welt an zu klicken und zu sehen, wie es dort aussieht. Das ist Innovation. Geld schießt nicht nur Tore, sondern macht auch Wunderdinge möglich.</p>
<p>Eine andere Frage, da bin ich ganz Soziologe, ist es, wie sich die Dinge weiterentwickeln, weil die Lego-Spieler und Google Gründer, in eine Rolle hineingewachsen, die ihre eigene Dynamik hat, vom Größenwahn gepackt werden und das &#8220;Don&#8217;t be evil&#8221; plötzlich nur mehr zynisch verstehen würden. Oder aufgrund von Angriffen Dritter sich zunehmend in ihrer eigenen Wahrheit verbarrikadieren. Und in diesem Falle könnten tatsächlich drei Menschen (neben den beiden noch der Herr Eric Schmidt) den Lauf der Welt entscheidend verändern. Oder: Der Aktienkurs bricht ein. Dann werden plötzlich die Kosten für die Serverfarmen, das Einscannen der Wissens der Welt etc. zu einer Belastung, die nach einem echten Geschäftsmodell rufen. Eines mit &#8220;Return on Investment&#8221;, nicht nur mit &#8220;Wechsel auf die Zukunft&#8221;.</p>
<p>Wohlgemerkt, das sind alles Gedankenspiele. Ich will hier niemandem was anhängen. Was ich aber zeigen will, ist, wie sehr die Debatte über die Entwicklung des Netzes im &#8220;Hier und Jetzt&#8221; geführt wird. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass Microsoft auf einmal nur die Nr. 3 im Rat Race ist? Oder daß AOL (wir erinnern uns), 2001 mit Spielgeld erst Time Warner übernommen hat, Kontent sozusagen und dann 2009, also nur acht Jahre später, von Time Warner wieder verkauft wurde. Times, they ar&#8217; achainging! Die Dinge verändern sich eben nicht immer langsam, sondern manchmal sehr radikal.</p>
<p>Google, Ausdruck paradiesischer, also geldloser Zustände im Internet, wird seine Vertreibung aus demselben schon noch erleben. Aber wir, die Netizen, wollten ja auch vorab schon mal darüber diskutieren, wie die Welt, sagen wir 2020 aussieht. Und mit welchen Begrifflichkeiten und Vorstellungen wir diese Welt verstehen und ordnen können.</p>
<p>Open Data, Open Source und Kultur Flatrate sind alles ideologische Modelle, die diese paradiesische Zustände sozusagen als Geburtszustand festhalten wollen. Die Menschen arbeiten, weil es ihnen Spaß macht. Sie haben Freude daran, die Dinge mit anderen zu teilen, Know-how zu sharen, weil daraus Neues entsteht. Und sie kümmern sich in diesem Falle nicht darum, womit sie Geld verdienen. Weil sie beispielsweise in ihrem Hauptberuf bei einem der schrecklichen Großunternehmen arbeiten. Oder an Universitäten. Oder sonst wo. Oder weil es, ganz amerikanisch, Spaß macht, erst lange von einer kostenlos-Kultur zu reden, um irgendwann, einmal im Leben, einen echten Deal zu landen, das Geschäft des Lebens zu machen. Und dann tatsächlich nie mehr im Leben arbeiten zu müssen. Das amerikanische Modell von Innovationsförderung, das wir Deutschen, sorry, halt einfach noch nicht begriffen haben, weil bei uns diese Aggregatsveränderungen (Paradiesmodell, Exitstrategie) niemals mitgedacht werden. Und weil es deshalb auch in Deutschland nur wenige Enterpreneure gibt.</p>
<p>Noch ein Wort zu dem vor allem von Grünen geliebten Modell der Kulturflatrate. Ich finde es lobenswert, dass man zu dem Thema ein Gutachten macht. Dass man diese Idee ins Gespräch bringt. Denn das Neue muss in die Welt. Bedenklicher finde ich, wie unreflektiert die Kulturflatrate immer wieder auf Rattenfang geht. Das klingt so schön. Man zahlt einmal. Und dann ist alles für Umme. Aber wir als refektierte Modernisierer wissen doch längst, dass alles was kostet. Und so ist es für uns kein Problem, auch bis zu dem Punkt zu denken, an dem es darum geht, wie die Kulturflatrategelder wieder ausgegeben werden. Und da kommen dann in der irdischen Welt so Dinge wie GEMA ins Gespräch. Hat sich schon einmal ein Mensch Gedanken darüber gemacht, wie das