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	<title>Nikolaus&#039; Fruehstuecksfernsehen &#187; Gesundheit</title>
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	<description>Politische Betrachtungen zum Tage</description>
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		<title>An alle Spötter und Besserwisser. Zu Obama und der Gesundheitsreform. Helden für Morgen IV</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 09:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was bleibt eigentlich von Obama? Wenn man sich &#8220;draußen in Lande&#8221; umhört, nicht viel. Noch vor der heutigen Entscheidung über die Gesundheitsreform meine ich: Obama zeichnet eines aus. Er hat sich entschieden, die Gesundheitsreform zu &#8220;seinem Ding&#8221; zu machen. Mit allen Konsequenzen. Ja, Obama ist ein Ausnahmepolitiker. Aber nicht nur, weil er reden kann. Sondern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bleibt eigentlich von Obama? Wenn man sich &#8220;draußen in Lande&#8221; umhört, nicht viel. Noch vor der heutigen Entscheidung über die Gesundheitsreform meine ich: Obama zeichnet eines aus. Er hat sich entschieden, die Gesundheitsreform zu &#8220;seinem Ding&#8221; zu machen. Mit allen Konsequenzen.</em></p>
<p><span id="more-285"></span>
<p>Ja, Obama ist ein Ausnahmepolitiker. Aber nicht nur, weil er reden kann. Sondern, weil ihn seine Hartnäckigkeit bei der Umsetzung der Gesundheitsreform zu einer außergewöhnlichen Person macht. Und zwar egal, ob sie scheitert oder nicht. Einfach, weil er das Risiko des Scheiterns auf sich genommem hat, um den Skandal Nr. 1, dass das amerikanische Gesundheitssystem, nach pro Kopf Ausgaben das teuerste der Welt, die Hälfte seiner Bevölkerung einfach im Regen stehen lässt, endlich ein Ende findet.</p>
<p>Das ist Politik. Das ist Verantwortung in der Politik. Verantwortung zu übernehmen, auch mit dem Risiko des Scheiterns. Und dafür muss die Welt auch damit leben, dass in Sachen Klima derzeit nichts voran geht. Weil zwei Risikobaustellen schief gehen würden.</p>
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		<title>Statt Laienpossen. Wo Lobbying stattfindet. Und warum in der Gesundheitspolitik nix vorangeht.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was machen die Medien rum mit FDP Reisegruppen und dem Sponsoring der CDU für Ministerpräsidentenauftritte. Alles kalter Kaffee. Aber manche dieser Possen verbergen, wo sich die Strippenzieher wirklich treffen. Und wo sie alles dafür tun, damit nix besser wird. Etwas zum Nachdenken für alle, die auch der Meinung waren, dass die Arbeit von Sawicki und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was machen die Medien rum mit FDP Reisegruppen und dem Sponsoring der CDU für Ministerpräsidentenauftritte. Alles kalter Kaffee. Aber manche dieser Possen verbergen, wo sich die Strippenzieher wirklich treffen. Und wo sie alles dafür tun, damit nix besser wird. Etwas zum Nachdenken für alle, die auch der Meinung waren, dass die Arbeit von Sawicki und des IQWIK wichtig waren. Ein <a title="Sawicki und die neue Regierung" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,683761,00.html" target="_blank">Hintergrundbericht von Spiegel online</a> . Diesmal wirklich mit Brisanz.</p>
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		<title>Lobbyisten an die Macht! Jetzt wird&#8217;s spannend.</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 08:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rösler lässt&#8217;s krachen. Wenn er jetzt den Cheflobbyisten der PKV an die Macht holt, wird das eine Welle der Empörung lostreten. Aber wenn, wie die FAZ vom 12.1. schreibt, der Minister Christian Weber von der PKV ins Amt holt, der ein ausgesprochen inhaltliches Profil hat, kann das spannend werden für die politische Debatte. Gut auch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rösler lässt&#8217;s krachen. Wenn er jetzt den Cheflobbyisten der PKV an die Macht holt, wird das eine Welle der Empörung lostreten. Aber wenn, wie die FAZ vom 12.1. schreibt, der Minister Christian Weber von der PKV ins Amt holt, der ein ausgesprochen inhaltliches Profil hat, kann das spannend werden für die politische Debatte.</p>
<p>Gut auch, dass er sich von dem erwartbaren Geplärre über den Einfluß der Lobbyisten nicht abschrecken lässt. Denn auch Lobbyisten können denken. Und wenn im Ministerium die Einheitsmessen gesungen werden, kann anderer Sachverstand eben nur von außen kommen.</p>
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		<title>Wie Politik bewegen könnte. Einige Markierungen aus grüner Perspektive</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 16:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich komisch. Da gibt es eine neue Regierung, von der man sagen kann, dass sie wirklich gar nichts will außer regieren Und die schon deshalb auf Opposition verzichten kann, weil sie mit sich selber in Opposition liegt. Und trotzdem regt mich das nicht auf. Stattdessen immer noch Respekt vor Angela Merkel, die es allem Politikgewurschtel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich komisch. Da gibt es eine neue Regierung, von der man sagen kann, dass sie wirklich gar nichts will außer regieren Und die schon deshalb auf Opposition verzichten kann, weil sie mit sich selber in Opposition liegt. Und trotzdem regt mich das nicht auf. Stattdessen immer noch Respekt vor Angela Merkel, die es allem Politikgewurschtel zum Trotz immer noch vermag, die Probleme zu benennen <a title="Angela Merkel im FAZ Gespräch" href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E4FF9F106C9B449F38FE28708A1432CA6~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">(zum Beispiel in ihrem Interview der FAZ vom 14.11.2009), </a> die auf der Agenda stehen (und auch von ihr nicht gelöst werden). Was fehlt eigentlich, um sich für eine Alternative zu begeistern. Einige Gedankensplitter.</p>
