Warum ein R2G-Projekt nicht so sexy ist wie sein Titel suggeriert.

Politik ist schon lange kein Geschäft für Nüchterne mehr. Man berauscht sich gerne, gerne auch gemeinsam mit den Medien. Und vor allem an sich selbst. Das neueste Aphrodisiakum, besser Autoaphrodisiakum von Politik und Medien (man schreibt sich ja sonst nix) heisst r2g, das hat nen intelligenten Anstrich, ist aber mehr vom alten Gleichen: Mehr Politik, mehr Umverteilung, die, potzblitz, mehr Gerechtigkeit möglich machen soll. Jede der drei Parteien hat große Pläne. In so einer „Wir bestellen, ihr bezahlt“ Koalition würden sich die schlechten Eigenschaften aller drei Parteien aufs Schlechteste potenzieren. 

Pläne über Pläne (wobei sich die Pläne ja nie so realisieren, sondern nur die Kosten), gute Vorsätze, die nur den Nachteil haben, dass sie einfach nebeneinander gestellt und aufaddiert werden würden. Niemand würde fragen, wie man aus drei Plänchen eine Richtungsentscheidung machen könnte. 

Richtig ist, dass die Menschen mehr Gerechtigkeit möchten. Richtig, aber das fragt halt kein Meinungsforscher, ist aber auch, dass die meisten Menschen zutreffenderweise die Hoffnung aufgegeben haben, die Politik könnte eine gerechte Welt schaffen. Sie könnte, wenn sie richtig drüber reden würden, Richtungen korrigieren, Weichen stellen, Chancen nutzen, die sich auftun. Aber sie kann halt  die nüchterne Wirklichkeit nicht in Nichts auflösen. Der Trend heißt Globalisierung. Und Deutschland, das als eines der wenigen europäischen Länder die unschöne Wirklichkeit angenommen hat, liegt noch ganz gut. Zurück zum Nachkriegsdeutschland, davon träumt die AFD. Aber das wird ihr nicht helfen. Und Deutschland und Europa auch nicht. Nachkriegsdeutschland wird nicht zurück kommen. 

Die Frage, die zu lösen ist, lautet, wie wir den Zusammenhalt in härter werdenden Zeiten gewährleisten können. Es geht darum, besser zu werden, sprich wettbewerbsfähiger und die Exzesse der Globalisierung bannen zu lernen. Kein einfaches Unterfangen. Und die Antwort auf diese Frage wird ein bißchen Zauberei, ein bißchen Mut sein und ein bißchen politische Weichenstellung. Aber jede Partei muss für sich sehen, was da passt. Womit sie sich wohlfühlt. Und die Wählerinnen und Wähler. Dann muss sie für sich und ihre Konzepte werben und am Schluss wird abgerechnet. 

Ein linkes Projekt will, sorry, keine Sau. Nur die, die direkt damit Karriere machen können. 

Aber wer sagt das mal den handelnden Personen?

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