ist, wenn eine Bürokratie ein Bezahlmodell für alle entwickeln will? Oder gar die Politik? Wollen wir das wirklich. Oder soll man da noch das Wort Kopfpauschale und Gesundheitsfonds in die Runde werfen, um die paradiesischen Traumwelten mal etwas zu erden. Die Einführung einer Kultur- oder Musikflatetrate für alle auf Zwangscharakter würde, ganz wie der Gesundheitsfonds, ein Modell etablieren, in der über Funktionäre, kaum kontrollierte Dritte und ähnliche marktferne Teilnehmer, die ihre Entscheidungen nach ganz anderen kurzfristigen Interessen treffen, über die Bezahlung unserer gesamten Kulturwelt entscheiden würden.</p>
<p>Wollen wir das? Nein!</p>
<p>Das Internet ist dabei, die paradiesische Phase der Unschuld zu verlieren. Adam und Eva und auch die beiden Google Gründer Sergey Brin und Larry Page sind dabei, aus diesem Paradies vertrieben zu werden. Dabei dürfte ziemlich egal sein, wodurch diese Vertreibung stattfinden wird. Es hängen zu viele Äpfel am Baum, die dort verlockend winken.</p>
<p>Draußen warten schon ganz andere. Steve Jobs zum Beispiel, der den Zustand paradiesischer Gemeinwohlorientierung schon längst hinter sich gelassen hat. Was, das soll noch hinzu gefügt werden, nicht bedeutet, schon deshalb ein Schurke zu sein. Die Vertreibung aus dem Paradies, soviel scheint klar, führt allerdings dazu, dass wir beim Urteilen über Taten, Vorzüge und Nachteile abzuwägen haben. Was im Falle Apple bedeutet: Über Geräte zu reden, die offensichtlich für viele Menschen (ich gehöre derzeit nicht dazu), kurzfristige Zustände des Glücks auslösen. Zustände übrigens, die, anders als bei anderen Kaufakten in der Erlebnisgesellschaft (Gerhard Schulze), nicht von einem übermäßigen Enttäuschungsefühl nach dem Kauf begleitet sind, wenn ich das richtig beurteilen kann.</p>
<p>Steve Jobs und Apple sind in mancher Hinsicht das komplette Gegenteil von Google. Denn, wo bei Google draufsteht, nimm mich, kost&#8217; nix, müssen wir bei Apple immer erhebliche Summen berappen, die das Geschäftsmodell der 1995 fast pleite gegangenen Firma nur zu schmerzhaft spüren lassen. Jede neue Idee, die von Apple auf den Markt gebracht wird, wird von seinen Fans mit harter Währung bezahlt. Und den Innovationszuschlag müssen die First Mover auch gleich mit finanzieren.</p>
<p>Steve Jobs und Apple (beim Blick in die Zukunft, wie eigentlich ein Apple nach Jobs aussieht, wird mir schon ganz anders) wiederum können wir als Retter der Welt, wie wir sie kennen, betrachten. Denn neben der Sexyness, die den Produkten zugestanden wird, freuen sich auch schon ganz andere über seinen Erfolg. Und manche übrigens freuen sich nur mit einem Teil ihrer selbst.</p>
<p>Zum Beispiel die Content-Industrie. Allem Open-Data-Gerede und Gutmenschentum zum Trotz ist nämlich Steve Jobs derjenige, der die &#8220;Alles für umme&#8221;-Philosophie der Internet-Päpste mit größter Konsequenz zu Grabe getragen hat. Weil er begriffen hat, dass neben den Netzneards und den virutell-Bastlern auch noch ein erheblich größerer Teil von Menschen existiert, die das Internet einfach nutzen wollen. Denn schließlich küssen selbst ADAC-Funktionäre die Autobahnen, denen sie sich mit größtem Enthusiasmus verschrieben haben, auch nicht jedes Mal, wenn sie sie nutzen wollen. Sie tun es einfach. Und so wird über den iStore eingekauft, Apps installiert, die Apple mit imperialistischen Preisdiktaten durchgesetzt hat, usw. usw. Und das alles zu den Bedingungen des Netzimperialisten Steve Jobs.</p>