<p><span id="more-149"></span>
<p>Wie könnte also eine Gegenbewegung aussehen, die innere Energie freisetzen könnnte? Lektüre zum Thema: Die Zeit Beilage 50 Deutsche von gestern für die Welt von morgen (Sonderbeilage, Nr. 47). Denn rückblickend erkennt man, dass es immer einfach Menschen gebraucht hat, die einfach machen und ihren Weg gehen. Die Welt ist so. Nur wer was tut, kann was verändern.</p>
<p>Back to Politiks. Gestern, am Rande einer gesundheitspolitischen Veranstaltung, kam ich in ein Gespräch mit einer sehr engagierten Ärztin, der ich im üblich skeptisch distanzierten Ton mein Bild von der Gesundheitspolitik vortrug. Was sie empört zurück wies. Kurze Zeit später, in einem Workshop zum Thema Skills-Lab (also Ansätzen, den Ärzten auch mal zu zeigen, was sie in ihrem beruflichen Alltag mal tun müssen), treffen wir uns wieder. Die Skills Labs sprechen über ihre Erfahrungen. Vier Universitäten, vier Erfahrungen. Mein Eindruck: Eine gute Idee. Aber sie hat sich durch Studenten entwickelt, die einfach &#8220;Ihr Ding&#8221; gemacht haben, weil sie das Gefühl hatten, das wäre dringend nötig. Mal behindert, mal toleriert, aber nie gefördert von den Hochschulstrukturen.</p>
<p>Wieder FAZ von Gestern. Wochenendbeilage zum Thema Zivilcourage. In dem Beitrag Solln und Haben, von Marcus Jauer und Melanie Mühl (FAZ, 14.11.2009, S. 44) sprechen die Autoren auch mit Bettina Rockenbach die einen Lehrstuhl für Mikroökonomie an der Universität in Erfurt inne hat:</p>
<p><em>&#8220;Bettina Rockenbach und ihre Mitarbeiter versuchen herauszufinden, was die Mechanismen sind, die gruppendienliches Verhalten fördern. Dazu bedienen sie sich verschiedener Spiele, die meist darauf hinauslaufen, dass ihre Probanden alle Geld in einen Topf einzahlen, wo es verzinst wird, um alle Mitglieder der Gruppe am Gewinn zu beteiligen. Beteiligt werden allerdings auch jene, die nicht eingezahlt haben, so wie beim Brunnenbau in einem Dorf am Ende auch die Wasser holen, die sich vor dem Schachten gedrückt haben, oder auf der neuen Straße auch die fahren, die sie nicht mitgebaut haben. Das sind die Trittbrettfahrer. Es gibt sie in allen Grupen, sie nutzen die Erträge von Zusammenarbeit, investieren aber nichts in sie.</em></p>
<p><em>Sobald unter den Versuchsteilnehmern von Bettina Rockenbach und ihren Mitarbeitern Trittbrettfahrer auftauchten, sank unter den anderen Teilnehmern der Wille zur Kooperation rapide, bis die Gruppe schließlich zerfiel. Manchmal wurde der Versuch für einen moralischen Appell unterbrochen, manchmal wurden die Trittbrettfahrer geächtet, auf Dauer änderte das jedoch nichts. In einem weiteren Spiel konnten die Teilnehmer dann wählen, ob sie sich lieber einer Gruppe anschließen möchten, in der Trittbrettfahrerei bestraft werden kann, oder einer, in der dies nicht möglich ist. Fast alle Probanden schlossen sich der Gruppe an, in der nicht gestraft werden konnte. Die meisten von ihnen, weil sie hofften, es komme freiwillig zur Kooperation. Doch das war ein Irrtum.&#8221;</em></p>
<p>Soweit zum Thema, wie man die Wahlentscheidungen erklären kann: Wenn die Trittbrettfahrer die Überhand gewinnen und an die Macht kommen, will man auch nicht abseits stehen. Oder glaubt wirklich jemand dass das Zuschaufeln von Geld, wie es jetzt mit der hemmungs- hilflosen Steuerreform versucht wird (und vorab schon an die Ärzte und Apotheker, return on investment), Deutschland und die Welt wirklich ein großes Stück voran bringt? Nee, zumindest habe ich noch keinen getroffen, der mir das Auge ins Auge versichern würde.</p>
<p>Was mir die Diskussion zum Thema Gesundheitspolitik auch gezeigt hat. Es gibt Engagement. Aber das Interessante ist, dass die Menschen schon gar nicht mehr erwarten, dass sie Unterstützung (zum Beispiel von der Hochschulleitung) erhalten. Sie sind schon zufrieden, wenn ihnen niemand mehr Steine in den Weg legt. Lustig: Konfrontiert mit diesem Bild, reagieren alle mit einem echten Aha-Erlebnis.</p>
<p>Aber wo wir uns umsehen, es gibt Menschen, die einfach das tun, was sie für richtig halten. Und, und da ist der Unterschied, die das nicht tun, weil sie dafür hochdotiert sind. Sondern weil es ihnen wichtig ist. Mal ohne Bezahlung, mal als ganz normaler Angestellter, mal in Top Positionen. Jedoch immer trotz der Belohnungs- und Beförderungsstruktur. Sozusagen: Weil sie es sich wert sind!</p>
<p>Vielleicht besteht darin die revolutionäre Mischung für ein neues Politikkonzept: Auf alle diejenigen hören, die ernsthaft etwas ändern wollen. Die Rahmenbedingungen so stellen, dass sie den Rahmen mit definieren. Innovation von unten nach oben entwickeln, von draußen nach drinnen. Politik ist Selektierer, Ideenmarkierer und Wirkungsverstärker. Motivator. Politik ist nicht Macher.</p>
