Die pessimistischen Europäer.

In seiner heutigen (29.3.2016) Ausgabe veröffentlicht das Handelsblatt eine Umfrage. Die überwiegende Mehrzahl der Europäer ist pessimistisch. Sie erwarten, dass es ihren Kindern später schlechter geht als ihnen selbst. 
Was ist aber, wenn die Tatsachenbehauptung stimmt, die Beurteilung „Pessimismus“ aber nicht? Weil das Urteil realistisch ist? 
Pffft, würde allen Politikkonzepten die Luft entweichen. Denn die  gehen fröhlich davon aus, dass die Steuer sprudeln und deswegen mehr fürs Gemeinwohl abgezweigt werden kann. 

Und diese Aussage gilt ausnahmslos für alle Parteien, auch wenn sie über nachhaltige Vorsorge für die kommende Generation reden. 
Die Republik bewegt sich nach rechts, diagnostiziert der linke Grüne Jürgen Trittin. 
Falsch. Die meisten Menschen sorgen sich. Sie nehmen wahr, dass die Politik ihre Sorgen nicht teilt. In Talkshows herrscht Zweckoptimismus. Plausible Erklärungen, wie die globalen Krisen im Nahen Osten gelöst werden können, kann niemand geben. Wie Europa handlungsfähig werden kann, auch nicht. Europa kann sich, die Terroranschläge in Paris und Brüssel zeigen das, kann sich nicht abschotten. Aber macht die europäische Politik aktuell den Eindruck, dass sie den Ernst der Lage verstanden hat? 
Eher nicht. 
Front Nationale, AfD, der Brexit, die Unfähigkeit der Spanischen Politik, eine Regierung zu bilden, sprechen Bände. 
Der Druck steigt. Führung bedarf des Vertrauens. Aber derzeit ist nicht erkennbar, wodurch das Vertrauen gerechtfertigt werden kann. 
Also Realismus. Hat die Politik das verstanden? Wer, ausser Angela Merkel, übernimmt eigentlich Verantwortung? Und wer eiert bloß rum?  

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