<p>Der Frage der Nutzerunschuld nähern wir uns trotzdem wieder. Ist es nicht so, dass sich die Apple User trotzdem als die besseren Menschen fühlen? Dass das Underdog-Feeling aus längst vergangenen Zeiten gemeinsam mit dem wirklich überzeugenden Design, was längst dazu geführt hat, dass Männer nicht mehr über ihre Autos reden (Mein Haus, mein Auto, mein Boot), sondern die neuesten Apps vorführen, was, schon unter ökologischen Gesichtspunkten ein echter Fortschritt ist. So erkennen wir, dass der Wunsch nach paradiesischer Unschuld, der in jedem Menschen weiter existiert, auch durchaus irdische Verbindungen eingehen kann. Schuldig in der Unschuld. Oder unschuldig in der Schuld.</p>
<p>Worauf ich hinweisen will: In der momentanen Debatte über die Zukunft des Netzes reden Unschuldslämmer wie Markus Beckedahl gerne von Netzneutralität, featuren Open-Source und Open-Data. Und das ist auch gut so, weil neue Ideen eine Debatte immer befruchten. Nur sollten wir die neuen Ideen immer wieder mal auf die realen Zustände beziehen. Und ein bißchen kommt es mir dabei so vor, als wenn gerade die deutschen Debattenteilnehmer, quasi vom Tribünenplatz aus darüber reden, wie schön das Spiel ist, das dort unten auf dem Platz getrieben wird. Welche guten Ideen sie hätten, um dieses Spiel noch viel besser zu machen. Und über diese Zuschauerideen reden sie. Ohne tatsächlich mit den Machern zu reden. Und darin liegt das Problem. Alle paradiesischen Zuschauerbertrachtungen aus der deutschen Netz-Community leiden im Sinne des Deutschen Idealismus daran, dass sie auf der Ebene der Ideen verhaftet bleiben. Und dass es erst einen Marx braucht, der dieses Ideen vom Kopf auf die Beine stellt. Und der, Grüß Gott, Globalisierung, auch darüber redet, wie, wenn die Welt auf die Beine gekommen ist, der Deutsche Teil der Welt seinen Wertschöpfungsanteil daran abbekommt.</p>
<p>Meine These: Es gibt keine Unschuld außerhalb des Paradieses. Und wenn, was meine zweite These ist, die Vertreibung aus dem Paradies nun einfach ansteht und die Frage steht, wer in einer künftigen Netzökonomie denn wo und wann sein Geld damit verdient. Und wie die treibenden Kräfte, Entwickler, Journalisten, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Und wer in Deutschland, Europa und der Welt dieser Entwicklung technisch oder faktisch eigentlich eine Regelung verpassen kann, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die neuen Ideen von Open alles und Kostenlos mit der Alten Welt der Wertschöpfungsmodelle in Verbindung zu bringen und darüber zu debattieren, wie viel Abschottung und proprietäre Technik man zulässt, damit auch wieder Geld zurück kommt, wie viel Verlust von offenen Standard man akzeptiert, um nicht ein heimliches Google-Monopol zu etablieren, etc etc.</p>
<p>Web 3.0 wird auch eine Phase der Ernüchterung sein. Denn wenn Nutzer tatsächlich nicht wollen, dass ihre Daten von Facebook sozusagen pauschalisiert und hinter ihrem Rücken verhöckert werden, werden sie klären müssen, wie viel Geld sie bereit sind zu zahlen. Für die Politik in globalisierten Zeiten bedeutet das, Allianzen mit der Ökonomie ein zu gehen. Denn wenn es globale Regulierungen nicht gibt (und die Amerikaner werden einen Teufel tun, hier irgend etwas zu regeln, weil sie nach dem Grundsatz &#8220;Wem nutzt es&#8221;, die Frage bereits beantwortet haben), kann es politisch nur darum gehen, durch Koalitionen Geländegewinne zu erreichen. Das ist schnöde. Und in diesem Spiel kommt dann der Dritte ins Spiel, Microsoft. Wie unsexy. Microsoft, das klingt nach einem Geschäftsmodell (wenngleich Bill Gates als Person sozusagen den umgekehrten Weg geht und über seine Stiftungen, die ernsthaft arbeiten, fast ein bißchen auf dem Weg in das Paradies zurück geht). Diese Firma mit einem digitalen Gemischtwarenladen (Software, Spieleplattform, Handyplattform, alles Märkte in einer hochkompetitiven Phase und alles Märkte, die ihre Impulse von außen, durch neue Trends erhalten) ist, wenn man es unemotional betrachtet, das Unternehmen, dem man inzwischen am meisten &#8220;Trust&#8221; entgegenbringen könnte. Weil es jenseits aller Glorifizierung arbeitet. Weil es die exorbitanten Extragewinne durch früherer Monopolstellungen (Office) reduziert hat, weil es gelernt hat, als Unternehmen auch Verantwortung zu übernehmen und dialogbereit zu sein. Weil es in dem Kampf der Giganten, das Unternehmen ist, das eindeutig auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen, aber auch mit der Zivilgesellschaft und der Politik angewiesen ist.</p>