<p>Beispiel: Wie verändere ich Arbeitsmarktpolitik so, dass sie funktioniert (im Beratungs- und Vermittlungsbereich). Indem ich die formalen Kriterien reduziere und die Menschen vor Ort machen lasse. Und die besten Ideen belohne und weiter gebe. Denn das ist die Crux an der Dezentralität, Dass es sein kann, dass an 1000 Orten dieselbe schmerzhafte Erfahrung 1000 mal gemacht wird. Aber in Sachen von Internet und Informationsaustausch dürfte das eines der kleinen Probleme sein, oder?</p>
<p>Oder in der Hochschulpolitik. Statt immer größere Evaluationsbürokratien zu schaffen und immer mehr zu spezifizieren, zu verfeinern und zu modifizieren, sich auf die wesentlichen Elemente besinnen und die grundsätzlichen Eckdaten richten. Also: durchgängige Karrieremuster schaffen, dass auch wissenschaftliche Mitarbeiter aufsteigen können und nicht ein Heer von Wissenschaftssklaven schuften muss, um eine der hoch hängenden Trauben (Professor) zu erhaschen. Wissenschaftlich industrielle Reserve-Armeen schaffen Unruhe, da kann auch das am schönsten inszenierte Rat-Race, der Excellenzwettbewerb nichts wirklich ändern. (Diesen und den nächsten Gedanken verdanke ich Richard Münch, der als Professor auch das Rat Race Zitationsanzahl mitläuft, nebenher jedoch umwerfend überraschende Erkenntnisse produziert. So muß Wissenschaft sein!)</p>
<p>Oder in der Schulpolitik. Erklärt mir mein Sohn, der sein Abitur plant, beim Frühstück, welchen Kriterien er entsprechen müsste, um die bestmögliche Abiturnote in Politikwissenschaften zu erreichen. Originalität ist nicht gefragt, vielmehr weiss er inzwischen auch, dass er mit tröge formulierten Sätzen, denen jede Inspiration fehlt, besser ans Ziel kommt als mit originellen Ideen. Weil die sind in der Einheitsskala der Abiturwertungen nicht vorgesehen. Schöne neue Welt!</p>
<p>Nein, ich bin weder verzagt noch verzweifelt. Am Vorabend von Tschernobyl haben sich alle in Sicherheit gewiegt. Nein, die Atomenergie ist sicher. Um in den Wochen danach zu erleben, wie ihre mühsam aufgebaute potemkinsche Fassade mit einem Schlag zusammen gebrochen ist. Es gibt eine Realität jenseits der Realität, die wir erkennen können. Nur ist sie noch nicht auf den Begriff gebracht.</p>
<p>Wer will, dass sich diese Gesellschaft auf den Weg macht, der muss die Weichen dafür stellen, dass sich die gesellschaftlichen Systeme verändern können. Im Gesundheitsbereich: Warum sollten ethisch motivierte Menschen und Netzwerke nicht ihre Leistungen anbieten können. Zu guten Konditionen, aber eben nicht mit dem Gedanken der Einkommensoptimierung. Im Unternehmensbereich: Warum sollten wir nicht Sozialunternehmen, also Unternehmen, in denen die Gewinne im Unternehmen verbleiben und auch der Einkommensobergrenze ein Riegel vorgeschoben ist (selbstverwaltet, Beschluss der Einkommensordnung durch die Gesellschafter), warum sollten solche Unternehmen nicht andere Steuerkonditionen erhalten. Weil sie nachhaltig gesellschaftlichen Wert aufbauen.</p>
<p>Oder im Unternehmensbereich: Warum sollte nicht ethisch motiviertes Venture Capital möglich sein. Allerdings: da muss sich die Politik schon von ihren Milchmädchenrechnungen verabschieden. Der Investorenprofit muss in der Tat höher sein, weil auch das Risiko extrem ist.</p>
<p>An diesen Fragen gilt es weiter zu denken: Wie können die Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft so geändert werden, dass Eigennutz kleiner Kollektive und Gemeinwohl wieder überein stimmen. Und wenn wir von Schwarz-grün reden: Hier gäbe es ein weites Feld, in dem die Subsidiaritätsvorstellungen der CDU/CSU, die weniger Staat und mehr verantwortliches Handeln des Einzelnen will, und die libertär-ethisch motivierten Grünen zusammen passen würden. Weil sie sich trauen, den Menschen die Verantwortung zurück zu geben. Weil sie sich trauen, die Realität neu zu denken. Weil sie sich trauen, auf Macht oder besser Pseudo-Macht zu verzichten. Weil sie sich trauen, ihre Ohnmacht endlich einzugestehen und sich neue Bündnispartner suchen. Quer durch alle politischen Lager, alleine dem Gedanken verpflichtet: Wir wollen es schaffen, wir wollen unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft hinterlassen. Wir wollen daran mitarbeiten, auch wenn wir noch nicht wissen, wo das endet. Entweder enden wir als Sisiphos. Oder als ein kleines Teil in einer großen Veränderung. die einfach angefangen hat. Weil wir es uns wert sind!</p>
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		<title>Und immer gesund bleiben. Anmerkungen zur Gesundheitspolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 13:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt läuft sich also Frau von der Leyen warm für ihren Traumjob. Gesundheitsministerin. Prävention ist das grosse Stichwort, unter dem sie starten will. Einige Spontanassoziationen Alle warten gespannt auf den neuen Rahmen der Gesundheitspolitik. Immerhin werden in diesem Megasystem jährlich erkleckliche Milliarden jährlich verteilt. Nicht immer nach klaren Gesichtspunkten. Jetzt hat Frau von der Leyen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt läuft sich also Frau von der Leyen warm für ihren Traumjob. Gesundheitsministerin. Prävention ist das grosse Stichwort, unter dem sie starten will. Einige Spontanassoziationen</p>
<p><span id="more-126"></span>
