Trittin für Kretschmann. Huss für Trittin

Jürgen Trittin will Kretschmann als Kanzler. Das hätte ich jetzt nicht vermutet. Mit Jürgen, nach seinem Buch eher im Abseits unterwegs, ist wieder in der Spur. 
Gut so, denn kluge Köpfe sind rar.
Gut ist, zu erkennen, dass die klassische Linke keine Mehrheit mehr hat. Schlecht ist, dass trotzdem, trotz Postmaterialismus, reflexiver Modernisierung, die Verwischung klarer Fronten durch Tschernobyl und nach Ulrich Beck und neuer Risikowahrnehmung am Begriff der traditionellen Linken festgehalten wird.
Worum es in Zukunft geht?
Es geht darum, zu klären, wie das Lager der Veränderer aussieht, das Lager derer, die voranschreiten, weil sie wissen, dass sich Europa behaupten muss, dass es eine Idee sozialen Zusammenhalts gibt (ich sage bewusst, nicht von Gerechtigkeit, das ist überhöht), dass die globalen ökologischen Grenzen neue Technologien, neue Lebensstile, neue Bescheidenheit, neue Arten des Wirtschaftens brauchen. 
Nur: Keiner weiss, welchen Beitrag welches der obigen Elemente leisten kann. 
Es ist ein Vielfrontenkampf. Und da ist es wichtig, dass sich alle hellen Köpfe zusammentun. Die hellen Köpfe, die nicht nur an den eigenen Mammon denken.
Und jetzt zur AfD: Hört endlich auf, sie zu beschimpfen. Klar sind da rechte Dumpfbacken dabei. Aber ihre Protestwähler, das sind die mit der Angst.  Angst vor Veränderung. Deswegen wollen sie Grenzen und Zäune. Vormodern, aber legitim. 
Wenn sich jetzt also, da sich Merkel auf die Seite der Veränderer geschlagen hat, Seehofer und die AfD das Fähnchen des Gestern hochhalten: Dürfen Sie. 
Aber dann sollen sie auch das Geschäftsmodell beschreiben, in einem exportorientierten Deutschland mit dichten Grenzen. 
Ist das Vorbild die USA mit ihrer Mauer zu Mexiko?
Die Diskussion führen wir gerne. Aber wir führen sie “beyond the lefts and the rights”. 

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