<p>So ist Politik in der Web 3.0 Gesellschaft für Deutschland weiteres Stück Angelsachsifizierung des politischen Modells. Es geht nicht mehr darum, eine Netzökonomie in einen Rahmen politischen Handelns einzupassen, sondern es geht, ganz Wilder Westen, darum, die Dynamik der Netzökonomie überhaupt an einigen Punkten in eine Richtung zu bringen. Das sind die Debatten, die in den nächsten Jahren anstehen und es werden spannende Debatten sein. Weil so viel neues in der Welt ist. Weil wir, die Aufgeklärteren, die Faszination des Neuen spüren. Und das nicht nur beim iPhone, dem iPad, sondern ganz unsichtbar in unserem Alltag. Weil in den neuen Entwicklungen ein Riesen-Potential für unsere Gesellschaft stecken könnte (wenn wir Deutschen nicht immer nur über Datenschutz und Privacy reden. Und dann persönlich doch alles machen, was wir nicht sollten). Und weil das schön sein könnte, dieses Potential zu heben. Auch und gerade, wenn damit Geschäftsmodelle aus und in Deutschland damit verbunden sind.</p>
<p>In diesem Sinne kommt auch die Enquetekommission des Deutschen Bundestags zur rechten Zeit. Wir messen sie nicht an den Ergebnissen, sondern an den Debatten. Der Weg ist das Ziel. Und die entscheidende Frage wird sein, ob eine Enquetekommission die Richtung des Wegs in den nächsten Jahren nachhaltig beeinflussen kann.</p>
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		<title>Was man von Steve Jobs lernen kann. Und was nicht.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 08:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Frankfurter am Sonntag (4.3.2010, Wirtschaft, S. 31) lese ich einen Beitrag von Georg Meck darüber, was Manager von Apple lernen können wollen. Es ist wie bei Obama. Man ahnt bereits dass eine Applemania die anderen Unternehmen nicht weiter bringen wird. Weil &#8220;die Produkte sexy zu machen&#8221;, zwar ein schöner Traum sind, aber nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In der Frankfurter am Sonntag (4.3.2010, Wirtschaft, S. 31) lese ich einen Beitrag von Georg Meck darüber, was Manager von Apple lernen können wollen. Es ist wie bei Obama. Man ahnt bereits dass eine Applemania die anderen Unternehmen nicht weiter bringen wird. Weil &#8220;die Produkte sexy zu machen&#8221;, zwar ein schöner Traum sind, aber nur ein Element der Apple-Strategie waren. Einige Überlegungen darüber, warum es falsch sein kann, Strategien zu übernehmen.</em></p>
<p><span id="more-301"></span>
<p>Zuerst: Man muss sich nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit dem Zustandekommen desselben beschäftigen. Das heißt: Apple war, als Steve Jobs wieder eingestiegen ist, ein schicker, aber alternder Zwerg, der sich vergeblich mühte, gegen Dominator Microsoft anzustinken. Als Restderivate blieben die Graphiker, die Mär von der leichteren Bedienbarkeit und das Image. Und schlechte Zahlen. Also alles auf Anfang.</p>
<p>Steve Jobs hatte einen Vorteil, den andere nicht haben. Nämlich eine fast uneingeschränkte Entscheidungsmacht. Jedes andere Unternehmen wäre an dem Umfang des Umkrempelns nämlich einfach kaputt gegangen. Neudeutsch: Die Stakeholder hätten das nicht akzeptiert. Die Kehrseite: Wäre Jobs mit seiner Strategie daneben gelegen, gäbe es das Unternehmen nicht mehr. So wie Psion, das kleine und stabile Klappcomputer hergestellt hat, von Nokia übernommen wurde, das daraus  Symbian gemacht hat, dieses Betriebssystem, das vor allem gräßlich schlecht ist. Oder Palm, ein Unternehmen, das sehr funktionable Kleincomputer für die Hosentasche gemacht hat, dann in den Mobilfunkmarkt gegangen ist, sein Betriebssystem neu aufgestellt hat, ein mindestens vorzeigbares Ergebnis vorgelegt hat, das aber wohl mangels Masse scheitern wird. Ungerechtfertigtes Scheitern.</p>