<p>Alle warten gespannt auf den neuen Rahmen der Gesundheitspolitik. Immerhin werden in diesem Megasystem jährlich erkleckliche Milliarden jährlich verteilt. Nicht immer nach klaren Gesichtspunkten.</p>
<p>Jetzt hat Frau von der Leyen die Prävention als Topthema der nächsten Legislaturperiode geoutet. Ob sie das ernst meint? Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen Prävention, doch angesichts der Megathemen der Gesundheitspolitik, Finanzierung und Rahmensetzung für alle professionellen Akteure, wirkt die Rede von Prävention fast wie ein Ablenkungsmanöver.</p>
<p>Option 1: Frau von der Leyen ist überzeugt, dass Prävention einen wesentlichen mittelfristigen Beitrag für die Finanzierungsprobleme des  Gesundheitswesens leisten kann. Dann ist sie eine hoffnungsfrohe Gesundheitsromantikerin.</p>
<p>Option 2: Frau von der Leyen weiss, dass sie öffentliche Themen anbieten muss, die die Menschen mitnehmen, um abseits der öffentlichen Themen die Arbeiten am Unterbau des Fahrzeugs vornehmen zu können.</p>
<p>Option 3: Frau von der Leyen redet über Prävention, um über dieses Thema (gesunder Lebensstil??) zu den Finanzierungs- und Strukturthemen (Versicherungsoptionen für unterschiedliche Risikoklassen) zu kommen. Das wäre was wirkliches Neues, wenn öffentliche Plaudereien und tatsächliches Tun zusammenwirken könnte.</p>
<p>Wir bleiben gespannt.</p>
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		<title>Zuerst über Prävention in der Gesundheitspolitik reden, und dann ins echte Geschäft starten</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 06:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Das wäre wie eine Fahrt ins Grüne, obwohl der Wagen nicht im betriebsfähigen Zustand ist. Im Innenraum des Wagens setzt man auf Stimmung und Wellness. Wenn das nicht schief geht. Denn schließlich wird so eine Wellness-Ausflug schnell zur Plage, wenn die Insassen schließlich selbst Hand anlegen müssen, weil der Motor versagt. Wir werden sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das wäre wie eine Fahrt ins Grüne, obwohl der Wagen nicht im betriebsfähigen Zustand ist.</p>
<p>Im Innenraum des Wagens setzt man auf Stimmung und Wellness. Wenn das nicht schief geht. Denn schließlich wird so eine Wellness-Ausflug schnell zur Plage, wenn die Insassen schließlich selbst Hand anlegen müssen, weil der Motor versagt.</p>
<p>Wir werden sehen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Grün wohin. Eine Perspektivbestimmung für eine ziemlich unsichtbar erfolgreichen Partei.</title>
		<link>http://www.fruehstuecksfernsehen.nikolaus-huss.de/2009/10/grun-wohin-eine-perspektivbestimmung-fur-eine-ziemlich-unsichtbar-erfolgreichen-partei/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 03:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Was von vielen übersehen wird: Die GRÜNEN sind die Sieger der letzten Bundestagswahl. Mehr Wählerinnen und Wähler als jemals zuvor, haben für Grün votiert. Nur ist das aufgrund des Zieleinlaufs als fünftgrößte -und damit kleinste- Partei weitehend ohne Machtoption kurzzeitig in Vergessenheit geraten. Die Grünen, das haben die baden-württembergischen Kommunalwahlen udnd die paralell stattfindenden Landtagswahlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was von vielen übersehen wird: Die GRÜNEN sind die Sieger der letzten Bundestagswahl. Mehr Wählerinnen und Wähler als jemals zuvor, haben für Grün votiert. Nur ist das aufgrund des Zieleinlaufs als fünftgrößte -und damit kleinste- Partei weitehend ohne Machtoption kurzzeitig in Vergessenheit geraten. Die Grünen, das haben die baden-württembergischen Kommunalwahlen udnd die paralell stattfindenden Landtagswahlen gezeigt, haben sich etabliert. Einige Thesen, was zu tun ist.</p>
<p><span id="more-106"></span>
<p><strong>Grüne Herausforderungen</strong></p>
<p>Was aber erwartet uns, wenn wir weiter in die Zukunft sehen. Ich sehe einige große Herausforderungen, die die Grünen gemeinsam und streitbar lösen sollten.</p>
<p>
1) Was bitte, ist grün. Wer sich die Parteitagsbeschlüsse der letzten Jahre genauer betrachtet, der erkennt einen verbalen Linksruck. Parteitagsbeschlüsse fordern klare Töne, positionieren sich für die Schwachen der Gesellschaft und zweifeln mehr denn je, dass Krieg, um was anderes handelt es sich in Afghanistan nicht, offensichtlich keine erfolgreiche Fortführung der Politik mit anderen Mitteln ist. Meine These: Der scheinbare Linksruck ist ein Resultat von Generationswechsel und dem Wunsch nach klaren Aussagen, einer klaren Positionierung. Wer darin bloß einen Linksrutsch sieht, irrt. Es ist mehr eine Art neuer Ortsbestimmung.</p>
<p>2 ) Die Diskussion ist eröffnet. Und sie sollte jenseits alter Fronten geführt werden. Wohin gehen die Grünen, diese Diskussion findet bereits seit längerem statt. Die Diskussion um Grundeinkommen, um unser kinder- und sozialpolitisches Konzept (Institutionelle Lösung oder mehr Geld für die, die weniger haben), lief bereits quer zu alten Fronten. Das wird so bleiben. Denn, was offensichtlich konsequent ignoriert wird, ist, dass die jüngeren Menschen sich wenig darum scheren, ob bestimmte Positionen Fundi und Realo sind. Sie wollen eher, dass man ihnen zuhört, die Diskussion geführt wird. Aber unter Reformern ist die große Stille ausgebrochen.</p>
