Anderes Schulsystem – diesselben Fragen

Das amerikanische Schulsystem ist anders, kämpft aber mit denselben Fragen, wie die FAZ vom 4.11.2009 berichtet. Neben 10% der Schüler, die auf private Schulen geht, ist das öffentliche Schulsystem im Umbruch. Es wurden Leistungsmessungen eingeführt, der Anreiz dazu durch Gelder der Bundesregierung gesetzt. Und es wurde ermöglicht, so genannte Chapter Schools zu gründen, Privatschulen, die eine Art Kopfpauschalen erhalten, in ihrer Ausgestaltung aber frei sind. Die Chapter Schools sind insbesondere in schwierigen Wohnquartieren existent. Die Idee: Mehr Spielräume vor Ort, Freiheit in der Schulgestaltung, Activierung des Community Gedanken. Inzwischen sind Charter Schools in 40 von 50 Bundesstaaten erlaubt.

Die Evaluation zeigt offensichtlich, dass die Schulen im Schnitt nicht besser abschneiden im Schulvergleich. Was Verfechter des Schulmodells auf die soziale Zusammensetzung zurückführen, die Gegner auf die mangelnde Leistung.

Zwei Parallelen zum deutschen Schulwesen fallen auf: Erstens: Auch dort ist das Bildungswesen Ländersache. Zweitens: Der Streit über Evaulationsergebnisse wird mit derselben Oberflächlichkeit geführt, Zahlen dienen nur der Verteidigung der eigenen Position. Man wird sich das näher anschauen müssen.

Erster Eindruck: Die Idee, das Schulwesen von unten zu entwickeln, ist überzeugend. Der Ansatz, wie der Bericht zeigt, Disziplin als ersten Schritt herzustellen, leuchtet ein. Und der dritte Schritt, den Eltern Spielräume zu geben, die Schule ihrer Kinder mit zu gestalten, setzt die Prioritäten dort an, wo es am nötigsten ist: Im familiaren Umfeld. Es könnte, wir kommen jetzt auf die Deutsche Migrationsdiskussion zurück, ja sein, dass in Stadtteilen mit einem hohen Migrantenanteil andere Prioritäten notwendig sind und diese zum Tragen kommen, wenn die Eltern tatsächlich Einfluss auf die Schulen haben.

Mehr Informationen: http://www.qualitycharters.org/i4a/pages/index.cfm?pageid=1

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