<p>Warum es Jobs geschafft hat, hängt tatsächlich mit einer ganz persönlichen Bestleistung zusammen. Er hat Inspiration. Ich vermute mal, er ist mutig genug, Dinge neu zu denken.</p>
<p>Für diejenigen, die das nicht alles parat haben, zur Wiederholung. Als Steve Jobs gestartet ist, fand er ein erschöpftes Unternehmen vor, das vom Mythos des &#8220;funktionablen Betriebssystems&#8221; gelebt hat, schicke, aber zu  teure Computer gebaut hat, die sich mit ihrem Nischenprofil nicht weiter etablieren konnte.</p>
<p>Steve Jobs hat sich sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie der Markt von morgen aussieht (und zwar in Zeiträumen von 20 Jahren). Jobs kam 1997 wieder an Apples Spitze, nachdem er zuvor mit NEXT ein neues Betriebssystem entwickelt hat. Die gesamte Firma wurde von Apple 1995 aufgekauft und das Betriebssystem zur Basis der künftigen Entwicklung. Er brachte durch Pixar Animation Studio auch die Erfahrung auf anderen Märkten, den Inhaltemärkten mit. Und das wird in der Geschichte noch eine große Rolle spielen.</p>
<p>Also ist die Frage, die sich aus Apples Erfolg ableitet: Wie kann man in einem hoch flexiblen Markt mit einem objektiv zu kleinen Unternehmen erfolgreich sein? Antwort: Indem man Glück hat. Und nach einer Eingewöhnungsphase auch den richtigen Drive in die Spur bringt.</p>
<p>Wer die Abfolge Apples Betriebssysteme in den Neunzigern kennt, weiß, wovon ich spreche: Es sah nicht nach Erfolg aus. Und zwar eine Ganze Weile. Der Schmusekurs mit Microsoft beispielsweise kam damals bei der Fangemeinde nicht gut an. Ähnlich die Frage, die Motorola-Prozessorfrage zu eleminieren. Frontbegradigungen waren auch eines der Erfolgsrezepte von Steve Jobs, wenn es darauf ankam. Vor unbeliebten Entscheidungen hat Jobs nie zurück geschreckt. Die Frage der Kompatibilität mit Intel und die Entspannung an der Microsoft-Front hat sicher dazu beigetragen, dem Unternehmen die Luft zum Atmen zu geben, die es braucht. Also: Es war nicht nur das Design, das Apple so sexy gemacht hat. sondern auch die Hausaufgaben an den unsichtbaren Fronten, die es tatsächlich erledigt hat.</p>
<p>Der eigentliche Coup war aus meiner Sicht aber, dass es Jobs geschafft hat, die Veränderungen der Marktverhältnisse richtig abzuschätzen. These: Es wusste, das Unternehmensgeschäft als isoliertes Geschäft ist für ihn verloren. Aber er hat die Digitalisierung des Inhaltmarktes am Horizont erkennen können. Deshalb hat er mit dem iPod einen neuen Consumermarkt geschaffen. Und für diesen Consumermarkt ist die einfache Nutzbarkeit ein extrem großes Asset, wie jedermann weiß, der, trotz Windows7, noch immer mit der Configuration von virtuellen Com-Ports und ähnlichem belästigt wird.</p>
<p>So wurde der Winzling iPod zum Trojanischen Pferd für Apple, in den Markt der Betriebssysteme einzubrechen. Weil sich für den Nutzer ja nicht erschließt, was in seinem Computer werkelt, sondern nur die Haptik und das Nutzer-Interface eine Rolle spielen. Und so hat Apple über den iPod auch seinen Markt neu definiert. Denn plötzlich ist es nicht mehr das Gerät, das im Mittelpunkt steht, sondern die Nutzbarkeit des Musikshops iStore. Und wieder hat der iStore ja viele Feinde. Weil es Apple durchgesetzt hat, einen proprietären Markt abzuschotten und zwar auf der Ebene des Nutzers durch einfache Benutzbarkeit, aber auf der Ebene der Geschäftsstrategie dadurch, dass es gelungen