<p>3) Aus meiner Sicht ist die Diskussion über die politische Perspektive keine Frage von links oder Mitte, sondern eine, die differenzierter stattfinden muss. Erhalten (oder zurück gewinnen) sollten sich die Grünen das Recht auf klare Analyse und deutliche Worte. Sowohl Renate Künast wie auch Jürgen Trittin entsprechen dem. Tatsächlich hat sozialdemokratische Undeutlichkeit und christdemokratisches Sozialdemokratisieren zu einer Beliebigkeit geführt, die ihrerseits für Politikverdrossenheit sorgt. Klarheit und Verständlichkeit sind oberstes Gebot. Zum Beispiel in der Aufarbeitung der Finanzkrise. Aus meiner Sicht ist die Frage, wer an der Krise &#8220;schuld ist&#8221;, ob Politik oder Finanzen bzw. Wirtschaft, völlig falsch. Denn beide haben, zumindest in den USA, ihren Beitrag am Entstehen der Krise.</p>
<p>Wenn man von den erfrischend klaren Inszenierungen von Peer Steinbrück absieht, war die Sanftheit, mit der Politik das wirtschaftliche Elitenversagen abgefedert und ohne ernsthafte, selbst sprachliche Konsequenzen erledigt bzw. in die Zukunft verschoben hat, ein Ausdruck dessen, dass sie sich eben in das Boot „derer da oben“ gesetzt hat. Die besondere Pointe dabei ist, dass die Sozialdemokraten darüber hinaus „für das Volk“ die Inszenierung aufrecht erhalten wollte, sie könne Opel retten. Das glaubten bei Anne Will nicht einmal mehr die Opel-Mitarbeiter, die sich das wünschen würden. Das dicke Ende kommt bestimmt, weil das Thema Opel auch weiterhin als politisches Thema in den Medien bleibt: Einschließlich aller wirklich notwendigen abzubauenden Arbeitsplätze.</p>
<p>Meine Schlussfolgerung für die Grünen lautet deshalb: Klar in der Analyse und Benennung der Tatsachen. Mutig und intelligent bei der Diskussion und Entwicklung neuer Ideen und Konzepte, die aus der Krise führen.</p>
<p><strong>Ein neues Bild der Gesellschaft tut not. Und eine neue Institutionenpolitik.</strong></p>
<p>4) Intelligent in der Entwicklung von Ideen und Konzepten, diese etwas blasse Aussage will ich weiter erläutern.</p>
<p>Meine These: Wir sollten unser Bild von der Gesellschaft überprüfen. Denn noch immer denken wir in den Institutionen des alten Nationalstaats. Aber den gibt es aber schon lange nicht mehr. Es liegt deshalb an den Grünen, ein neues Bild vom Wirken gesellschaftlicher Institutionen zu entwickeln.</p>
<p>Die Grundidee ist einfach und liegt den Grünen nahe. Politische Erfolge werden auch in Zukunft immer weniger einfach &#8220;vom Staat&#8221; für seine Bürger und Bürgerinnen organisiert, sie werden in Zukunft immer mehr von einer Bürgersellschaft erstritten – und umgesetzt- werden. Wir alle kennen das Versagen klassischer Institutionen, wenn es um die Lösung wichtiger Fragen geht: Die Schulen sind ein Beispiel. Auch wer seine Kinder in der Staatsschule hat, weiß doch, dass Engagement in der Schule oftmals trotz, nicht wegen der institutionellen Bedingungen stattfinden.</p>
<p>Denn viele Institutionen, die Probleme lösen müssten, sind längst zu Befehlsempfängern mutiert, unfähig, im starren Institutionskonzept etwas zu bewegen oder wirkliche Verbesserungen zu erzielen. Das wissen einerseits alle. Um andererseits von diesen Institutionen immer neue Wundertaten zu erwarten.</p>
<p>So wird inzwischen, befeuert von der Corporate Governance-Diskussion, eine Politik des oberflächlichen Symbolismus betrieben.</p>
<p>Die Bundesagentur für Arbeit ist dafür ein Beispiel. Noch völlig unbeleuchtet ist, wie in der größten aller Behörden, der fäschlicherweise zur Bundesagentur mutierten Pseudo-Dienstleistungsorganisation, mit freundlicher Unterstützung von hochbezahlten Unternehmensberatern fröhlich potemkinsche Dörfer des Erfolgs schafft. Zielvereinbarungen, Corporate Governance, die jüngsten Trends der Politikberatungsfeuilletons werden in der Arbeitsagentur in aller Breite ausgelebt. Die Ergebnisse bleiben im Übrigen gleich. Wenn die Konjunktur schlechter wird, steigen die Arbeitslosenzahlen, Arbeitslose werden in ALG I und II geparkt, bis sie wieder auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Eingeschoben werden Quick&amp;Dirty Maßnahmen, die die Arbeitslosen aus ihren Fernsehsesseln vertreiben sollen. Aber wirkliche Erfolge in der Vermittlungsarbeit hat noch keiner der angeschlossenen IAB-Wissenschaftler feststellen können. Stattdessen wird daran gearbeitet, die institutionelle Macht auszubauen. Mehr Berater, einen verbesserten Beratungsschlüssel, etc. Aber eine ernsthafte Frage: Wie sollen Menschen, die ihr Leben lang auf einem Amt gesessen haben, Arbeitslose beraten, wie sie besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren seien?</p>
<p>Wer weiß, wie sich die Förderpolitik in den letzten Jahren verändert hat, der weiß auch, dass der Trend zur Kurzmaßnahme geht. Da werden Migranten zum vierten oder fünften Mal in irgendwelche Maßnahmen ohne Ziel gesteckt, damit sie es sich (angeblich) zu Hause nicht zu bequem machen und schwarz arbeiten. Aber mit den hochtrabenden Sonntagsreden von der Qualifizierung der Menschen haben diese Maßnahmen schon lange nichts mehr zu tun.</p>
<p>Die Unkultur der Zielvereinbarungen ist deshalb problematisch, weil keine Freiheitsräume geschaffen werden, die Platz für neues Handeln schafft. Weil der Prozess ja gesteuert werden muss. Tatsächlich entsteht dadurch ein institutionelle Second Life. Es geht nicht um Erfolg, sondern um Erfolgsinszenierung. Um das Bild von Watzlawik fort zu führen: Man nicht nicht kommunizieren. Man kann aber kommnizieren und inszenieren ohne zu tun. Die Inszenierung findet auf der Bühne statt. Aber dar reale institutionelle Leben kann jenseits der Bühne davon ganz verschieden sein.</p>
