Klimadisruption. Was uns der olle #Trump jetzt lehrt.

Nach dem Sieg ist vor dem Sieg. Wer geglaubt hat, dass Obama der Klimafrage endlich auch in den USA zum Durchbruch verholfen hat, sieht sich jetzt ernüchtert. 

 

Ein Schritt nach vorne, zwei oder drei Schritte zurück. 

 

Und wer bisher dachte, Trump wäre ne Dumpfbacke, muss erkennen: Er hat einen Plan. Der zahlt für ihn auf einer dreifachen Ebene ein. Axel Postinett hat das im Handelsblatt aufs Nüchternste beschrieben. 

 

Mein Fazit: 

  • Es lohnt sich für die weisse Arbeiterklasse in den ländlichen Gebieten. 
  • Es lohnt sich für die Mitglieder der Regierung, zum Beispiel dem Ex-Exxon Chef, der endlich sein 500 Mrd. Investment nach Hause bringt. 
  • Und er lohnt sich für Trump. Er kann liefern.

Die Linken und Linksliberalen stehen wie begossene Pudel da. 

Postfaktisches Zeitalter? Nein, Trump hat lediglich Kurzfristinteressen gegen Langfristorientierung ausgetauscht. Die verschwindende, unterdurchschnittlich gebildete, eher ländliche weiße Rasse sichert sich nochmal nen dicken Batzen. 

 

Dazu eine sehr interessante Wahlauswertung in der heutigen FAZ. 

 

Auf der Weltbühne sortiert sich die Lage neu:

 

  • Fossil gegen Regenerativ
  • Klimaleugner gegen Klimaschützer
  • Jetztzeit gegen Zukunft
  • „Weiter so“ gegen „Chance, we can believe in“

 

Auf der einen Seite: 

Die USA

Und Russland. 

Und Iran.

Und Saudi-Arabien.

Öl, Öl, Öl. 

 

Auf der anderen Seite: 

Europa

China

Das Weltbürgertum

Die Bildungsorientierten

Wind. Sonne. Technologie. 

China? Ja, vielleicht muss man emerging countries künftig mit anderen Augen betrachten. Und auch differenzierter. 

Leonhard Cohen: There is a war. 

Mir geht zur Zeit immer ein Lied durch den Kopf. Leonhard Cohen: there is a war between the rich and poor, between the man and the woman. Das war gestern, der Krieg ist im Gange. Es ist ein bürgerkriegsähnlicher Zustand (jedenfalls, wenn wir die USA betrachten). Es ist ein Krieg um die Köpfe, es ist ein Krieg der Bots und Hackers, ein elektronischer Krieg.

Und wie bei einem Vulkan entlädt sich der Überdruck dann an fast zufälligen Schwachstellen: Dem Nahen Osten. 

Was Europa braucht

Was Europa jetzt braucht, ist eine robuste Aufstellung, die offene Diskussion um ihre Interessen (Sicherheit, Nachhaltigkeit, Fairness im sozialen Ausgleich). Der Austausch zivilgesellschaftlicher Kräfte quer durch die Gesellschaft. Am Beispiel Trump zeigt sich: Nach Wall-Street ist vor Wall-Street, auch da gibt es unterschiedliche Fraktionen. Also keinen plumpen Antikapitalismus, sondern ein nüchternes Abwägen von Interessen. Auch in der eigenen Gesellschaft: Was heißt sozialer Ausgleich, wenn wir im Gegenzug auch europäische Geschäftsmodelle etablieren müssen, neue Handelspartnerschaften auch mit Regimen, die nicht demokratisch, aber „vorwärtsgerichtet“ sind? China? Alles nicht unumstritten. 

Klarheit war gestern. Jetzt geht es darum, die Kräfte für eine nachhaltige, die gemeinsamen und die jeweils spezifischen Interessen in ein faires Verhältnis zueinander setzende Weltgesellschaft, ein Weltbürgertum zu mobilisieren. 

Das wird nur Schritt für Schritt gehen. Irrtümer eingeschlossen.

 

 

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