ist, den iStore als Vertriebsweg vor allen anderen in den Markt zu schicken. Und das Drohpotential auch richtig einzusetzen. Die Verhandlungen von Jobs mit den Musikverlagen waren alles andere als freundlich. Und auch, wenn es jetzt so erscheint, als wenn Jobs der Retter der Reste der Musikindustrie wäre, zu Beginn hatten sie ihn nicht so betrachtet. Denn dass Apple im Musikmarkt kontinuierlich mitverdient, war bis zum Ende stark umstritten. Und dass Jobs bei den Mobilfukanbietern auch mitverdienen will, ist noch immer umstritten. Die Veränderung der Revenue-Quellen ist auch so ein Thema, dem sich Jobs gerne annimmt.</p>
<p>An Frage der Freigabe von Lizenzrechten sieht man auch, dass eine Fähigkeit immer zur Apple-Strategie gehört haben: Flexibilität in der Nachjustierung von Verhandlungsergebnissen. Das war bei den Musikrechten so, das war zuvor beim Betriebssystem so.</p>
<p>Ein klares Bild von den Marktverhältnissen von übermorgen, eine definierte Rolle Apples in diesem Zukunftsmarkt sind also die eine Seite. Härte und Flexibilität in der Durchsetzung seiner Unternehmensziele auf der anderen Seite, das ist das Erfolgsrezept. Zum Thema Härte: Sie kann auch aktuell beobachtet werden, unter anderem in der Härte, mit der Apple jetzt, in einer Stärkephase gegenüber Mobilfunkanbietern oder gegenüber Apps-Anbietern auftritt.</p>
<p>Das Erfolgserezept Apples? Wir sehen, Produkte, die sexy sind, sind eher ein Resultat, als der Anfang einer Erfolgsstrategie. Schließlich hat die Designermarke Braun und andere gescheiterte Designermarkten ja vorgemacht, dass es leichter ist, in Schönheit zu sterben, als aus einer Designmarke ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen zu machen.</p>
<p>Wenn Apple jetzt so strahlend da steht und auf den Zukunftsmärkten vor Microsoft liegt, dann deshalb, weil die innere Konstellation für die Markterschließung gestimmt hat. Jobs ist da ein starkes Pfund. Und wir werden sehen, ob es Jobs gelungen ist, die Unternehmensspitze so aufzustellen, dass sie auch in der Zeit nach ihm als System weiter erfolgreich agieren können. Und so zeigt sich: Aus der &#8220;sexy Marke&#8221; Apple lässt sich selbst für Apple kein Erfolgsrezept ableiten. Sondern eher eine Agenda, welche die wichtigsten Herausforderungen sind, die das Unternehmen auf seinem weiteren Weg in die Zukunft nehmen muss. Und es wird sich zeigen, ob das Unternehmen fähig ist, diese Herausforderungen auch tatsächlich erfolgreich zu meistern.</p>
<p>P.S. Was ich damit eigentlich sagen will. Jedes Unternehmen, jede Institution hat eine individuelle Biographie, Stärken und Schwächen. Dessen muss sie sich bewußt sein, mit denen muß das Unternehmen umgehen. Es bringt einen zur Verzweiflung, wenn man sieht, wie viele Unternehmen in einer vordergründigen Nachahmung eine Strategie sehen. Gut gemeint, ist zumeist nicht gut gemacht. Und die Kurzatmigkeit, mit der Unternehmen heute geführt werden, sind die wesentliche Ursache für deren Erfolglosigkeit. Google, Apple und Microsoft sind Unternehmen, die ihren Börsenkurs entweder nicht ernst nehmen müssen (Google, das Unternehmen muss nur einem Kursverfall vorbeugen), oder die gezeigt haben, dass sie auch in der Krise den Kurs beibehalten. Das sollte man in DAX-Unternehmen, die höchstbezahlte Manager heuern und feuern, aber keine Vision vom Markt und dem Unternehmen haben, mal diskutieren. Aber die Jobhopper in den Aufsichtsräten, die ihren Erfolg in der Anzahl ihres Einflussses und nicht in dem Erfolg der von ihnen beaufsichtigten Unternehmen bemessen, wäre dieses Maß wohl zu selbstbezüglich. Reflexive Modernisierung. In den Chefetagen der meisten Unternehmen ist dieser Begriff in seiner Relevenz offensichtlich noch nicht deutlich geworden.</p>
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