<p>Das Institutionsversagen ist nicht nur in den Jobcentern und Schulen, es ist auch in Hochschulen festzustellen. Richard Münch hat in intelligenten Analysen nachgewiesen, welcher Unsinn auf der Suche nach Exzellenz produziert wird.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Das Vertrauen in die klassischen Institutionen, die &#8220;aus einer Hand&#8221; Lösungen produzieren, ist vorbei. Die einzigen Arbeitsplätze, die die Bundesagentur für Arbeit schafft, sind solche in ihrer eigenen Institution. Deshalb ist eine Entinstitutionalisierungspolitik das Gebot der Stunde. Behörden schaffen keine Vermittlungsfähigkeit, sondern verwalten. Und wenn eine Zentralbehörde wie die Bundesagentur für Arbeit im Doppelpass mit der Bundespolitik aus Erfolg hin evaluiert, egal wie die Realität aussieht, ist das eine Konsequenz einer Oligo-, oder Monopolstruktur. Deshalb sind alle Überlegungen, die Arbeit zu dezentralisieren, die Bundesagentur zu zerlegen und auch die Zuständigkeit für Akademiker ersatzlos zu streichen, richtig. Denn auch so lässt sich der Beratungsschlüssel für die zuständige Klientel erhöhen, ohne dass eine neue Stelle geschaffen werden muss.</p>
<p>Was in der Politik nottut, ist eine monopol- und oligopolkritische Institutionenkritik (und –politik). Und zwar auch und gerade mit Strukturen gerade, wenn sie staatlich und öffentlich getrieben sind. Darin liegt die Herausforderung der Stunde.</p>
<p>Ich will das an einem weiteren Beispiel deutlich machen: Der umstrittenen Privatisierung von Kliniken. Ich halte diese Privatisierungen für richtig, weil sie auf dem erstarrten oligopol politisierten Markt der Kliniken für Bewegung gesorgt hat. Und zwar für echte Bewegung. Es werden Kosten sichtbar gemacht. Es wird für unternehmerische Leitung gesorgt. Es wird entschieden und nicht wegdiskutiert.</p>
<p>Frage: Welche Klinik in dem üblichen politischen Verhau (jeder Politiker will Erfolge feiern, keiner will für notwendige Schließungen oder Kürzungen einstehen) hatte früher eine leistungsfähige Leitungsstruktur, die Entscheidungen auch durchsetzen kann?</p>
<p>Erst mit der Entstehung privater Klinikkonzerne hat sich die Qualität in der Führung von Gesundheitsunternehmen und Kliniken gesteigert und formiert. Das ist eine echte Leistung. Auch wenn diese Leistung mit Lohndumping erkauft wurde, inzwischen manche Pfleger im Mindestlohnbereich arbeiten. Dieses Problem ist traurig und nicht hinzunehmen. Aber ist eben auch eine Frage, wie viele Ressourcen man in das Gesundheitssystem reingeben will. Und ob man mehr Klinken mit schlechterer Ausstattung und Löhnen oder weniger Kliniken mit höhererem Einkommensniveau erhält.</p>
<p>Das Beispiel zeigt meines Erachtens aber auch, dass es nicht um eine prinzipielle Frage von Markt oder Staat geht, sondern um die Frage, welche Entscheidung wie viel Bewegung wo auslöst. Vor diesem Hintergrund verstehe ich manche Diskussion über manche feinsinnige Konzepte nicht. Denn der Aufwand, der in manche selbstverliebte Diskussion (Bürgerversicherung) gesteckt wird, wäre besser in die Frage investiert worden, wen wir noch in unsere Strategie einbinden könnten, um Bewegung in die richtige Richtung zu gewinnen. Öffnung in der Auseinandersetzung nicht Schließung von Diskussionen in exklusiven Parteizirkeln ist die Maxime. Und Konzepte sind Orientierungen für politisches Handeln. Und keine Glaubensbekenntnisse, die für alle Zeit gelten.</p>
<p>Die Frage der Privatisierung von Kliniken zeigt übrigens auch, dass es sinnvoll sein kann, die Stellschraube der Privatisierung wieder zurück zu drehen. Wenn man dem Druck zur Kostensenkung beispielsweise nichts mehr entgegen stellen kann.</p>
<p>Und: wäre es nicht auch sinnvoll, über Hartz IV und Agenda ähnlich zu reden. Es war notwendig, in die Behäbigkeit der Arbeitsmarktpolitik Bewegung reinzubringen, den Betroffenen zu sagen, dass sie Teil des Problems, aber auch Teil der Lösung sein müssen. Aber wenn sich jetzt zeigt, dass als Risiko und Nebenwirkung eine ganz starke Polarisierung der Einkommen gefolgt ist, rückt eine neue Frage auf die Tagesordnung: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Wie viel Ungerechtigkeit next door akzeptieren wir? Und wie könnten wir diesen Prozess der Entsolidarisierung stoppen und umdrehen?</p>
<p>Meine These: Grüne können ihre innovative Kraft bewahren oder weiter ausbauen, wenn sie für die Lösung der anstehenden Aufgaben ein neues Bild von Gesellschaft in die Hinterköpfe bringt. Also: Politik arbeitet im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß, indem sie staatliche Lösungen für anstehende Probleme entwickelt, sondern indem sie nachdenkt, wie das Zusammenwirken von Staat, Bürgergesellschaft und Unternehmen beschaffen sein muss, damit es effizient und effektiv ist.</p>
<p>Bei der Böll-Stiftung und anderen Stiftungen wird darüber schon lange diskutiert. Aber gerade bei manchem „Reformpolitiker“ erkenne ich, dass er sich lieber im Klein-Klein des politischen Alltag (und rituellen Positionierungskampfs) aufreibt, anstatt den Blick auf übermorgen zu richten.</p>
<p>In einigen Fällen, beispielsweise dem Emissionshandel oder der Subventionierung von Solarenergie, haben sich, mit Unterstützung der GRÜNEN, schon neue Lösungen etabliert, in anderen Fällen noch nicht. Ich nenne ein paar noch offene Arbeitsbereiche:</p>
<p>Das Thema Dezentralität/Zentralität: Der Föderalismus ist doch deswegen eine alte Kamelle, weil die einen ständig die Abschaffung predigen (die aus Selbsterhaltungsgründen nicht stattfinden wird), den Ländern tatsächlich aber keine echten Handlungsspielräume zugebilligt werden. Die Landesregierungen und Landesparlamente sind deshalb wie teuer bezahlte politische Sandkastenspieler und ein Nachwuchszuchtbecken der Politik. Sieht so politische Vernunft aus? Wäre es nicht sinnvoll, den Ländern einen klaren Handlungsrahmen zu geben, also auch Einnahmenautonomie, damit sie Verantwortung übernehmen können. Aber die Diskussion, da nicht einfach, wird einfach ausgespart. Stattdessen puzzeln Föderalismuskommissionen an Pseudobaustellen rum, weil sie wie die Maulwürfe nur den nächsten Schritt im Blick haben, aber keine Gesamtorientierung, wo es hingehen soll. Man hat sich eingerichtet.</p>
<p>Die Frage, wie Lösungen organisiert werden können, rückt auf die Tagesordnung. Die Globalisierung trägt ganz andere Früchte als wir vermuten. Sowohl die Idee der Microkredite als auch die Idee des Sozialunternehmens sind Lösungsansätze, die für gesellschaftliche Anliegen neue Lösungsformen, neue Institutionen suchen. Wie überhaupt die Wissenschaftler aus den Schwellenländern sehr viel originellere Ansätze benennen als vielfach wahrgenommen wird. (Ursache ist sicherlich, dass die traditionellen Institutionen, teilweise kolonalistisch vererbt, ohnehin nicht richtig greifen). Ein durchgängiges Merkmal dieser Ansätze: Sie gehen von den Interessen der handelnden Personen aus, sind sozusagen von unten nach oben entwickelt anstatt, wie im Falle der ganzen Gouvernance-Diskussion, von oben nach unten. Und die Idee des „von unten“ sollte auch grüne Diskussionen befeuern.</p>
<p>Oder die Ansätze der neuen Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom. Sie untersucht, wie Gemeinschaftsgüter bewirtschaftet werden können. Die Lösungsansätze sind oftmals eine institutionell neu organisierte Form Wettbewerb. Hier ist Phantasie gefragt. Und welche Partei könnte diese neuen institutionellen Formen besser diskutieren als Grüne, die sich aus den ideologischen Löchern von gestern befreit haben.</p>
<p>Um den Blick auch noch auf ein anderes Feld von Politik zu lenken, die Innovationspolitik. Noch immer scheint mir, dass der Grüne Weltgeist hier davon ausgeht, dass der (grüne) Politiker laserscharf erkennt, wohin die Reise geht. Und in welchen Bereich man deshalb Innovations- und Forschungsmillionen schütten müsste, damit darauf neue bunte Blumen wachsen.</p>
<p>Dem ist aber nicht so. Denn Politiker können, weil Neues eben nicht immer von Anfang an als erfolgversprechend oder gut zu erkennen ist, nicht besser als andere erkennen, wo Innovation drin ist und wo nicht. Sie können nur einen Flaschenhals bilden, durch den Innovation durch muss, wenn sie als solche akzeptiert (und damit staatlich bezuschusst). werden sollen Und dieser Flaschenhals ist zu eng, als dass er Innovation befördert.</p>
<p>Das ist der größte Wettbewerbsnachteil Europas gegenüber Asien und den USA: Während das angelsächsische Modell von Innovation auf Risikokapital setzt, damit das Entwicklungsrisiko outsourced und gleichzeitig die Innovationsfront verbreitert, bleibt, das müssen Grüne selbstkritisch einräumen, auch grüne Innovationspolitik altbacken. Weil sie sagt, dass wir Investitionsprogramme zum Thema Klimaschutz brauchen (was richtig ist), aber nicht darüber hinaus denkt, wie auf breiter Front, &#8220;das Neue in die Welt kommt&#8221;, und Deutschland in Sachen echter Innovation wieder weiter nach vorne kommt.</p>
<p>Um der Gefahr vorzubeugen, als letzter Neoliberaler stigmatisiert zu werden: Es geht auch bei politischen Fragen darum, Effizienz- und Effektivitätsmodell für die Lösung gesellschaftlicher Fragen zu entwickeln. Ich meine, wir sollten dabei überprüfen, ob unsere Bilder von der Welt noch stimmen. Ulrich Beck mit seiner fröhlichen Analyse der aktuellen Ungleichzeitigkeit hilft hier weiter. Weil er ein unvoreingenommenes Bild zeichnet. Auch Gabor Steingart, Die Machtfrage, ist übrigens ein nicht zu unterschätzendes Buch. Weil er sehr schön zeigt, wie sich die Parteien als Oligopolisten des Machtspiels etabliert haben .Zum Schaden des Gemeinwohls. Und er zeigt im übrigen auch, warum Volksabstimmungen durchaus ein adäquates Mittel sind, um Politik auf die richtige Spur zu bringen. Weil sie den Diskurs der oligopolen Eliten zerschlagen. Weil sie den Blick &#8220;derer da draußen&#8221; mit ins Spiel bringen: Der WählerInnen, der BürgerInnen, der MigrantInnen (das wird noch brauchen), kurz, der Gesellschaft. Und Politik nicht auf den Blick der Parteien verengt bleibt.</p>
<p>Soll heißen: Grüne sollten nicht davor zurück schrecken, zu provozieren, klare Aussagen zu treffen, zu streiten und weiter unkonventionell sein. Soll aber auch heißen, Grüne sollten ihren Blick auch darauf richten, eine neue Institutionendiskussion anzufangen. Wir brauchen nicht mehr Wünsch dir was in der Politik. Sondern eine Diskussion, wie wir Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit unter den Bedingungen von Globalisierung neu denken und machen können.</p>
<p>Es kann spannend werden. Auch intellektuell. Aber nur, wenn Grüne von alten Schlachtordnungen ablassen. Mit dem Green New Deal und allen seinen Vorläufern ist es den Grünen gelungen, die ökologische Kompetenz auf die Frage einer wirtschaftlichen Lösung auszuweiten. Diesen Weg der Perspektivbestimmung sollten wir weiter gehen. Die Menschen erwarten eine grüne Antwort, wie wir unsere Zukunft meistern werden. Und sie sollten darüber nachdenken, wie das besser,also effizienter und effektiver gemacht werden kann.</p>
<p><strong>Eine kleine piratentechnische Nachbemerkung:</strong></p>
<p>TNS Infratest hat ausgerechnet, dass 1,5% der Grünwähler zu den Piraten abgewandert sind. Meine These: Da entsteht eine neue Soziokultur rund um die Hauptschlagadern der Wertschöpfung des 21. Jahrhunderts. Gelingt es den GRÜNEN, die Faszination, die für viele Piraten-Nerds von neuen Technologien ausgehen, auch für sich zu entdecken? Den Widerspruch auszuhalten, dass der Technologie einerseits Orwell und andererseits das Wissenschlaraffia innewohnt? Aber das ist nochmal eine ganz andere Diskussion.</p>
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		<title>Was uns die Geschichte von Max Frisch und seiner Tochter &#252;ber die Leistungen der modernen Wissenschaft sagen kann.</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 10:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Lektüre der FAS, 31.5.2009, S. 33</p>
<p>Max Frischs Tochter hat einen Roman geschrieben über sich und ihren Vater. Die Geschichte ist die Geschichte einer Tochter, die als literarisches Material aufgewachsen ist. Und mal ganz abgesehen von der Pointe, dass sie sich als Literaturmaterial nur wehren konnte, indem sie ebenfalls Literatur produziert hat, &#8211; sich also vom Objekt zum Subjekt gemacht hat, steckt in der Versuchsanordnung noch eine ganz andere Geschichte: Die über die Wirkung objektiver und distanzierter Wissenschaften. Deren Wirkungen und Nebenwirkungen sollen hier Gegenstand sein. </p>
<p>Die Vater-Tochter-Geschichte lässt sich auch interpretieren als eine Geschichte der Rückwirkungen moderner, intersubjektiv wahrnehmbarer, distanzierter Wissenschaft auf den Gegenstand ihrer Untersuchung, die Gesellschaft. Das klingt dann so: Je mehr die Gesellschaft, oder zumindest einzelne Akteure, sich selbst von Dritten, der unbeteiligten Wissenschaft, als Versuchsobjekte missbraucht oder eingesetzt sehen, mischt sich in ihr Leben ein neues Motiv, wenn ihr diese Erkenntnisse zur Kenntnis gelangen. Und dabei kann sie auch die Motivation verlieren, ihr Leben zu leben, ihre Aufgaben, möglicherweise besser, zu bewältigen. </p>
<p>Beispiel: Ein Arbeitsloser, der weiß, dass er keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hat, weil er über keine Bildung verfügt, wird sich resigniert zurückziehen. </p>
<p>Was fehlt, ist eine Wissenschaft im Interesse einer verbesserten Praxis. Eine Wissenschaft, die die Intuition und das Wissen der Handelnden aufgreift, mit weiteren Erkenntnissen spiegelt und in eine verbesserte Praxis einfließen lässt. Das schafft Erkenntnisse für freie, für handelnde Menschen, das macht Handeln besser. </p>
<p>In der Medizin: Evidenz based medicine gilt vielen, mit Recht, als Nachfolger von Eminenz based Medicine. Aber sind die Grenzen von Evidenz based medicine noch schon längst erreicht, wenn Evidenz nur durch Massenerkenntnisse entsteht, die Randfaktoren reduzieren, eleminieren (was sie sollen), und damit Erkenntnisse verfälschen. </p>
<p>Um im Beispiel zu bleiben: </p>
<p>Evidenz based medicine bedeutet, dass das durchschnittliche Handeln der Gesamtheit aller Ärzte besser werden kann, wenn diese Erkenntnisse berücksichtigt werden, aber auch, dass die Besten, die sich einer anderen Handlungspraxis bedienen, damit diskreditiert werden, im schlimmsten Fall ihre Erfolge minimieren, reduzieren, weil sie eine bessere individuelle Praxis durch eine schlechtere durchschnittliche Praxis ergänzen. </p>
<p>Was bedeutet das für die moderne Wissenschaft, insbesondere die Handlungswissenschaft?</p>
<p>· Das Ende der Überlegenheit „wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Die wissenschaftlich-systematische Aufbereitung von Handeln und Erfahrung ist ein Weg, das Handlungsfeld zu erfassen und zu verstehen. Aber eben nur einer. Es gibt weitere, die durch die Dominanz abstrakten Handelns über das Erfahrungswissen zunehmend verdrängt werden. </p>
<p>· Die entscheidende Frage von wissenschaftlicher Erkenntnis ist, im Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Erkenntnis, nicht die Frage von richtig oder falsch, sondern die Frage der Erkenntnisfolgen. Der Mensch, menschliches Handeln, das unterschiedet das Forschungsfeld von der Empirie des Ameisenhaufens, ist reflexives Handeln. Und wissenschaftliche Erkenntis muss berücksichtigen, dass die Rezeption ihrer Erkenntnisse durch die Rezipierten selbst erfolgt. Die Realität der Handelnen nach der Erkenntnis kann also eine andere sein als die zuvor. Und zwar durch die scheinbar unbeteiligte Beobachtung selbst. </p>
<p>· Wissenschaft muss sich also in eine reflexive Handlungsperspektive einordnen lassen. Oder zumindest einordnen lassen müssen. Will heißen: Der Wissenschaftler sollte seine Erkenntnisgewinnung so ausrichten, dass sie die Nebenfolgen der Erkenntnisse zu den Hauptfolgen macht. Oder zumindest machen kann. </p>
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